Tipps & Tricks: Schad­stof­fe in Bambusgeschirr!

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Ver­brau­cher­zen­tra­len war­nen vor Pro­duk­ten mit Bambus‑, Reis- oder Weizenfasern

  • Der Ver­kauf von Kunst­stoff­ge­schirr mit Bambus‑, Reis- oder Wei­zen­fa­sern ist unzulässig.
  • Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher soll­ten die Pro­duk­te nicht mehr benut­zen. Der Han­del soll­te die Pro­duk­te zurück­neh­men und den Kauf­preis erstatten.
  • Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern for­dert: Die Über­wa­chungs­be­hör­den müs­sen die Pro­duk­te umfas­send und bun­des­weit zurückrufen.

Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) und die Ver­brau­cher­zen­tra­len war­nen vor poten­zi­ell gesund­heits­schäd­li­chem Kunst­stoff­ge­schirr und To-Go-Arti­keln mit Bambus‑, Reis- oder Wei­zen­fa­sern. Die­se Pro­duk­te sind nicht für den Kon­takt mit Lebens­mit­teln zuge­las­sen. Trotz­dem wer­den sie seit Jah­ren ver­kauft. Der vzbv und die Ver­brau­cher­zen­tra­len for­dern Behör­den und Bun­des­re­gie­rung auf, Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher bun­des­weit zu infor­mie­ren und die Pro­duk­te zurückzurufen.

„Es ist ein Skan­dal, dass der Han­del Ver­brau­chern wei­ter­hin ille­ga­les und poten­zi­ell krebs­er­re­gen­des Pla­stik-Geschirr mit Bambus‑, Reis- oder Wei­zen­fa­sern anbie­tet. Der Bun­des­re­gie­rung und den Bun­des­län­dern ist spä­te­stens seit Juni 2020 bekannt, dass der Ver­kauf ille­gal ist“, sagt Mari­on Zin­ke­ler, Vor­stän­din der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern. „Es gibt bis­her weder einen bun­des­wei­ten Rück­ruf der betrof­fe­nen Pro­duk­te noch kla­re öffent­li­che Infor­ma­tio­nen dazu. Die­ses Ver­säum­nis gefähr­det die Gesund­heit der Ver­brau­cher. Das Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit soll­te schnell­stens koor­di­nie­rend tätig wer­den“, so Zin­ke­ler weiter.

Ver­kauf von Bam­bus-Bechern ist illegal

Ver­meint­lich nach­hal­ti­ges Geschirr besteht häu­fig neben Bam­bus und ande­ren Natur­ma­te­ria­li­en auch aus Kunst­stof­fen. Ob es sich um rei­ne Natur­ma­te­ria­li­en oder Kunst­stoff­ge­mi­sche han­delt, kön­nen Ver­brau­cher oft nicht erkennen.

Kunst­stoff­pro­duk­te, denen Bam­bus­fa­sern zuge­setzt sind, kön­nen beim Kon­takt mit hei­ßen Geträn­ken und Spei­sen poten­zi­ell krebs­er­re­gen­des Form­alde­hyd abge­ben. Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung hat Geschirr aus Kunst­stoff und Bam­bus des­halb als nicht geeig­net für den Kon­takt mit hei­ßen Spei­sen und Geträn­ken ein­ge­stuft. Unter­su­chungs­äm­ter wie das Che­mi­sche und Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amt in Stutt­gart berich­ten seit dem Jahr 2014 regel­mä­ßig über bedenk­li­che Grenz­wert­über­schrei­tun­gen in Kunst­stoff-Bam­bus-Geschirr. Ver­ein­zelt wur­den Pro­duk­te vom Markt genom­men. Aller­dings rei­chen die Res­sour­cen der amt­li­chen Lebens­mit­tel­über­wa­chung nicht aus, um die Viel­zahl an Pro­duk­ten zu unter­su­chen und vom Markt zu neh­men. Die Ver­brau­cher­zen­tra­len for­dern des­halb seit Jah­ren ein Ver­bot der gesam­ten Produktgruppe.

