Mas­sen­an­sturm beim Mit­tel­al­ter­markt auf Burg Rabenstein

Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein. © Thomas Weichert
Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein. © Thomas Weichert

Rich­tig viel los war am Wochen­en­de beim zwei­ten Mit­tel­al­ter­markt auf Burg Raben­stein in die­sem Jahr. Nicht nur im Bier­gar­ten wo sich lan­ge Schlan­gen an den Essens- und Geträn­ke­stän­den bil­de­ten, son­dern auch in den Gän­gen zwi­schen den Markt­stän­den. Beson­ders groß war auch der Zuschau­er­an­sturm wäh­rend der Feld­schlach­ten an den Nachmittagen.

Für mit­tel­al­ter­li­che Klän­ge sorg­te dies­mal die neue for­mier­te Musik­grup­pe „Turas Math“ von Clau­dia Krebs aus Qued­lin­burg mit einer wun­der­vol­len Rei­se durch die Welt der histo­ri­schen Musik, mit euro­päi­schen, ori­en­ta­li­schen und vor allem iri­schen und nor­di­schen Musik­stücken. Oscar der Gauk­ler begei­ster­te immer wie­der das Publi­kum, vor allem die Kin­der, mit sei­ner Gauk­le­rei. Schon seit 15 Jah­ren kommt Deni­se Smal­la aus Vil­lach in Kärn­ten mit ihrer „König­li­chen Hof­kä­se­rei zu Stin­ke­berg“ zwei Mal im Jahr auf den Mit­tel­al­ter­markt auf Burg Raben­stein. Sie hat inzwi­schen sehr vie­le Stamm­kun­den und ist begei­stert von dem Ambi­en­te und den Men­schen in der Frän­ki­schen Schweiz. Die „Schön­fär­be­rin“ aus der Nähe von Hei­del­berg kommt mit ihrer „Schoe­n­fa­er­be­rey“ auch schon seit vie­len Jah­ren nach Raben­stein. Eines Tages traf sie eine Frau die mit Pflan­zen Stof­fe färb­te. Dies ist dann zu ihrer Pro­fes­si­on gewor­den. Den Beruf des Schön­fär­bers gab es im Mit­tel­al­ter tat­säch­lich, denn erst seit 1890 gibt es künst­li­che Far­ben. Mit der getrock­ne­ten Wur­zel der Pflan­ze „Krapp“, die mit dem Laab­kraut ver­wandt ist, ent­steht eine rote Far­be. Aus „Waid“, das Indi­go ent­hält, wird gelb. Etwa vier Stun­den müs­sen die natür­li­chen Stof­fe wie Sei­de oder Wol­le bei etwa 70 Grad im Kes­sel köcheln bis sie die Far­be so ange­nom­men haben, dass sie auch wasch­ma­schi­nen­fe­set sind. Vie­le ihrer Kun­den kom­men auch von den Mit­tel­al­ter­grup­pen die im Lager zel­ten. Eine davon ist die Mit­tel­al­ter­grup­pe „Der Uhl zu Wil­haim“, die schon seit 2006 schon zu den Märk­ten auf Raben­stein kommt. Wil­haim ist der frü­he­re Name von Weil­heim und Uhl der Fami­li­en­na­me, was frü­her das alte Wort für Erbe war. „Cuta­ni“ ist der Künst­ler­na­me von Ker­stin Uhl die ihren ein­jäh­ri­gen Enkel Maxi­mi­li­an auf dem Schoß hat. „Es ist ein Fest für die gan­ze Fami­lie mit sehr authen­ti­schen Lager­grup­pen und einer guten Aus­wahl an Händ­lern. Vor allem für die Kin­der wird viel gebo­ten. Von der histo­ri­schen Schiff­schau­kel, den hand­be­trie­be­nem Kin­der­ka­rus­sel bis hin zum Pup­pen­thea­ter und der Gauk­ler­schu­le“, sagt Ker­stin Uhl, für die Raben­stein auch ein Tref­fen mit Freun­den ist. Sie berei­tet gera­de das römi­sche Gericht „More­tum“ für das Abend­essen vor. Eine Paste aus Schafs­kä­se, Knob­lauch, Kräu­tern und Schmand. Man bekommt Hun­ger. „Gestat­ten, Robin of Lox­ley“, stellt sich Hans-Jür­gen Dietz aus Bau­nach vor. Schon als klei­nes Kind hat er die Figur des Robin Hood bewun­dert und ist bis heu­te dabei geblie­ben. Er ist als Robin Hood auf vie­len Mit­tel­ter­fe­sten unter­wegs und hat für die Kin­der auch immer Süßig­kei­ten in sei­nem Köcher dabei. „Auf Burg Raben­stein ist es immer beson­ders schön“, sagt Dietz, beson­ders wenn ihn die Kin­der als Robin Hood bestau­nen. „Das macht ein­fach Spaß“, sagt Dietz. Auch Fan­ta­sy durf­te nicht feh­len. Der Poke­mon Nacht­a­ra mit Cla­ris­sa aus Far­chant als Wald­geist und ihrem Freund Niek als Saty­rus Hir­ci­nus waren eben­so dabei wie der Dra­che, der kräf­tig unter sei­nem Kostüm schwitz­te. Nicht feh­len durf­te auch Josef Eschen­weck mit sei­nen Zau­ber­bur­gen. Die­se fili­gra­nen Laub­sä­ge­ar­bei­ten gab es schon im Mit­tel­al­ter. „Der Markt hier ist herr­lich und das Wet­ter passt auch“, sagt er. Dau­er­be­trieb herrsch­te an der histo­ri­schen Schiff­schau­kel von Rai­ner Ehmes aus Rothen­burg ob der Tau­ber und neu war dies­mal die Was­ser­guil­lo­ti­ne mit Erfri­schungs­ga­ran­tie. Neu auch das „Kel­ti­sche Aller­lei“ mit Holz­spiel­zeug, ein Leder­schuh­ma­cher, der Per­len- und Schwert­ma­cher oder ein Händ­ler der Mes­sing­schmuck feil­bot. Burg­her­rin Sabi­ne Dess zeig­te sich mit dem Besuch sehr zufrie­den. „Es ist wie vor Coro­na“, sagt sie und hofft, das es auch so bleibt.

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