Alten­kunst­adt: Für die Feu­er­wehr­leu­te ein „ech­tes Vor­bild“ – Ott­mar Jahn wur­de mit dem Ver­dienst­or­den der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ausgezeichnet

Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Ottmar Jahn aus Altenkunstadt (Mitte, mit Gattin) ausgezeichnet. Beim Empfang im Landratsamt würdigte Landrat Christian Meißner (2.v.li.) die Verdienste des Altenkunstadters um das Feuerwehrwesen im Landkreis sowie um die Wasserwacht. Jahns außergewöhnliches Engagement würdigten auch Kreisbrandrat Timm Vogler (rechts) der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer (3.v.li.), BRK-Kreisgeschäftsührer Thomas Petrak und der 1. Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Altenkunstadt. Mit im Bild ferner (links) Kristin Grosch, Abteilungsleiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Gesundheit und Veterinärwesen am Landratsamt, (5. v.re.) Sachgebietsleiter Achim Liesaus und (2.v.re.) Thomas Geuß (Sachgebiet 25/Feuerwehrwesen).  Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

Mit dem Ver­dienst­kreuz am Ban­de des Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wur­de Ott­mar Jahn aus Alten­kunst­adt (Mit­te, mit Gat­tin) aus­ge­zeich­net. Beim Emp­fang im Land­rats­amt wür­dig­te Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner (2.v.li.) die Ver­dien­ste des Alten­kunst­adters um das Feu­er­wehr­we­sen im Land­kreis sowie um die Was­ser­wacht. Jahns außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment wür­dig­ten auch Kreis­brand­rat Timm Vog­ler (rechts) der Alten­kunst­adter Bür­ger­mei­ster Robert Hüm­mer (3.v.li.), BRK-Kreis­ge­schäfts­üh­rer Tho­mas Petrak und der 1. Vor­sit­zen­de der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Alten­kunst­adt. Mit im Bild fer­ner (links) Kri­stin Grosch, Abtei­lungs­lei­te­rin Öffent­li­che Sicher­heit und Ord­nung, Gesund­heit und Vete­ri­när­we­sen am Land­rats­amt, (5. v.re.) Sach­ge­biets­lei­ter Achim Lie­saus und (2.v.re.) Tho­mas Geuß (Sach­ge­biet 25/​Feuerwehrwesen).
Foto: Land­rats­amt Lichtenfels/​Heidi Bauer

LICH­TEN­FELS (02.08.2021). „Wenn es einer ver­dient hat, dann ist es Ott­mar Jahn“, sag­te Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner am Frei­tag bei einem außer­ge­wöhn­li­chen Emp­fang im Land­rats­amt. Anläss­lich der Aus­hän­di­gung des Ver­dienst­kreu­zes am Ban­de des Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ehr­te er den Alten­kunst­adter für sei­ne Ver­dien­ste um das Feu­er­wehr­we­sen im Land­kreis und um die Was­ser­wacht. An der Fei­er­stun­de in Würz­burg, in der Innen­staats­se­kre­tär Ger­hard Eck die Aus­zeich­nung über­reich­te, hat­ten weder Land­rat noch Stell­ver­tre­ter, teil­neh­men kön­nen, da bei­de auf­grund ander­wei­ti­ger Ver­pflich­tun­gen ter­min­lich ver­hin­dert waren. Stell­ver­tre­tend war jedoch Kreis­brand­rat Timm Vog­ler bei der Ehrung in Würz­burg vor Ort.

