Forst­be­trieb Ebrach ist euro­pa­wei­tes Vorbild

Waldfläche bei Ebrach, Foto: Jonas Blank
Waldfläche bei Ebrach, Foto: Jonas Blank

„Das vom Bun­des­land­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um vor­ge­stell­te neue För­der­pro­gramm „Kli­ma­an­ge­pass­tes Wald­ma­nage­ment“ ist wich­tig und soll­te von allen Wald­be­sit­zern bean­tragt wer­den“, emp­fiehlt der Ver­ein „Unser Stei­ger­wald e.V.“. Der Forst­be­trieb Ebrach der baye­ri­schen Staats­for­sten zei­ge, dass er mit der Umset­zung sei­nes Tritt­stein­kon­zepts die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­se­he­nen För­der­kri­te­ri­en bereits mehr als erfüllt. „Das Tritt­stein­kon­zept ist euro­pa­wei­tes Vor­bild dafür, wie ein Forst­be­trieb eine öko­lo­gisch hoch­ent­wickel­te, Arten­schutz-ori­en­tier­te Wald­nut­zung mit der Ver­ar­bei­tung des umwelt­freund­li­chen Roh­stoffs Holz in klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Fami­li­en­be­trie­ben kom­bi­niert“, so Oskar Ebert, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Vereins.

Zahl­rei­che Bei­spie­le bele­gen dies: Der in den För­der­kri­te­ri­en gefor­der­te Vor­rang für die natür­li­che Wald­ver­jün­gung ist im Forst­be­trieb Ebrach längst Nor­ma­li­tät. Dank des hohen Laub­baum­an­teils und einer natur­na­hen nach­hal­ti­gen Bewirt­schaf­tung ver­jün­gen sich die Wäl­der ganz über­wie­gend in natür­li­cher Wei­se. Zudem ist die natür­li­che Ent­wick­lung auf Klein­flä­chen (Suk­zes­si­on) gefor­dert. Bereits 2007 hat der Forst­be­trieb Ebrach nach dem dama­li­gen Sturm­wurf „Kyrill“ Wald­flä­chen nicht bepflanzt, um die natür­li­che Ent­wick­lung zu beob­ach­ten. Heu­te wach­sen dort Jung­wäl­der aus Bir­ken, Aspen und Wei­den – ein Eldo­ra­do für Schmet­ter­lin­ge. Bir­ken­holz kann bereits als Brenn­holz genutzt wer­den. Spä­ter kann auch Platz für Eichen und Buchen ent­ste­hen. Auch nach dem Sturm­wurf „Fabi­en­ne“ im Jahr 2018 wur­den Flä­chen der natür­li­chen Ent­wick­lung über­las­sen. Sie ste­hen heu­te im Mit­tel­punkt inten­si­ver wis­sen­schaft­li­cher Beob­ach­tung durch die öko­lo­gi­sche Sta­ti­on in Fabrik­schleich­ach der Uni­ver­si­tät Würzburg.

Der gefor­der­ten grö­ße­ren Baum­ar­ten­di­ver­si­tät trägt der Forst­be­trieb Rech­nung, indem Jung­bäu­me in klei­nen Grup­pen ergän­zend gepflanzt wer­den, ins­be­son­de­re kli­ma­re­si­sten­te Baum­ar­ten, wie Els­bee­ren, Ahorn­ar­ten oder Tan­nen. Die genann­ten Kahl­flä­chen gibt es schon seit Jahr­zehn­ten nicht mehr. Dass die gefor­der­ten Tot­holz- und Bio­top­bäu­me im Forst­be­trieb Ebrach kei­ne Sel­ten­heit sind, davon kann sich jeder Wald­be­su­cher über­zeu­gen, der mit offe­nen Augen durch den Staats­wald wan­dert. Bio­top­bäu­me wer­den mit einer Wel­len­li­nie mar­kiert. Es gibt deutsch­land­weit kei­nen Betrieb in der Grö­ße des Forst­be­triebs Ebrach, der sich so inten­siv für den Schutz von Tot­holz und Bio­top­bäu­me ein­setzt. Auf rund 2.500 Hekt­ar wird auf die Holz­nut­zung zu Gun­sten der Arten­viel­falt verzichtet.

Auch der gefor­der­te Rücke­gas­sen­ab­stand von 30 Metern, auf pro­ble­ma­ti­schen Wald­or­ten von 40 Metern, ist pro­blem­los erfüll­bar, zeigt der Forst­be­trieb Ebrach. Auch der Ver­zicht auf Dün­gung und Pflan­zen­schutz­mit­tel wird dort seit lan­gem prak­ti­ziert. Der Was­ser­schutz hat eben­falls einen gro­ßen Stel­len­wert. Wäh­rend Grä­ben im Wald kei­ne Rol­le mehr spie­len, setzt sich der Forst­be­trieb Ebrach für den Bau von Wald­tüm­peln und Was­ser­rück­hal­te­an­la­gen ein. Auch das Tot­holz spei­chert Was­ser als spä­te­res Moder­holz und sorgt für einen Wald­hu­mus, der zur Was­ser­spei­che­rung im Boden bei­trägt. Das För­der­kri­te­ri­um, Wäl­der der natür­li­chen Ent­wick­lung zu über­las­sen, wur­de bereits viel­fach kom­mu­ni­ziert. Im Forst­be­trieb Ebrach sind es vier Natur­wald­re­ser­va­te, die 850 Hekt­ar gro­ße Natur­wald­flä­che Knetz­ber­ge-Böhl­grund und vie­le wei­te­re Tritt­stein­flä­chen, die sich über den gesam­ten Forst­be­trieb verteilen.

Alle von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­se­he­nen Kri­te­ri­en wer­den mehr als erfüllt. Des­halb sind Plä­ne über­flüs­sig, im Staats­wald die Holz­nut­zung zu ver­bie­ten – was in einem Natio­nal­park auf gro­ßer Flä­che der Fall wäre. Das Kon­zept des Forst­be­triebs ist euro­pa­weit vorbildlich.

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