Uni­ver­si­tät Bay­reuth bie­tet ab Herbst 2021 ein neu­es Zusatz­stu­di­um: Daten­kom­pe­tenz (Data Literacy)

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Die Digi­ta­li­sie­rung bewirkt einen gesell­schaft­li­chen Wan­del, der auch die indi­vi­du­el­le All­tags­er­fah­rung betrifft und nach­hal­tig ver­än­dert. Zuneh­mend kom­men wir mit algo­rith­misch getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen in Berüh­rung. Pro­zes­se des maschi­nel­len Ler­nens oder der künst­li­chen Intel­li­genz beein­flus­sen unser Leben mehr und mehr. Das Zusatz­stu­di­um Daten­kom­pe­tenz (Data Liter­acy) bie­tet die Uni­ver­si­tät Bay­reuth neu ab dem WS 2021/22 an.

Im Zusatz­stu­di­um Daten­kom­pe­tenz – Data Liter­acy – erwer­ben Stu­die­ren­de Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten, um Daten auf kri­ti­sche Art und Wei­se zu sam­meln, zu ver­wal­ten, zu ana­ly­sie­ren und anzu­wen­den. Das Zusatz­stu­di­um dient dem Erwerb von wis­sen­schaft­li­chen sowie beruf­li­chen Teil­qua­li­fi­ka­tio­nen und berei­tet Stu­die­ren­de auf beruf­li­che Auf­ga­ben vor, die sie in einer digi­ta­li­sier­ten Wirt­schaft und Gesell­schaft zu erfül­len haben. „Ganz wich­tig für den Beruf ist die Kom­pe­tenz zur selbst­stän­di­gen, geziel­ten Durch­füh­rung einer Daten­ana­ly­se. Unse­re Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten ken­nen die Fall­stricke, die bei der Daten­mo­del­lie­rung und ‑aus­wer­tung lau­ern. Sie kön­nen erkennt­nis­för­dern­de Metho­den aus­wäh­len und anwen­den. Und sie sind in der Lage, Ergeb­nis­se zu visua­li­sie­ren und zu kom­mu­ni­zie­ren“, sagt Prof. Dr. Mir­co Schön­feld, Stu­di­en­gangs­mo­de­ra­tor und Inha­ber der Juni­or­pro­fes­sur Daten­mo­del­lie­rung und inter­dis­zi­pli­nä­re Wissensgenerierung.

Schließ­lich sei auch die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit eine wich­ti­ge Kom­pe­tenz, so Schön­feld. Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten wür­den die Anfor­de­run­gen von Algo­rith­men an Daten ken­nen und wis­sen, wel­che Model­lie­rungs­ent­schei­dun­gen sich dahin­ter ver­ber­gen. Sie könn­ten kom­pe­tent mit­re­den und kri­tisch ein­schät­zen, wenn es um maschi­nel­les Ler­nen, künst­li­che Intel­li­genz oder ein­fa­che Daten­ana­ly­sen geht. Das Zusatz­stu­di­um bün­de­le daher grund­le­gen­de Kon­zep­te der Infor­ma­tik und des Umgangs mit Daten, ver­mit­te­le Arbeits- und Denk­wei­sen der Infor­ma­tik und för­de­re eine kri­ti­sche Per­spek­ti­ve auf den Umgang mit Daten. Stu­die­ren­de erhiel­ten Ein­blick in zen­tra­le Berei­che der Daten­kom­pe­tenz, wozu die Samm­lung, das Manage­ment, die Eva­lua­ti­on von Daten gehör­ten sowie daten­ba­sier­te Erkennt­nis- und Entscheidungsprozesse.

Um algo­rith­misch getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen kri­tisch hin­ter­fra­gen zu kön­nen, ist ein Ver­ständ­nis der zugrun­de­lie­gen­den Ver­fah­ren, Tech­ni­ken und Denk­wei­sen essen­ti­ell. Ein­blicke in die Pro­gram­mie­rung und Daten­ana­ly­se und eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Daten­prak­ti­ken ist dazu von­nö­ten. Zudem sind eige­ne Erfah­run­gen durch selbst­stän­dig durch­ge­führ­te daten­ge­trie­be­ne For­schungs­pro­jek­te hilf­reich. „Das Zusatz­stu­di­um“, so der Stu­di­en­gangs­mo­de­ra­tor, „bie­tet ins­be­son­de­re Stu­die­ren­den infor­ma­tik­fer­ner Fach­rich­tun­gen die Mög­lich­keit, die­se Kennt­nis­se zu erwer­ben und ent­spre­chen­de Erfah­run­gen zu sam­meln. And­rer­seits kön­nen Infor­ma­tik-Stu­die­ren­de spe­zia­li­sier­te Erfah­run­gen sam­meln und bestehen­de Kennt­nis­se ver­tie­fen. Das Zusatz­stu­di­um ver­mit­telt All­tags­kom­pe­ten­zen, ver­bes­sert die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit der Stu­die­ren­den und berei­tet sie auf neue Her­aus­for­de­run­gen des Berufs­le­bens vor.“

Wel­che Kom­pe­ten­zen wer­den erworben?

