Bam­berg: Sai­son­er­öff­nung des Histo­ri­schen Museums

Blick in die Ausstellung mit Vierzehnheiligenmodell. Foto Julia Heine

Mit einer neu­ge­stal­te­ten Stu­dio­aus­stel­lung des Histo­ri­schen Ver­eins Bam­berg star­tet vor Ostern das Histo­ri­sche Muse­um Bam­berg am Dom­berg in die aktu­el­le Aus­stel­lungs­sai­son. Gezeigt wer­den High­lights aus den umfang­rei­chen Samm­lun­gen des Ver­eins. Im Rah­men eines neu­en Kon­zepts sol­len künf­tig regel­mä­ßig immer wie­der ande­re Objek­te in den Fokus gerückt wer­den, um der Viel­falt und Bedeu­tung des rei­chen Bestands gerecht zu wer­den. Dr. Kri­stin Kne­bel, seit Jah­res­be­ginn neue Direk­to­rin der Muse­en der Stadt Bam­berg, begrüß­te die Gäste im neu­ge­stal­te­ten Foy­er des Histo­ri­schen Muse­ums. Bevor es in die Räum­lich­kei­ten des Histo­ri­schen Ver­eins zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung ging, berich­te­te Kne­bel kurz über die ersten Ideen zur Erneue­rung des Hauses.

Als klei­nen Vor­griff auf die in den näch­sten Jah­ren geplan­te Umge­stal­tung des Histo­ri­schen Muse­ums und die Neu­ent­wick­lung sei­ner Aus­stel­lun­gen erfah­ren ein­zel­ne Berei­che der­zeit bereits eine Umge­stal­tung und wer­den noch im Lau­fe des Früh­jahrs den Gästen wie­der zugäng­lich sein. Das Histo­ri­sche Muse­um ist zugleich histo­risch und bau­lich ein hoch­be­deu­ten­der Ort am Dom­berg. Hier leb­ten und wirk­ten Köni­ge, Kai­ser und Bischö­fe, bis die soge­nann­te Alte Hof­hal­tung von der Neu­en Resi­denz abge­löst wur­de. Das Gebäu­de birgt heu­te noch die Spu­ren des Hoch- und Spät­mit­tel­al­ters und reprä­sen­tiert sich zum Platz hin mit sei­ner schö­nen Renais­sance­fas­sa­de. Als Muse­um 1938 für die städ­ti­schen Samm­lun­gen ein­ge­rich­tet, stellt die Hof­hal­tung Muse­ums­ma­cher vor die Her­aus­for­de­rung, Denk­mal­pfle­ge und Sicht­bar­ma­chung des histo­ri­schen Bau­be­stan­des mit einer zeit­ge­mä­ßen Aus­stel­lungs­ge­stal­tung und den The­men des 21. Jahr­hun­derts zu ver­bin­den. Das wird ein Teil des Master­pla­nes für die Muse­en der Stadt Bam­berg sein, der Ende 2022 fer­tig­ge­stellt sein soll. Kne­bel beton­te in die­sem Zusam­men­hang auch die enge Koope­ra­ti­on der Muse­en am Dom­berg. Die neu­en Muse­ums­lei­tun­gen sind in ste­tem Aus­tausch und wol­len den Dom­berg gemein­sam wei­ter­ent­wickeln, wenn sie auch unter­schied­li­chen Insti­tu­tio­nen angehören.

Als näch­stes wird dann ab 15. Mai 2022 – dem Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag – die Aus­stel­lung „Holz macht Sachen“ zu sehen sein, ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt vie­ler Muse­en, um Nach­hal­tig­keits­the­men auch im Rah­men eines umfang­rei­chen Ver­mitt­lungs­pro­gramms in Zusam­men­ar­beit mit den Forst­äm­tern zu prä­sen­tie­ren. Außer­dem wird es im Früh­jahr eine klei­ne Prä­sen­ta­ti­on zu Fritz Bay­er­lein geben. Neu ist auch der freie Ein­tritt für alle an jedem ersten Sonn­tag im Monat.

