Land­kreis Wun­sie­del: Der Fisch­ot­ter ist in Ober­fran­ken auf dem Vormarsch

Regionalkonferenz Glauber 01 Übergabe Umfrage
Im Beisein von MdL Martin Schöffel und Landrat Peter Berek hat der Initiator der Regionalkonferenz, der stellvertretende Landrat Wolfgang Kreil, Staatsminister Thorsten Glauber die Ergebnisse der Befragung unter den Teichwirten aus dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge übergeben. Foto: Landkreis Wunsiedel

Regio­nal­kon­fe­renz beschäf­tigt sich mit den Fol­gen und dis­ku­tiert Lösungsansätze

Um die Ver­brei­tung des Fisch­ot­ters im Land­kreis Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge zu unter­su­chen hat das Land­rats­amt in Zusam­men­ar­beit mit dem Otter-Bera­ter im Land­kreis Tir­schen­reuth im Früh­jahr eine Befra­gung unter den Teich­wir­ten gestar­tet. Deren Ergeb­nis­se lie­gen nun vor und zeich­nen ein ein­deu­ti­ges Bild: der Fisch­ot­ter ist im Fich­tel­ge­bir­ge – wie auch in den angren­zen­den Land­krei­sen Tir­schen­reuth und Hof – inzwi­schen wie­der weit ver­brei­tet. Die Fol­ge: mas­si­ve Schä­den bei den Fisch­be­stän­den der Teich­wir­te und auch in den Fließ­ge­wäs­sern der Regi­on, die die Exi­stenz der tra­di­tio­nel­len Fisch­wirt­schaft bedrohen.

„Etwa drei Vier­tel aller Teich­wir­te im Land­kreis haben hohe Schä­den gemel­det – im Schnitt ver­lie­ren sie rund 73 Pro­zent ihrer Fisch­be­stän­de an den Fisch­ot­ter“, erklärt Wolf­gang Kreil, wei­te­rer Stell­ver­tre­ter des Land­rats, der die Befra­gung ins Leben geru­fen hat. „Fast zwei Drit­tel der befrag­ten Teich­wir­te haben die Bewirt­schaf­tung ihrer Tei­che bereits redu­ziert oder ganz auf­ge­ge­ben. Die­se Ent­wick­lung deckt sich mit dem Bild, das uns auch aus den ande­ren Land­krei­sen geschil­dert wird. Aus mei­ner Sicht eine Ent­wick­lung, der man umge­hend ent­ge­gen­tre­ten muss. “

In einer Regio­nal­kon­fe­renz im gro­ßen Sit­zungs­saal des Land­rats­am­tes Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge wur­den die­se Ergeb­nis­se nun im Bei­sein des baye­ri­schen Staats­mi­ni­sters für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz, Thor­sten Glau­ber, umfas­send dis­ku­tiert. Teil­ge­nom­men an die­ser hoch­ka­rä­tig besetz­ten Run­de haben unter ande­rem auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Baye­ri­schen Mini­ste­ri­ums für Land­wirt­schaft und For­sten, der ört­li­chen Natur­schutz­be­hör­den, der Land­rats­äm­ter Tir­schen­reuth und Hof, des Amts für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten in Münch­berg, des Lan­des­fi­sche­rei­ver­bands, des Baye­ri­schen Land­kreis­ta­ges, der Baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft in Frei­sing oder der Baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Fischerei.

Am Ende des gut ein­stün­di­gen Aus­tauschs herrsch­te Kon­sens, dass zwin­gend Hand­lungs­be­darf bestehe. Staats­mi­ni­ster Glau­ber sicher­te dem Land­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um, wel­chem die Feder­füh­rung in die­sem Pro­jekt zukom­me, die maxi­ma­le Unter­stüt­zung aus sei­nem Hau­se zu.

Land­rat Peter Berek: „Die Fische­rei ist ein wert­vol­ler Teil unse­rer Kul­tur und unse­rer Hei­mat. Arten­schutz ist wich­tig und rich­tig, darf aber nicht zur Ver­nich­tung der Fische­rei und Teich­wirt­schaft in der Regi­on füh­ren. Es besteht dring­li­cher Handlungsbedarf.“

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