„Die wich­tig­ste Kom­pe­tenz ist sicher­lich die Aus­wer­tung von Daten“, erläu­tert Schön­feld. „Stu­die­ren­de kön­nen Pro­gram­mier­spra­chen zur Daten­aus­wer­tung erler­nen und damit schnell tol­le Visua­li­sie­run­gen ihrer Daten pro­du­zie­ren. Die Pro­gram­mier­spra­chen haben eine nied­ri­ge Ein­stiegs­hür­de – um damit sicher umge­hen zu kön­nen, braucht es kein Infor­ma­tik­stu­di­um. Stu­die­ren­de ler­nen Ver­fah­ren des maschi­nel­len Ler­nens und der künst­li­chen Intel­li­genz ken­nen. Und sie kön­nen ler­nen, wie sie selbst sol­che Algo­rith­men ein­set­zen kön­nen. Noch wich­ti­ger aber: Sie kön­nen das Ergeb­nis der Ver­fah­ren kom­pe­tent und kri­tisch beur­tei­len. Schließ­lich gewin­nen Stu­die­ren­de wich­ti­ge Erkennt­nis­se in Bezug auf die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Daten und Algo­rith­men in ihrem All­tag. Sie ver­ste­hen, dass selbst in algo­rith­misch ermit­tel­te Ergeb­nis­se mensch­li­che Ent­schei­dun­gen ein­ge­flos­sen sind.“

Das Zusatz­stu­di­um bietet…

  • Ein­blicke in zen­tra­le Berei­che der Daten­kom­pe­tenz – Dazu gehö­ren die Samm­lung, das Manage­ment, die Bewer­tung von Daten sowie daten­ba­sier­te Erkennt­nis- und Entscheidungsprozesse.
  • zusätz­li­che Kennt­nis­se im Bereich der Infor­ma­tik für Stu­die­ren­de infor­ma­tik­fer­ner Fach­rich­tun­gen – Zu den Inhal­ten des Zusatz­stu­di­ums gehört bspw. der Erwerb einer Programmiersprache.
  • spe­zia­li­sier­te Erfah­run­gen bspw. im Bereich der Daten­ana­ly­se für Infor­ma­tik-Stu­die­ren­de – Zum Cur­ri­cu­lum gehört für Infor­ma­tik-Stu­die­ren­de bspw. ein selbst­stän­dig durch­ge­führ­tes Datenanalyseprojekt.
  • Aner­ken­nung in Form eines Zeug­nis­ses – Der erfolg­rei­che Abschluss des Zusatz­stu­di­ums wird mit einem Zeug­nis bescheinigt.

Die Moda­li­tä­ten des Zusatzstudiums

Data Liter­acy besteht aus einem Pflicht­mo­dul und meh­re­ren Wahl­pflicht­mo­du­len. Das Pflicht­mo­dul hängt vom Vor­stu­di­um ab; aus den Wahl­pflicht­mo­du­len kön­nen Stu­die­ren­de selbst­stän­dig eine Aus­wahl tref­fen. Wahl­pflicht­mo­du­le sind bspw. Daten­mo­del­lie­rung und Wis­sens­ge­ne­rie­rung, Daten­ethik und kri­ti­sches Den­ken sowie Dimen­sio­nen von Medi­en und Gesell­schaft. Bei letz­te­rem wer­den bspw. ver­schie­de­ne Aspek­te von Medi­en und Gesell­schaft in ihrem histo­ri­schen Kon­text vor­ge­stellt, medi­en­theo­re­tisch reflek­tiert und ein­ge­ord­net. Zudem wer­den Grund­la­gen recht­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen, wie bspw. Urheber‑, Mar­ken, Teledienst‑, Telemedien‑, Jugendschutz‑, Daten­schutz, Schuld- und Straf­recht vorgestellt.

  • Das Zusatz­stu­di­um steht allen Stu­die­ren­den eines Master­stu­di­en­gangs oder Pro­mo­vie­ren­den der Uni­ver­si­tät Bay­reuth offen – es gibt kein Bewerbungsverfahren.
  • Die Spra­che ist haupt­säch­lich Deutsch, das Zusatz­stu­di­um kann aber auch auf Eng­lisch absol­viert werden.
  • Aus­ge­legt ist das Zusatz­stu­di­um auf vier Seme­ster, um die not­wen­di­gen 30 LP (bzw. ECTS) zu erreichen.
  • Stu­di­en­gangs­mo­de­ra­tor ist Prof. Dr. Mir­co Schön­feld, Inha­ber der Juni­or­pro­fes­sur Daten­mo­del­lie­rung und inter­dis­zi­pli­nä­re Wis­sens­ge­ne­rie­rung (Kon­takt sie­he unten).

Wei­te­re Infos gibt es hier: www​.data​li​ter​acy​.uni​-bay​reuth​.de

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