Bür­ger­be­geh­ren „Ret­tet das Stadt­bad“ in Bay­reuth offi­zi­ell gestartet

Heu­te ist das Bür­ger­be­geh­ren „Ret­tet das Stadt­bad“ offi­zi­ell gestar­tet. Die Initia­to­ren, Manu­el Fried­rich, Geschäfts­füh­rer der DLRG Bay­reuth und Prä­si­dent der DLRG Bay­ern, Tina Kari­mi-Krau­se, Bezirks­ge­schäfts­füh­re­rin bei ver.di und Anja Anto­nia­li-Leist­ner, Mit­glied der Wäh­ler­ver­ei­ni­gung Bay­reu­ther Gemein­schaft, haben – getra­gen von ihren Ver­bän­den – die­ses Bür­ger­be­geh­ren auf den Weg gebracht. Es wird unter­stützt von einem brei­ten Bünd­nis wei­te­rer Orga­ni­sa­ti­on, u.a. der Fami­li­en­bil­dungs­stät­te, dem Stadt­ju­gend­ring Bay­reuth, dem DGB und der SPD. Auch vie­le Eltern­bei­rä­te von Kin­der­gär­ten und Schu­len unter­stüt­zen das Bür­ger­be­geh­ren aktiv. Wir erfah­ren auch viel Zustim­mung von Ein­zel­per­sön­lich­kei­ten. Eben­so hat das Baye­ri­sche Rote Kreuz und die Was­ser­wacht sich in einem öffent­li­chen Schrei­ben für den Erhalt des Stadt­ba­des ausgesprochen.

Die Bericht­erstat­tung in den Medi­en und die brei­te öffent­li­che Dis­kus­si­on haben dazu geführt, dass sehr vie­le Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­te in Bay­reuth sich offen für den Erhalt des Stadt­ba­des in Bay­reuth aus­ge­spro­chen haben.

Der Beschluss über den Abriss konn­te aus unse­rer Sicht in letz­ter Sekun­de ver­hin­dert wer­den. Lei­der ist das The­ma damit aber nicht vom Tisch. Eine Ent­schei­dung wur­de ledig­lich auf den Sep­tem­ber ver­tagt und die Stadt­wer­ke wur­den beauf­tragt, alter­na­ti­ve Stand­or­te zu prüfen.

Es wird bei den Initia­to­ren die Gefahr gese­hen, dass der Ober­bür­ger­mei­ster und die Stadt­wer­ke sich über­haupt nicht bemü­hen, mit der not­wen­di­gen Inten­si­tät nach alter­na­ti­ven Stand­or­ten zu suchen. „Wir fürch­ten, dass dann im Sep­tem­ber in den ver­schie­de­nen Gre­mi­en der Stadt­wer­ke fest­ge­stellt wird, man habe sich bemüht, aber lei­der kei­nen geeig­ne­te­ren Stand­ort gefun­den“, betont Fried­rich. Das Stadt­bad darf kein Stand­ort für die Erwei­te­rung eines Heiz­wer­kes sein. Vie­le sind fas­sungs­los, wie man über­haupt auf die Idee kom­men kann, das Stadt­bad abzureißen.

„Viel Mut macht uns die Bevöl­ke­rung: Wir haben in den letz­ten Tagen schon begon­nen, Unter­schrif­ten für ein Bür­ger­be­geh­ren zu sam­meln“, betont Kari­mi-Krau­se. Das Bür­ger­be­geh­ren „Ret­tet das Stadt­bad“ fin­det die über­wäl­ti­gen­de Zustim­mung aller Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stadt Bayreuth.

„In den Gesprä­chen hören wir immer wie­der die Argu­men­te, dass die Ent­schei­dun­gen der Poli­tik, wie so oft, zu Lasten der Kin­der und der Men­schen getrof­fen wür­den, die wenig Ein­kom­men haben. Das Stadt­bad sei doch schließ­lich innen­stadt­nah und über­haupt sehr gut besucht. Auch das Gebäu­de sei wegen sei­ner Geschich­te unbe­dingt als Schwimm­bad erhal­tens­wert. Im Übri­gen gebe es in Bay­reuth kei­ne Alter­na­ti­ve zur Klein­schwimm­hal­le, die vor allem von Kin­der­gär­ten genutzt wer­de. Auch das Argu­ment, dass das Schwimm­bad ja nicht bau­fäl­lig sei, sehr vie­le Mit­tel inve­stiert wur­den und auch aktu­ell inve­stiert wer­den und die hier bestehen­de Infra­struk­tur ohne Not zer­stört wür­de, haben wir häu­fig gehört.“ Mit die­sen Aus­sa­gen fasst Fried­rich die Mei­nung derer zusam­men, die sich bereits in den letz­ten bei­den Tagen in die Unter­schrif­ten­li­sten ein­ge­tra­gen haben. „Wir sind sehr zuver­sicht­lich, dass wir bis Anfang Sep­tem­ber die erfor­der­li­chen Unter­schrif­ten für einen Bür­ger­ent­scheid gesam­melt haben werden.“