Histo­ri­scher Verein

Am 8. Juli 1830 gegrün­det, gehö­ren dem Ver­ein heu­te knapp 900 Mit­glie­der an. Er beschäf­tigt sich mit der Geschich­te des ehe­ma­li­gen Hoch­stifts Bam­berg von der Vor­ge­schich­te bis zur Zeit­ge­schich­te. Der Ver­ein besitzt u. a. eine gro­ße Samm­lung kunst- und kul­tur­ge­schicht­li­cher Objek­te. Vor allem wäh­rend der ersten 40 Jah­re der Ver­eins­ge­schich­te gin­gen zahl­rei­che Schen­kun­gen vor allem aus dem begü­ter­ten Kreis der Bevöl­ke­rung ein: prä­hi­sto­ri­sche Fun­de, Mün­zen und Medail­len, Hand­schrif­ten und Bücher, Gra­fi­ken, Gemäl­de und Kunst­ge­gen­stän­de. Der­zeit ist das vor­ran­gi­ge Anlie­gen des Ver­eins das Restau­rie­ren und Erschlie­ßen sei­ner umfang­rei­chen Samm­lung. Tei­le der Samm­lung wer­den von den Muse­en der Stadt Bam­berg auf­be­wahrt und fin­den Ein­gang in die Aus­stel­lun­gen des Histo­ri­schen Museums.

Gute Part­ner­schaft

Die Bezie­hung zum Histo­ri­schen Muse­um ist für bei­de Sei­ten ein glück­li­cher Umstand. Das Histo­ri­sche Muse­um kann Samm­lungs­ge­gen­stän­de des Histo­ri­schen Ver­eins zei­gen, soweit sie der aktu­el­len Kon­zep­ti­on des Muse­ums ent­spre­chen und der Ver­ein hat das Nut­zungs­recht des Muse­ums­de­pots. Dies bie­tet also Vor­tei­le für bei­de Insti­tu­tio­nen. So ergab es sich dann, dass der HV mit recht vie­len klei­nen, aber auch mit gro­ßen Aus­stel­lun­gen im Histo­ri­schen Muse­um an die Öffent­lich­keit tre­ten konn­te. Bei­spie­le dafür sind die Aus­stel­lun­gen zum 175-jäh­ri­gen Bestehen des Ver­eins oder die über den Model­leur Carl Schropp, mit sei­nen Altä­ren und Kir­chen­mo­del­len aus Papp­ma­ché, für die der ehe­ma­li­ge Lei­ter des Stadt­ar­chivs – Dr. Robert Zink – fast zwei Jah­re lang For­schungs­ar­beit lei­ste­te. Dabei ist es nicht immer leicht, bei aus­schließ­lich ehren­amt­lich Enga­gier­ten, die alle beruf­lich tätig sind, neben­bei noch Aus­stel­lun­gen vorzubereiten.

High­lights

In die­sem Jahr wur­de kein spe­zi­fi­sches The­ma gewählt, son­dern unter neu­em Kon­zept diver­se High­lights aus den Samm­lun­gen aus­ge­sucht, die viel­leicht nicht alle spek­ta­ku­lär aus­se­hen, es auf ihre Wei­se aber doch sind. Dabei sei es auch nicht wich­tig, ob etwas schön ist oder aus wert­vol­len Mate­ria­li­en gefer­tigt wur­de, erklär­te Dr. Mari­na Schein­ost, Vor­sit­zen­de des HV Bam­berg, im Rah­men der Aus­stel­lungs­er­öff­nung. Denn die­se Merk­ma­le sei­en immer abhän­gig von den gera­de gel­ten­den Schön­heits­be­grif­fen einer Gesell­schaft. Das Lei­nen­hand­tuch aus der frü­he­ren Frau­en­kli­nik habe für den Histo­ri­schen Ver­ein kei­nen gerin­ge­ren Stel­len­wert als eine Skulp­tur aus wert­vol­lem Mate­ri­al, die von einem aner­kann­ten Künst­ler gefer­tigt wur­de, so Schein­ost wei­ter. „Denn für uns ist die Bedeu­tung der Din­ge für oder inner­halb einer Gesell­schaft oder Lebens­ge­mein­schaft wich­tig. Nichts­de­sto­trotz prä­sen­tie­ren wir natür­lich auch ger­ne Objek­te, die den all­ge­mein aner­kann­ten Maß­stä­ben von Schön­heit ent­spre­chen. Und das kön­nen Sie an den Wän­den und in den Vitri­nen sehen.“

MUSE­EN DER STADT BAMBERG

Histo­ri­sches Muse­um Bamberg
Alte Hof­hal­tung, Dom­platz 7, 96049 Bamberg
Tel. +49 (0)951.87 1140 (Kas­se), +49 (0)951.87 1142 (Ver­wal­tung)
www​.muse​um​.bam​berg​.demuseum@​stadt.​bamberg.​de
Öff­nungs­zei­ten: Di-So u. fei­er­tags 10–17 Uhr

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