Land­kreis Bam­berg über­gibt Bewer­bung um das Euro­päi­sche Kul­tur­er­be-Sie­gel beim Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst

Die trans­na­tio­na­le Bewer­bung um das Euro­päi­sche Kul­tur­er­be-Sie­gel des Cister­s­capes-Pro­jekts „Cister­ci­an land­s­capes con­nec­ting Euro­pe“ unter Feder­füh­rung des Land­krei­ses Bam­berg als Trä­ger und Initia­tor wur­de am 23. Novem­ber bei Staats­mi­ni­ster Bernd Sibler, Baye­ri­sches Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst eingereicht.

Offizielle Übergabe der Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel an Staatsminister Bernd Sibler, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, v.l.n.r.: Alexandra Baier (Projektleitung „Cisterscapes“ - Europäisches Kulturerbe-Siegel), Dr. Thomas Büttner (Wissenschaftlicher Beirat), Staatsminister Bernd Sibler (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) , Holger Dremel (MdL), Landrat Johann Kalb (Landkreis Bamberg). Foto: StMWK, A.König

Offi­zi­el­le Über­ga­be der Bewer­bung um das Euro­päi­sche Kul­tur­er­be-Sie­gel an Staats­mi­ni­ster Bernd Sibler, Baye­ri­sches Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst, v.l.n.r.: Alex­an­dra Bai­er (Pro­jekt­lei­tung „Cister­s­capes“ – Euro­päi­sches Kul­tur­er­be-Sie­gel), Dr. Tho­mas Bütt­ner (Wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat), Staats­mi­ni­ster Bernd Sibler (Baye­ri­sches Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst) , Hol­ger Dre­mel (MdL), Land­rat Johann Kalb (Land­kreis Bam­berg). Foto: StMWK, A.König

Kunst­mi­ni­ster Bernd Sibler betont: „Ich freue mich sehr über die­se Bewer­bung, denn das Pro­jekt Cister­s­capes ist wirk­lich ein­zig­ar­tig. Noch nie haben sich so vie­le Stät­ten in unter­schied­li­chen Län­dern zusam­men­ge­schlos­sen, um in einem trans­na­tio­na­len Pro­jekt ihr gemein­sa­mes Kul­tur­er­be sicht­bar zu machen. Die­se Bewer­bung zeigt also: Unser gemein­sa­mes euro­päi­sches Kul­tur­er­be ver­bin­det uns. In Zei­ten von Euro­pa­skep­sis oder gar Euro­pa­feind­lich­keit ist es beson­ders wich­tig, dass die Bedeu­tung Euro­pas und sei­ner fun­da­men­ta­len Wer­te sicht­bar gemacht wird. Genau dies lei­stet das Kul­tur­er­be-Sie­gel, indem es den Zugang zum euro­päi­schen Kul­tur­er­be erleich­tert und den inter­kul­tu­rel­len Dia­log för­dert. Ich dan­ke daher den Betei­lig­ten für ihr groß­ar­ti­ges Enga­ge­ment, allen vor­an dem Land­kreis Bam­berg und dem Lan­des­amt für Denkmalpflege.“

Zusam­men mit allen 17 Part­ner­stät­ten ist das Pro­jekt „Cister­s­capes – cister­ci­an land­s­capes con­nec­ting Euro­pe“ im Ren­nen um das Euro­päi­sche Kul­tur­er­be-Sie­gel. Am 23. Novem­ber über­gab Land­rat Johann Kalb mit Ver­tre­tern des wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats und dem Cister­s­capes-Pro­jekt­team die 500 Sei­ten star­ke Bewer­bung per­sön­lich an Staats­mi­ni­ster Bernd Sibler. Außer­dem erhielt der Staats­mi­ni­ster einen Geschenk­korb mit beson­de­ren Spe­zia­li­tä­ten aus den betei­lig­ten Klo­ster­land­schaf­ten sowie einen Laib Brot in Form der Cister­s­capes-Roset­te, das eigens für den Ter­min von der Bäcke­rei der JVA Ebrach gebacken wurde.

Vor der fina­len Ent­schei­dung, ob die Zister­zi­en­ser­land­schaf­ten das Sie­gel erhal­ten, hat die Bewer­bung aller­dings noch einen lan­gen Weg vor sich. Vom Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst wird sie am 30. Novem­ber an die Kul­tus­mi­ni­ster­kon­fe­renz der Län­der (KMK) wei­ter­ge­lei­tet. Dort erfolgt eine umfang­rei­che Prü­fung und Eva­lu­ie­rung durch ein Exper­ten­gre­mi­um. Auf die­ser Grund­la­ge ent­schei­det die KMK bis spä­te­stens Anfang 2023 über die Berück­sich­ti­gung von „Cister­s­capes“ im Rah­men der natio­na­len Vor­auswahl. Bei einer posi­ti­ven Ent­schei­dung und Vor­la­ge an die EU-Kom­mis­si­on als trans­na­tio­na­le Stät­te wird der Antrag im Anschluss ein­ge­hend durch eine euro­päi­sche Fach­ju­ry geprüft, die fina­le Bestä­ti­gung erfolgt schließ­lich durch die Euro­päi­sche Kommission.