„Ein­satz über das nor­ma­le Maß hinaus“

In sei­ner Lau­da­tio stell­te der Land­rat her­aus, dass der Ver­dienst­or­den nicht nur die höch­ste Aner­ken­nung ist, die die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu ver­ge­ben hat, er sei auch ein klei­ner Dank der Gesell­schaft für gro­ße Ver­dien­ste um das All­ge­mein­wohl. Ott­mar Jahn hat sich in unter­schied­li­chen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Füh­rungs­funk­tio­nen her­aus­ra­gen­de Ver­dien­ste um das Feu­er­lösch­we­sen sowie durch Jahr­zehn­te lan­ges ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment in der Was­ser­ret­tung erwor­ben, beton­te Chri­sti­an Meiß­ner und dank­te im Namen des Land­krei­ses und sei­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger: „Herr Jahn hat durch sein fach­kun­di­ges Wis­sen und sei­ne pro­fes­sio­nel­le Ein­satz­be­reit­schaft im Bereich des Feu­er­lösch­we­sens für den Land­kreis Lich­ten­fels qua­li­ta­tiv hohe Maß­stä­be und Stan­dards gesetzt. Sei­ne Pflicht­auf­fas­sung geht deut­lich über das nor­ma­le Maß hin­aus. Wir freu­en uns sehr, dass die­ser außer­ge­wöhn­li­che Ein­satz mit die­ser hohen Aus­zeich­nung gewür­digt wurde.“

Wie der Land­rat in sei­ner Lau­da­tio her­vor­hob, ist Ott­mar Jahn seit 1974 akti­ves Mit­glied der Feu­er­wehr – zunächst bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Strös­sen­dorf, wech­sel­te er spä­ter zur Stütz­punkt­feu­er­wehr nach Alten­kunst­adt. 27 Jah­re enga­gier­te er sich in der Kreisbrandinspektion:

Von 1992 bis 2012 fun­gier­te er als Kreis­brand­mei­ster und von 2012 bis 2019 als Kreis­brand­in­spek­tor des Land­krei­ses Lich­ten­fels und ab 1. Juli 2016 bis (zum Errei­chen des 63. Lebens­jah­res im) Janu­ar 2019 war er auch Stell­ver­tre­ter des Kreisbrandrates.

Sein beson­de­res Inter­es­se galt von Anfang an den Auf­ga­ben­be­rei­chen Sprech­funk, Atem­schutz, Strah­len­schutz, Ölscha­dens­be­kämp­fung und gefähr­li­che Güter. Durch die Teil­nah­me an sämt­li­chen hier­für ange­bo­te­nen Lehr­gän­gen und durch wei­te­re per­sön­li­che Fort­bil­dun­gen erwarb er sich ein umfang­rei­ches Fach­wis­sen. Als Aus­bil­der gab er sei­ne Kennt­nis­se im Rah­men von Stand­ort­lehr­gän­gen an die Feu­er­weh­ren im Land­kreis Lich­ten­fels weiter.

Im Jahr 1994 erstell­te Ott­mar Jahn den in Bay­ern ersten Leit­fa­den für die Funk­aus­bil­dung, mit dem der Land­kreis Lich­ten­fels damals sogar der Staat­li­chen Feu­er­wehr­schu­le vor­aus war. Zudem war er maß­geb­lich an der funk­tech­ni­schen Anbin­dung zur Inte­grier­ten Leit­stel­le (ILS) Coburg betei­ligt. Zwi­schen 2013 und 2016 lei­ste­te er als Pro­jekt­lei­ter für den Zweck­ver­band für Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehralar­mie­rung Pio­nier­ar­beit bei der Ein­füh­rung des Digi­tal­funks für den Bereich der ILS Coburg.

„Mit hoher Fach- und Sach­kun­de hat Jahn die Arbeit in den ein­zel­nen Pro­jekt­grup­pen koor­di­niert, abge­stimmt und vor­an­ge­trie­ben“, zitier­te Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner wört­lich aus der Lau­da­tio von Innen­staats­se­kre­tär Eck: „Es ist nicht zuletzt sei­nem sach­kun­di­gen und umsich­ti­gen Han­deln bei ört­li­chen und über­ört­li­chen Gefahr­gut­un­fäl­len zu ver­dan­ken, dass wäh­rend sei­ner gesam­ten Dienst­zeit weder Ein­satz­kräf­te noch die Umwelt zu Scha­den gekom­men sind. Viel­fach hat er sich dabei bei psy­chisch und phy­sisch bela­sten­den Ein­sät­zen her­vor­ra­gend bewährt; er ging sei­nen Feu­er­wehr­ka­me­ra­den als ech­tes Vor­bild voran.“