Im Juni 2020 hat eine Exper­ten­grup­pe der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on Bam­bus und ande­re natür­li­che Mate­ria­li­en in Kunst­stoff­ge­schirr für nicht ver­kehrs­fä­hig erklärt, unab­hän­gig vom Vor­lie­gen gemes­se­ner Grenz­wert­über­schrei­tun­gen. Das bedeu­tet, dass die­se Pro­duk­te nicht in den Umlauf gebracht wer­den dür­fen. Aus­schließ­lich dafür zuge­las­se­ne Stof­fe dür­fen Lebens­mit­tel­kon­takt­ma­te­ria­li­en aus Kunst­stof­fen zuge­setzt wer­den. Nur dann kön­nen Ver­brau­cher davon aus­ge­hen, dass die Pro­duk­te grund­sätz­lich sicher sind und eine Risi­ko­über­prü­fung statt­ge­fun­den hat. Eine sol­che Zulas­sung lag für Bam­bus und ande­re natür­li­che Mate­ria­li­en nie vor. Pro­duk­te aus rei­nem Bam­bus­ma­te­ri­al sind hin­ge­gen auch künf­tig zulässig.

Pro­duk­te wei­ter­hin auf dem Markt

Erst Ende des Jah­res 2020 haben die mei­sten Über­wa­chungs­be­hör­den begon­nen, die Pro­dukt­grup­pe Kunst­stoff-Bam­bus-Geschirr vom Markt zu neh­men. Umfas­send und voll­stän­dig ist das bis­her nicht erfolgt. Eine vom Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit geplan­te Recher­che zu Bam­bus­ge­schirr im Online-Han­del wur­de im Jahr 2020 gestri­chen. Ins­be­son­de­re im Online-Han­del ist des­halb wei­ter­hin Kunst­stoff­ge­schirr mit Natur­fa­sern erhältlich.

Umfas­sen­de­re und schnel­le­re Rückrufe

Die Ver­brau­cher­zen­tra­len und der vzbv raten Ver­brau­chern, die­se Pro­duk­te nicht zu kau­fen oder zu ver­wen­den. Fin­den Ver­brau­cher ent­spre­chen­de Pro­duk­te im Han­del, soll­ten sie die­se der für ihren Land­kreis zustän­di­gen Behör­de melden.

„Behör­den und Bun­des­re­gie­rung müs­sen einen umfas­sen­den Rück­ruf ver­an­las­sen und die Öffent­lich­keit offen­siv und bun­des­weit dar­über infor­mie­ren, Pla­stik­ge­schirr mit Natur­fa­sern nicht mehr zu ver­kau­fen und zu benut­zen. Händ­ler soll­ten nicht zuge­las­se­ne Pro­duk­te zurück­neh­men und den Kauf­preis erstat­ten. Es han­delt sich recht­lich gese­hen um man­gel­haf­te Pro­duk­te“, sagt Mari­on Zin­ke­ler von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bayern.

Von einem Rück­ruf betrof­fe­ne Unter­neh­men soll­ten künf­tig ver­pflich­tet wer­den, alle ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Kanä­le zu nut­zen, um Ver­brau­cher zu war­nen. Stil­le Rück­ru­fe soll­ten der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Händ­ler müs­sen ver­pflich­tet wer­den, Infor­ma­tio­nen zu Rück­ru­fen gut sicht­bar auszuhängen.

Die näch­ste Bun­des­re­gie­rung hat die Vor­ga­ben im Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­buch zu prä­zi­sie­ren und Ermes­sens­spiel­räu­me sowie Rechts­un­si­cher­hei­ten bei den Behör­den zu ver­klei­nern. Die Behör­den benö­ti­gen kla­re Hand­lungs­vor­ga­ben für die Anord­nung und Durch­füh­rung von Rück­ru­fen und für die Bereit­stel­lung von öffent­li­chen Infor­ma­tio­nen im Sin­ne des Vor­sor­ge­prin­zips. Nur dann kön­nen sie schnell und umfas­send tätig werden.

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf der Home­page der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bayern

www​.ver​brau​cher​zen​tra​le​-bay​ern​.de/​w​i​s​s​e​n​/​u​m​w​e​l​t​-​h​a​u​s​h​a​l​t​/​p​r​o​d​u​k​t​e​/​v​e​r​k​a​u​f​-​v​o​n​-​k​u​n​s​t​s​t​o​f​f​g​e​s​c​h​i​r​r​-​m​i​t​-​b​a​m​b​u​s​b​e​i​m​i​s​c​h​u​n​g​-​n​i​c​h​t​-​z​u​l​a​e​s​s​i​g​-​2​0​573

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