Land­rat Johann Kalb unter­strich bei der Über­ga­be noch­mals: „Unse­re wich­tig­ste Auf­ga­be ist die Ver­bin­dung Euro­pas, und dafür enga­gie­ren wir uns über die Gren­zen hin­weg mit unse­ren Part­nern seit 2018. Die Arbeit an der größ­ten trans­na­tio­na­len Bewer­bung in der Geschich­te des Sie­gels wur­de nun in einem ersten Schritt erfolg­reich auf den Weg gebracht“.

Neben der Euro­päi­schen Dimen­si­on legt die EU vor allem Wert auf Bewusst­seins­bil­dung, Ver­mitt­lung und Aus­tausch sowie Ver­net­zung. Und damit schließt sich der Kreis zur Bedeu­tung des Zister­zi­en­ser­or­dens, steht er doch seit sei­ner Grün­dung im Jahr 1098 für die euro­päi­sche Ver­net­zung eines effi­zi­ent agie­ren­den Ver­bun­des. Aus­ge­hend vom Mut­ter­klo­ster Citeaux und des­sen vier Pri­mar­ab­tei­en ver­brei­te­te sich der Orden erfolg­reich über ganz Euro­pa. Als erste rechts­rhei­ni­sche Grün­dung von Mori­mond wur­de die Zister­ze Ebrach 1127 gegrün­det, deren histo­ri­sche Kul­tur­land­schaft sich heu­te über die fünf Land­krei­se Haß­ber­ge, Kit­zin­gen, Lich­ten­fels, Neustadt/​Aisch und Schwein­furt erstreckt.

Die fina­le Rück­mel­dung der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, ob die Bewer­bung von Erfolg gekrönt ist, erfolgt erst zu Beginn 2024.

Bis zur Ver­lei­hung des Sie­gels im Jahr 2024 wer­den schon seit 2019 gemein­sa­me trans­na­tio­na­le Koope­ra­ti­ons­pro­jek­te umge­setzt, u.a. die Kon­zep­ti­on des Euro­päi­schen Fern­wan­der­we­ges „Weg der Zister­zi­en­ser“, geför­dert unter ande­rem durch LEA­DER-Mit­tel. „Die geplan­ten Maß­nah­men tra­gen ganz unmit­tel­bar auch zur Stär­kung des länd­li­chen Raums bei, die Wei­chen für die kom­men­den Jah­re wer­den bereits jetzt gestellt“, stell­te Land­rat Johann Kalb abschlie­ßend fest.

Zukünf­tig geht es dar­um, aus­ge­hend vom Haupt­ort Ebrach die gesam­te Klo­ster­land­schaft Ebrach in ihrer Viel­falt einer inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit aus dem In- und Aus­land zu ver­mit­teln. Dabei sol­len ver­stärkt auch die „Außen­stel­len“ bespielt wer­den, die bis 1803 „ebra­chisch“ waren: Allen vor­an die die Orte der Amts­hö­fe in Ober­schwap­pach, Burg­wind­heim, Main­stock­heim oder Sulz­heim, aber auch prä­gen­den Land­schafts­ele­men­te selbst wie Alt­stra­ßen, Wein­berg­ter­ras­sen, Wei­h­er­ket­ten und vie­les mehr. Spu­ren klö­ster­li­cher Prä­gung gibt es zahl­rei­che, sie gilt es zu ent­decken und zu erle­ben. Die EKS-Aus­zeich­nung bedeu­tet für alle betei­lig­ten Regio­nen einen nach­hal­ti­gen tou­ri­sti­schen und damit auch wirt­schaft­li­chen Mehrwert.


Das Pro­jekt „Cister­s­capes – Cister­ci­an land­s­capes con­nec­ting Euro­pe“ zur Vor­be­rei­tung der Bewer­bung und Inwert­set­zung von Klo­ster­land­schaf­ten wird geför­dert durch das Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten und den Euro­päi­schen Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums (ELER), durch die Stif­tung der Spar­kas­se Bam­berg zur För­de­rung von Kunst, Kul­tur und Denk­mal­pfle­ge, die Ober­fran­ken­stif­tung sowie das Erz­bis­tum Bam­berg, das Bis­tum Würz­burg und das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge. Koope­ra­ti­ons­mit­tel kom­men auch aus den Part­ner-Land­krei­sen Haß­ber­ge, Kit­zin­gen, Lich­ten­fels, Neustadt/​Aisch, Schwein­furt und Tir­schen­reuth sowie aus den Städ­ten Lich­ten­fels und Wald­sas­sen. Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt unter www​.cister​s​capes​.eu

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