„Her­aus­ra­gen­des Wirken“

Her­vor­zu­he­ben, so erin­ner­te der Land­rat, ist Ott­mar Jahns her­aus­ra­gen­des Wir­ken als Mit­glied der Ein­satz­lei­tung beim Voll­brand eines Gar­ten­cen­ters in Alten­kunst­adt im Jahr 1993 sowie auch bei einem Kata­stro­phen­alarm bei einem Unter­neh­men in Michel­au im Jahr 2012. Vor der Inbe­trieb­nah­me des Ver­kehrs­pro­jek­tes Deut­sche Ein­heit 8.1 ICE-Neu­bau­strecke Ebens­feld-Erfurt war Jahn als Übungs­lei­ter für die Kata­stro­phen­schutz­voll­übung am ICE-Tun­nel Eier­ber­ge ver­ant­wort­lich. Inner­halb von nur fünf Mona­ten wur­de unter sei­ner Feder­füh­rung für mehr als 650 Ret­tungs­kräf­te und 1.100 teil­neh­men­de Per­so­nen die größ­te Kata­stro­phen­schutz­voll­übung in der Geschich­te des Land­krei­ses Lich­ten­fels geplant und durchgeführt.

Im Jahr 2013 wur­de Ott­mar Jahn mit dem Steck­kreuz für beson­de­re Ver­dien­ste um das Feu­er­wehr­lösch­we­sen aus­ge­zeich­net. Das Feu­er­wehr-Ehren­zei­chen erhielt er am 25. Sep­tem­ber 1999 in Sil­ber und am 10. Okto­ber 2014 in Gold.

Auch bei der Was­ser­wacht aktiv

Dar­über hin­aus gehört Ott­mar Jahn seit 1975 der Was­ser­wacht-Orts­grup­pe Alten­kunst­adt an, deren 3. Vor­sit­zen­der er seit 2017 ist. Dabei absol­vier­te er die Aus­bil­dun­gen zum Ret­tungs­schwim­mer, Ret­tungs­tau­cher und zum Boots­füh­rer. Auf Kreis­ebe­ne war er Tauch­leh­rer, Tauch­be­auf­trag­ter und Aus­bil­der. Bis Ende der neun­zi­ger Jah­re war er als Bezirks- und stell­ver­tre­ten­der Lan­destauch­aus­bil­der tätig.

„Wenn er mit einer Auf­ga­be betraut wird, erfüllt Ott­mar Jahn die­se stets bis ins Detail“, wür­dig­te der Alten­kunst­adter Bür­ger­mei­ster Robert Hüm­mer bei der Fei­er­stun­de. Kreis­brand­rat Timm Vog­ler stell­te her­aus, der Alten­kunst­adter habe „Zehn­tau­sen­de von Ein­satz­stun­den gelei­stet“ und beton­te: „Wir konn­ten uns immer auf Dich ver­las­sen!“ „Dank aus gan­zem Her­zen“ sag­te auch der 1. Vor­sit­zen­de der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Alten­kunst­adt, Andre­as Will.

Von einem „Vor­bild, wie man es sich nicht bes­ser vor­stel­len kann, und jeman­dem, der es ver­steht, „Ande­re für die Sache zu begei­stern“, sprach der Geschäfts­füh­rer des Kreis­ver­ban­des Lich­ten­fels des Baye­ri­schen Roten Kreu­zes, Tho­mas Petrak, mit Blick auf Ott­mar Jahn. Die­ser dank­te für die loben­den Wor­te und die Ehrung. Er unter­strich, sein Ziel sei es stets (gewe­sen) ande­ren zu hel­fen und ande­re dafür zu begei­stern zu hel­fen. Die Aus­zeich­nung wer­de er mit Stolz tra­gen – aber auch „stell­ver­tre­tend für die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den, die mich unter­stützt haben, und für alle, die an mei­ner Sei­te gestan­den haben“, so der Altenkunstadter.

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