Urlaubs-Tipps der Johan­ni­ter: Was gehört in den Auto-Verbandkasten?

Verbandkasten-Check der Johanniter. Foto: Andreas Denk
Verbandkasten-Check der Johanniter. Foto: Andreas Denk

Erste Hil­fe an Bord – Die ober­frän­ki­schen Johan­ni­ter emp­feh­len Auto­fah­rern, gera­de vor Rei­sen den Inhalt zu prüfen

Ver­band­kä­sten sind gute Beglei­ter nicht nur in Autos. Der klei­ne Lebens­ret­ter ist für jeden PKW vom Gesetz­ge­ber ver­bind­lich vor­ge­schrie­ben, die DIN-Norm 13164 regelt sei­nen Inhalt. Unter ande­rem gehö­ren Wund­pfla­ster, Ver­band­päck­chen, Mull­bin­den und eine Ret­tungs­decke hin­ein, aber auch Ein­mal­hand­schu­he und eine Erste-Hil­fe-Sche­re zäh­len zur Grund­aus­stat­tung. „Oft nut­zen Auto­fah­rer den Ver­band­ka­sten als Erwei­te­rung ihrer Rei­se­apo­the­ke, zum Bei­spiel bei Wan­de­run­gen. Das ist sehr sinn­voll, aber sie dür­fen nicht ver­ges­sen, die ver­brauch­ten Mate­ria­li­en wie Wund­pfla­ster oder Kom­pres­sen wie­der nach­zu­fül­len“, erklärt Jür­gen Kel­ler, Aus­bil­der bei den Johan­ni­tern in Oberfranken.

Wor­auf ist zu achten

In den Ver­band­ka­sten gehö­ren auch zwei Feucht­tücher zur Haut­rei­ni­gung, ein mehr­tei­li­ges Pfla­ster­set und ein klei­nes Ver­band­päck­chen – zum Bei­spiel für Kin­der. Wich­tig ist, den Inhalt regel­mä­ßig zu kon­trol­lie­ren. Es kann zum Bei­spiel pas­sie­ren, dass ste­ri­le Wund­auf­la­gen ver­kei­men, Pfla­ster nicht mehr kle­ben oder Fixier­bin­den durch Tem­pe­ra­tur­wech­sel ihre Ela­sti­zi­tät ver­lie­ren. „Ste­ri­le Ver­band­ma­te­ria­li­en wie Wund­kom­pres­sen oder Ver­band­tü­cher haben ein Ver­falls­da­tum, das auf der Ver­packung auf­ge­druckt ist“, sagt der Erste-Hil­fe-Exper­te. „Ist die­ses Datum über­schrit­ten, muss das Mate­ri­al aus­ge­tauscht wer­den. Glei­ches gilt, wenn die Ver­packung von ste­ri­len Mate­ria­li­en beschä­digt ist.“ Im Han­del erhal­ten Auto­fah­rer alle not­wen­di­gen Mate­ria­li­en, um den Ver­band­ka­sten wie­der auf den aktu­el­len Stand zu bringen.

Gera­de bei län­ge­ren Fahr­ten oder Urlaubs­rei­sen soll­te der Ver­band­ka­sten nicht ganz unten unter dem Rei­se­ge­päck ver­staut sein: „Zur Urlaubs­sai­son kommt es auf Auto­bah­nen häu­fig zu Staus mit Auf­fahr­un­fäl­len und ver­letz­ten Rei­sen­den“, sagt der Johan­ni­ter. „Wer dann sei­nen Ver­band­ka­sten im Kof­fer­raum lan­ge suchen muss, ver­liert wert­vol­le Zeit. Der beste Ort ist, ihn sicher unter dem Fah­rer­sitz zu ver­stau­en. So hat man jeder­zeit Zugriff.“ Dort ist der Kasten auch vor Son­nen­ein­strah­lung geschützt.

„Auto­fah­rer soll­ten sich mit dem Inhalt des Ver­band­ka­stens und der Anwen­dung des Mate­ri­als ver­traut machen, bevor es zum Not­fall kommt“, rät Kel­ler. „Sinn­voll ist, regel­mä­ßig sei­ne Erste-Hil­fe-Kennt­nis­se in einem ent­spre­chen­den Kurs auf­zu­fri­schen, dann fühlt man sich im Ernst­fall siche­rer.“ Wer im Not­fall nicht weiß, wie er hel­fen kann, schlägt in der Erste-Hil­fe­Bro­schü­re nach – auch die gehört in den Ver­band­ka­sten. „Bei schwe­ren Ver­let­zun­gen gilt natür­lich: Sofort den Not­ruf über 112 ver­stän­di­gen“, so Keller.

Wie das Mate­ri­al aus dem Ver­band­ka­sten rich­tig ange­wen­det wird, zei­gen die Johan­ni­ter in ihren Erste-Hil­fe-Kur­sen. Orte, Ter­mi­ne und Kurs­an­ge­bo­te sind unter www​.johan​ni​ter​.de/​o​b​e​r​f​r​a​n​ken zu finden.

Die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe e.V.

Die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe e.V. steht in der Tra­di­ti­on des evan­ge­li­schen Johan­ni­ter­or­dens und enga­giert sich seit mehr als 60 Jah­ren in den unter­schied­lich­sten kari­ta­ti­ven und sozia­len Berei­chen. Mit rund 25.000 Beschäf­tig­ten, mehr als 40.000 ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern und mehr als 1,5 Mil­lio­nen För­der­mit­glie­dern ist der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein mitt­ler­wei­le eine der größ­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Euro­pa. Zu den Auf­ga­ben­fel­dern der Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe zäh­len unter ande­rem Erste Hil­fe, Sani­täts- und Ret­tungs­dienst, die Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen sowie die Betreu­ung und Pfle­ge von alten und kran­ken Men­schen. Inter­na­tio­nal lei­stet der Ver­ein huma­ni­tä­re Hil­fe bei Hun­ge­rund Naturkatastrophen.

In Bay­ern sind mehr als 4.000 Men­schen haupt­amt­lich und 7.700 ehren­amt­lich tätig. Außer­dem sind die Johan­ni­ter Trä­ger von 124 Kin­der­ein­rich­tun­gen mit mehr als 5.100 Plät­zen. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on unter­hält 24 Ret­tungs­wa­chen, bie­tet Hil­fe auf Knopf­druck für fast 25.000 Haus­not­ruf-Teil­neh­mer und bil­de­te 2019 mehr als 60.000 Men­schen in Erste Hil­fe ausgebildet.

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