Wie die Stadt­wer­ke selbst mit­ge­teilt haben, sol­len die Fern­wär­me­lei­tun­gen zwi­schen den bei­den Heiz­wer­ken im Stadt­zen­trum und im Süden der Stadt mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den. Eine Erwei­te­rung der Fern­wär­me ist daher an vie­len Stand­or­ten mög­lich. Stadt­rat Wed­lich, die Frak­ti­on von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen und ande­re haben schon alter­na­ti­ve Stand­or­te in die Dis­kus­si­on eingebracht.

OB Ebers­ber­ger hin­ge­gen hat mit sei­nen Aus­sa­gen pola­ri­siert: Ent­we­der ein „war­mes Schwimm­bad oder war­me Woh­nun­gen“. Es darf ihm nicht gelin­gen, die Auf­ga­be der Daseins­vor­sor­ge der Stadt und der Stadt­wer­ke Bay­reuth für die Bereit­stel­lung von Schwimm­bä­dern gegen den Kli­ma­schutz auszuspielen.

Die von den Stadt­wer­ken vor­ge­schla­ge­ne Erwei­te­rung des Heiz­wer­kes mit Geo­ther­mie, Wär­me­pum­pen und Hack­schnit­zel hal­ten wir im Übri­gen für völ­lig ver­fehlt. Geo­ther­mie ist in Bay­reuth schlecht nutz­bar, Wär­me­pum­pen las­sen sich bes­ser dezen­tral nut­zen und Hack­schnit­zel sind, wie auch der BUND in den letz­ten Tagen zu Recht fest­ge­stellt hat, obwohl es sich um einen nach­wach­sen­den Roh­stoff han­delt, nicht klimaschonend.

Las­sen Sie uns noch­mals beto­nen, welch hohen wirt­schaft­li­chen Wert das Stadt­bad besitzt. Der Neu­bau eines Lehr­schwimm­beckens wür­de ca. 7 Mio. EUR kosten, wie wir am Bei­spiel eines Bür­ger­be­geh­rens in Burg­kunst­adt sehen kön­nen. Für den Neu­bau eines ein­fa­chen Schwimm­ba­des mit 4 x 25 Metern Schwimm­becken wer­den in Ober­bay­ern ca. 14 Mio. EUR ver­an­schlagt. Wir reden also um einen Wert von ca. 20 Mio. EUR, den die Stadt­wer­ke Bay­reuth ver­nich­ten möch­ten, um ein Grund­stück von 2.000 Qua­drat­me­tern zu erhal­ten. Dies ist gemein­wohl­öko­no­mi­scher Unsinn.

Mit dem Bür­ger­be­geh­ren suchen wir wahl­be­rech­tig­te Bay­reu­ther, die den Volks­ent­scheid unter­stüt­zen. Wer das Bür­ger­be­geh­ren unter­stüt­zen möch­te, kann auch selbst aktiv wer­den. Die Unter­schrif­ten­li­ste gibt es auf der Home­page „ret​tet​-das​-stadt​bad​.de“ als Down­load. Auf die­sem Wege kön­nen alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die in der Stadt Bay­reuth wahl­be­rech­tigt sind, sich die Liste her­un­ter­la­den und Freun­de, Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen anspre­chen, das Bür­ger­be­geh­ren zu unter­stüt­zen. Die Listen kön­nen ent­we­der per­sön­lich oder per Post in ver­schie­de­nen Brief­kä­sten der unter­stüt­zen­den Orga­ni­sa­tio­nen ein­ge­wor­fen wer­den. Natür­lich wer­den wir auch auf der Stra­ße Unter­schrif­ten sam­meln. Erfor­der­lich sind sechs Pro­zent der wahl­be­rech­tig­ten Bevölkerung.

Und die ersten Erfah­run­gen beim Sam­meln der Unter­schrif­ten sind über­wäl­ti­gend. Zwei Per­so­nen haben gestern in zwei Stun­den über 160 Unter­schrif­ten gesam­melt. Das macht uns zuversichtlich.

1 Antwort

  1. Fritz Miosga sagt:

    Dan­ke, dass Ihr 3 Euch so enga­giert. Ich habe bereits 2020 einen Leser­brief in der glei­chen Sache geschrie­ben, der eine gro­sse Reso­nanz hat­te. Ich wer­de mich wei­ter für das Stadt­bad und sei­nen Erhalt ein­set­zen, kann sicher eini­ge Stim­men beschaf­fen und suche den Kon­takt zu Euch. Mel­det Euch! u.a. über 0921/69375. Viel Erfolg für uns alle! Mit frdl. Grüssen.

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