Bay­reuth: IG BAU Ober­fran­ken warnt vor Bezah­lung zum Mindestlohn

IG BAU Oberfranken zum Mindestlohn 2022
Damit sie beim Lohn nicht ins Rutschen kommen: Für die Reinigungskräfte im Landkreis Bayreuth fordert die Gewerkschaft IG BAU deutlich mehr Geld. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

IG BAU warnt vor Bezah­lung zum Min­dest­lohn | „13,73 Euro als Minimum“

Kreis Bay­reuth: Mehr Geld für 270 Rei­ni­gungs­kräf­te gefordert

Sie rei­ni­gen Schu­len und Büros, sor­gen für Hygie­ne in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­hei­men: Die 270 Rei­ni­gungs­kräf­te im Land­kreis Bay­reuth machen nicht nur in Pan­de­mie-Zei­ten einen unver­zicht­ba­ren Job. Doch bei der Bezah­lung droht den Beschäf­tig­ten ein her­ber Rück­schritt. Davor warnt die Gebäu­de­rei­ni­ger-Gewerk­schaft IG BAU. „Aktu­ell erhal­ten Rei­ni­gungs­kräf­te min­de­stens 11,55 Euro pro Stun­de – also weit mehr als den gesetz­li­chen Min­dest­lohn. Aber der wird schon im Okto­ber auf 12 Euro stei­gen. Pas­siert bis dahin nichts, wür­den Gebäu­de­rei­ni­ge­rin­nen dann mit dem abso­lu­ten Lohn-Mini­mum nach Hau­se gehen.

Für die wich­ti­ge und fach­li­che Arbeit, die sie lei­sten, ist das ein­deu­tig zu wenig“, sagt Uwe Behrendt.

Der Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Ober­fran­ken for­dert des­halb, dass Beschäf­tig­te auch wei­ter­hin „deut­lich mehr als den gesetz­li­chen Min­dest­lohn bekom­men sol­len“ – und zwar min­de­stens 13,73 Euro pro Stun­de. Eine kon­kre­te Zahl, für die der Gewerk­schaf­ter kla­re Grün­de nennt: „Der spe­zi­el­le Bran­chen­min­dest­lohn in der Gebäu­de­rei­ni­gung lag bis­her 1,73 Euro über der gesetz­li­chen Lohn­un­ter­gren­ze. Das muss auch so blei­ben. Nur wenn die Bezah­lung wei­ter attrak­tiv ist, wird es Fir­men gelin­gen, über­haupt noch Per­so­nal für die Bran­che zu fin­den“, so Beh­rendt. Die IG BAU for­dert, dass gleich­zei­tig die Ein­kom­men für Fach­leu­te – etwa in der Glas- und Fas­sa­den­rei­ni­gung – deut­lich zulegen.

Auch mit Blick auf die Preis­stei­ge­run­gen kom­me es jetzt dar­auf an, dass die Beschäf­tig­ten ein kräf­ti­ges Lohn-Plus erhiel­ten. Nach Anga­ben des Sta­ti­sti­schen Bun­des­am­tes erreich­te die Infla­ti­ons­ra­te im April mit 7,4 Pro­zent einen neu­en Höchst­stand seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung. „Men­schen mit klei­nem Geld­beu­tel wis­sen oft nicht mehr, wie sie bis zum Monats­en­de durch­kom­men sol­len. Teu­re Ener­gie und Lebens­mit­tel machen gera­de auch Rei­ni­gungs­kräf­ten zu schaf­fen. Sie arbei­ten oft in Teil­zeit und müs­sen jeden Cent zwei­mal umdre­hen“, so Behrendt.

Bei der letz­ten Tarif­ver­hand­lung am 23. Mai habe der Bun­des­in­nungs­ver­band des Gebäu­de­rei­ni­ger-Hand­werks (BIV) jedoch „nichts vor­ge­legt, was auf einen schnel­len Tarif­ab­schluss hof­fen lässt“. Die Arbeit­ge­ber soll­ten ihre Offer­te nun rasch auf­bes­sern – um Ärger mit ihren Beschäf­tig­ten zu ver­mei­den, so die IG BAU Ober­fran­ken. Unter dem Mot­to „Wir schwit­zen nicht für Min­dest­lohn“ berei­te­ten sich Rei­ni­gungs­kräf­te in der Regi­on schon auf Pro­test-Aktio­nen vor. Die Tarif­ver­hand­lun­gen für die bun­des­weit rund 700.000 Beschäf­tig­ten gehen am 2. Juni in Frank­furt am Main in die näch­ste Runde.

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