Stadt und Land­kreis Bam­berg: Das neue Bus­li­ni­en­netz aus einem Guss rückt näher

Landkreis-Bus BA-BX777 HMA 7542 © LRA Bamberg
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Kon­sens bei Stadt- und Land­kreis Bam­berg zum Bus­ver­kehrs-Ange­bot ab August 2024

Zum 31. Juli 2024 enden zeit­gleich alle Ver­trä­ge mit den bis­he­ri­gen Bus­un­ter­neh­men die bis­her für den Land­kreis Bam­berg fah­ren. Das bie­tet die ein­ma­li­ge Chan­ce, das Bus­ver­kehrs­an­ge­bot in enger Abstim­mung mit allen Part­nern auf ein neu­es Niveau zu anzu­he­ben und grund­le­gend zu über­pla­nen. Die Aus­gangs­la­ge dafür war denk­bar kom­pli­ziert – Bus­se der Stadt­wer­ke Bam­berg, die weit­ge­hend nach Takt­fahr­plan ver­keh­ren und Bus­se des Regio­nal­ver­kehrs, die im Wesent­li­chen auf die Erfor­der­nis­se des Schü­ler­ver­kehrs im Land­kreis aus­ge­rich­tet waren. Gewach­se­ne Struk­tu­ren auf der einen Sei­te und zwin­gend erfor­der­li­che grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen im Land­kreis auf der ande­ren Seite.

Die­se her­aus­for­dern­de Aus­gangs­la­ge mit den Zie­len von Stadt und Land­kreis für den Bus­ver­kehr zusam­men zu brin­gen, war die Auf­ga­be der Ver­kehrs­pla­ner von Stadt und Land­kreis sowie dem VGN und wei­te­ren betei­lig­ten Büros in den letz­ten ein­ein­halb Jah­ren. Pri­mär schreibt der im Dezem­ber 2019 beschlos­se­ne Nah­ver­kehrs­plan des Land­rei­ses Bam­berg eine mas­si­ve Ange­bots­ver­bes­se­rung mit einer annä­hern­den Ver­dop­pe­lung der Ver­kehrs­lei­stung sowie die Ein­füh­rung von Takt­ver­kehr auf den Lini­en im Land­kreis vor. Zudem soll­te mit einem abge­stimm­ten Lini­en­kon­zept die Ver­bin­dung zwi­schen Stadt und Land­kreis opti­miert wer­den, so dass kost­spie­li­ger Par­al­lel­ver­kehr abge­baut wer­den kann und ein effek­ti­ve­rer Ein­satz der Bus­se mög­lich wird – die oft beschrie­be­nen Synergieeffekte.

Nach vie­len Abstim­mungs­run­den mit allen 36 Land­kreis­ge­mein­den, den Nach­bar­land­krei­sen sowie der Stadt Bam­berg wur­de das Grund­kon­zept des neu­en Bus­ver­kehrs­an­ge­bo­tes nun sowohl vom Kreis­tag des Land­krei­ses Bam­berg als auch dem Auf­sichts­rat der Stadt­wer­ke Bam­berg Ver­kehrs- und Park GmbH posi­tiv beschieden.

Für den Fahr­gast wird in Hin­blick auf das Takt-Ange­bot, die Aus­stat­tung und die Qua­li­täts-Stan­dards kaum noch ein Unter­schied zu erken­nen sein, ob er in der Regi­on Bam­berg in einem Bus der Stadt­wer­ke oder eines Regio­nal­bus­un­ter­neh­mens unter­wegs ist. Im ein­heit­li­chen Design ver­keh­ren ab August 2024 moder­ne, bar­rie­re­freie Bus­se im Takt­ver­kehr in die Gemein­den des Land­krei­ses. So ent­steht ein attrak­ti­ves und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Bus­ver­kehrs­an­ge­bot aus einem Guss, das die Gren­ze zwi­schen Stadt und Land­kreis überwindet.

Künf­tig wer­den sich Stadt und Land­kreis die Ver­ant­wor­tung in ihrer Funk­ti­on als Auf­ga­ben­trä­ger des Bus­ver­kehrs klar auf­tei­len. Die Ver­ant­wor­tung für eine Bus­li­nie wird künf­tig bei dem Auf­ga­ben­trä­ger lie­gen, in des­sen Gebiet der Groß­teil der Kilo­me­ter der Linie erbracht wird.

Neu wer­den dabei aber nicht nur die Fahr­zeu­ge sein, die ab August 2024 im gan­zen Land­kreis unter­wegs sein wer­den. Auch bei den Lini­en­num­mern und den Fahr­plä­nen wer­den sich erheb­li­che Ver­än­de­run­gen und attrak­ti­ve Ver­bes­se­run­gen ergeben.

Als näch­ste Auf­ga­ben ste­hen für die Pla­ner neben der Aus­ar­bei­tung der detail­lier­ten Fahr­plä­ne auch die Fina­li­sie­rung der Ange­bo­te in den Schwach­ver­kehrs­zei­ten am Abend und am Wochen­en­de sowie die Kon­zep­ti­on und Abstim­mung des Bedarfs­ver­kehrs an. Unter Bedarfs­ver­kehr ver­steht man ein Ver­kehrs­an­ge­bot – meist unter Ein­satz von Klein­bus­sen – das nach einem festen Fahr­plan nach vor­he­ri­ger Buchung über App oder Tele­fon ver­kehrt. Bedarfs­ver­keh­re kom­men vor allem dann zum Ein­satz, wenn ein regu­lä­rer Bus­be­trieb auf­grund der räum­li­chen Struk­tur oder der Tages­zeit nicht regel­mä­ßig not­wen­dig bzw. öko­lo­gisch sowie öko­no­misch sinn­voll ist. Somit ergänzt die­ser vor allem in den Abend­stun­den, an den Wochen­en­den sowie in den schwä­cher besie­del­ten Gebie­ten des Land­krei­ses das ver­tak­te­te Bus­an­ge­bot auf den Hauptverkehrsachsen

Der­zeit läuft zudem noch die Abstim­mung zu ver­schie­de­nen recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen, die sich aus der noch tief­grei­fen­de­ren Koope­ra­ti­on zwi­schen Stadt und Land­kreis Bam­berg erge­ben. Wei­ter­hin gilt es, gemein­sa­me betrieb­li­che und tech­ni­sche Stan­dards zu defi­nie­ren, die in allen Belan­gen die viel­zi­tier­te Stadt­bus­qua­li­tät in der gan­zen Regi­on Bam­berg gewähr­lei­sten wird.

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