Erlan­ger GEW-Stu­dis pro­te­stie­ren auf dem Oster­marsch gegen Rüstungs­for­schung an der FAU

Am Sams­tag, dem 16.04.22 fin­det um 12:00 Uhr auf dem Lan­ge­marck­platz der Erlan­ger Oster­marsch statt. Die­ser wird vom Erlan­ger Bünd­nis für den Frie­den (EBF) orga­ni­siert. Die Hoch­schul­grup­pe der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) an der FAU Erlan­gen-Nürn­berg (GEW Stu­dis FAU) ruft alle Stu­die­ren­den und alle ande­ren Ange­hö­ri­ge der FAU auf, am Oster­marsch teil­zu­neh­men. Sie kri­ti­sie­ren unter ande­rem, dass trotz Zivil­klau­sel an der der FAU für Rüstung geforscht wird.

Im Leit­bild der FAU steht seit 2016 eine Zivilklausel:
„Wir sind uns der gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung und der Fol­gen unse­rer For­schung bewusst. Wir hal­ten aner­kann­te ethi­sche und mora­li­sche Stan­dards auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne nicht nur selbst­ver­ständ­lich ein, son­dern set­zen uns fort­wäh­rend für deren Wei­ter­ent­wick­lung ein, nicht zuletzt, indem wir sub­stan­zi­ell zu einer trans­pa­ren­ten, öffent­li­chen und inter­dis­zi­pli­nä­ren Dis­kus­si­on bei­tra­gen. In die­sem Sin­ne för­dern wir ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Han­deln und ebnen Wege zu einem gerech­ten und fried­li­chen Zusam­men­le­ben zwi­schen Men­schen, Kul­tu­ren und Natio­nen.“ [2]

Die­se Zivil­klau­sel kommt jedoch kaum zur Anwen­dung und wäre auch bei kon­se­quen­ter Umset­zung noch lücken­haft. So hat die FAU zum Bei­spiel in den Jah­ren 2017 bis 2020 Zuwen­dun­gen von Sei­ten des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums der Ver­tei­di­gung in Höhe von ins­ge­samt 255.000€ zur Her­stel­lung von Pan­zer­ke­ra­mi­ken erhal­ten [3], [4]. Die­ser Werk­stoff mit „ver­bes­ser­ten mecha­ni­schen und bal­li­sti­schen Eigenschaften“[4] kann von den Insti­tu­tio­nen der Bun­des­wehr u.A. zur Ent­wick­lung von Pro­jek­ti­len ver­wen­det werden.
Eine Uni, die dem fried­li­chen Zusam­men­le­ben ver­pflich­tet ist, sieht anders aus!

„Wir wol­len nicht für Krieg for­schen und auch For­schung an Waf­fen und Über­wa­chungs­in­stru­men­ten, die von Poli­zei und Geheim­dien­sten poten­zi­ell gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung ein­ge­setzt wer­den kön­nen, von vor­ne­her­ein aus­schlie­ßen! Dafür brau­chen wir eine Zivil­klau­sel, die die Betei­li­gung an Pro­jek­ten mit mili­tä­ri­schem Ziel und/​oder Nut­zen klar ablehnt und eine trans­pa­ren­te Über­prü­fung aller Dritt­mit­tel­an­trä­ge, ins­be­son­de­re von bereits als pro­ble­ma­tisch bekann­ten Auf­trag­ge­bern, unter Ein­be­zie­hung aller Sta­tus­grup­pen (Stu­die­ren­de, wis­sen­schaft­lich und nicht­wis­sen­schaft­li­che Beschäf­tig­te, Professor:innen)“, sagt Lau­ra Rie­gel, die für die GEW Stu­dis auf dem Oster­marsch spre­chen wird.

Sich für den Frie­den ein­zu­set­zen heißt, auch und gera­de in schwie­ri­gen Zei­ten, den wis­sen­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Aus­tausch nach Mög­lich­keit auf­recht zu erhal­ten Bei tat­säch­lich dem Frie­den ver­pflich­te­ter For­schung steht dem doch nichts entgegen.

„Wir Wissenschaftler:innen, Stu­die­ren­de und Beschäf­tig­te tra­gen Ver­ant­wor­tung dafür, dass Wis­sen­schaft dem Woh­le aller Men­schen dient. Wir for­schen, leh­ren, ler­nen und arbei­ten nicht für Zer­stö­rung und Unter­drückung!“, so Riegel.

Kon­kret for­dern die GEW Stu­dis an der FAU:

  • Zivil­klau­sel leben: Dritt­mit­tel­an­trä­ge an Rüstungs­un­ter­neh­men und Ein­rich­tun­gen des Mili­tärs unter­bin­den! Demo­kra­ti­scher Über­prü­fungs­me­cha­nis­mus der Dritt­mit­tel­an­trä­ge! Kriegs­trei­ber blacklisten!
  • Kei­ne For­schung zur Mili­ta­ri­sie­rung der Innen­po­li­tik! Nein zu auto­ma­ti­schen Über­wa­chungs­sy­ste­men, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung und Auf­rü­stung der Polizei!
  • Ein­füh­rung einer ech­ten Zivil­klau­sel, die sich expli­zit gegen mili­tä­ri­sche For­schung stellt nach dem Vor­bild der Hoch­schu­le Bremen:
    „Stu­di­um, Leh­re und For­schung an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg die­nen aus­schließ­lich fried­li­chen Zwecken. Die Uni­ver­si­tät lehnt die Betei­li­gung von Wis­sen­schaft und For­schung an Pro­jek­ten mit mili­tä­ri­scher Nut­zung bzw. Ziel­set­zung ab.“ [5]
  • Kei­ne Mili­tär- und Rüstungs­wer­bung an der Uni!
  • Pro­jek­te der Völ­ker­ver­stän­di­gung för­dern! Wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch gera­de in schwie­ri­gen Zei­ten nicht abbre­chen! Stu­die­ren­de und For­schen­de aller Län­der will­kom­men heißen!

Den voll­stän­di­gen Kam­pa­gnen­auf­ruf „Uni gegen Krieg! FAU abrü­sten!“ und auf die durch ecki­ge Klam­mern und Zah­len ver­wie­sen Quel­len fin­den Sie hier: https://​www​.gew​-bay​ern​.de/​a​k​t​u​e​l​l​e​s​/​d​e​t​a​i​l​s​e​i​t​e​/​u​n​i​-​g​e​g​e​n​-​k​r​i​e​g​-​f​a​u​-​a​b​r​u​e​s​ten

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