Haupt­ver­hand­lun­gen am Land­ge­richt Bamberg

Symbolbild Justiz

In der 30. Kalen­der­wo­che 2021 fin­den am Land­ge­richt Bam­berg fol­gen­de (erst­in­stanz­li­che) Haupt­ver­hand­lun­gen in Straf­sa­chen statt:

I. Das Straf­ver­fah­ren gegen den 49-jäh­ri­gen Z. wegen vor­sätz­li­chem uner­laub­ten Erwerb und Besitz einer Schuss­waf­fe und bewaff­ne­tem Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge und vor­sätz­li­chem Besitz einer ver­bo­te­nen Schuss­waf­fe sowie vor­sätz­li­chem Besitz von wei­te­ren fünf Schuss­waf­fen und ande­ren Delik­ten am 26.07.2021, 09:00 Uhr vor der Gro­ßen Straf­kam­mer (Az. 36 KLs 2101 Js 3149/21).

Dem Ange­klag­ten liegt zur Last Mit­te Juni 2018 im Land­kreis Bam­berg von einer ande­ren Per­son eine Vor­der­schaft­re­pe­tier­flin­te mit 30 Schuss Muni­ti­on zum Preis von 1.800,00 Euro erwor­ben zu haben.Darüber hin­aus soll der Ange­klag­te Mit­te Febru­ar 2021 in sei­nem Wohn­haus sowie in Neben­ge­bäu­den im Land­kreis Bam­berg ca. 800 Gramm Amphet­amin, ca. 100 Gramm Haschisch, ca. 20 Gramm Mari­hua­na, 20 Tablet­ten Ecsta­sy und ca. 2 Gramm Metham­phet­amin bevor­ra­tet und geplant haben, durch einen spä­te­ren zeit­na­hen Ver­kauf der Betäu­bungs­mit­tel Gewinn zu erzie­len. Zugleich soll der Ange­klag­te in der Nähe des Rausch­gifts eine unge­la­de­ne Klein­ka­li­ber­pi­sto­le nebst 68 pas­sen­den Patro­nen und dem mit 6 Patro­nen gela­de­nen Maga­zin sowie einen Säbel mit 40 cm Klin­gen­län­ge und eine zer­leg­te Schrot­flin­te griff­be­reit auf­be­wahrt haben, um etwa im Fal­le einer unge­woll­ten Inan­spruch­nah­me durch Rausch­gift­ab­neh­mer oder Rausch­gift­lie­fe­ran­ten in weni­gen Sekun­den bewaff­net zu sein.

Wei­ter­hin soll der Ange­klag­te noch im ersten Stock­werk in einer sepa­ra­ten Woh­nung mit jeweils pas­sen­der Muni­ti­on und zum Teil ver­bo­te­nen Patro­nen nebst diver­sen Waf­fen­tei­len zwei Schrot­flin­ten, eine sog. Pump­gun, zwei Kara­bi­ner, eine halb­au­to­ma­ti­sche Pisto­le sowie einen Schlag­ring und ein Fall­mes­ser ohne die ent­spre­chen­de waf­fen­recht­li­che Erlaub­nis auf­be­wahrt haben.

II. Das Straf­ver­fah­ren gegen den 30-jäh­ri­gen B. und den 30-jäh­ri­gen S. wegen Rau­bes, räu­be­ri­schem Dieb­stahl, Dieb­stahl in meh­re­ren Fäl­len und ande­rer Delik­te am 27.07.2021, 09:00 Uhr vor der Gro­ßen Straf­kam­mer (Az. 24 KLs 2110 Js 1044/21).

Den Ange­klag­ten liegt zur Last, sich spä­te­stens ab Novem­ber 2020 zur Bege­hung diver­ser Straf­ta­ten, ins­be­son­de­re Dieb­stäh­le, zusam­men­ge­schlos­sen zu haben, um sich hier­aus eine Ein­nah­me­quel­le von gewis­ser Dau­er und Erheb­lich­keit zu verschaffen.

Mit­te Novem­ber 2020 soll der Ange­klag­te B. über eBay-Klein­an­zei­gen das Inter­es­se am Erwerb einer Gra­fik­kar­te zum Preis von 1994,00 Euro vor­ge­täuscht haben. Im Rah­men der Abho­lung am Wohn­ort des Geschä­dig­ten im Land­kreis Forch­heim soll der Ange­klag­te B. dem Geschä­dig­ten ein Bün­del Spiel­geld in Form von „Euro-Noten“ über­ge­ben haben. Als sich der Geschä­dig­te weg­dreh­te, um das Geld mit einem Prüf­stift zu über­prü­fen, soll der Ange­klag­te B. einen Faust­stoß aus­ge­führt, die am Boden ste­hen­de Gra­fik­kar­te ergrif­fen haben, zum Fahr­zeug des vor dem Grund­stück war­ten­den Ange­klag­ten S. geflüch­tet und anschlie­ßend mit ihm weg­ge­fah­ren sein.

Anschlie­ßend sol­len die Ange­klag­ten in dem glei­chen Ort im Land­kreis Forch­heim noch zwei amt­li­che Kenn­zei­chen von einem gepark­ten Pkw ent­wen­det haben, um die­se bei wei­te­ren Straf­ta­ten zu benutzen.Einen Tag spä­ter Mit­te Novem­ber 2020 sol­len die Ange­klag­ten in den Geschäfts­räu­men eines Elek­tro­fach­markts im Land­kreis Bam­berg eine Droh­ne, zwei Gra­fik­kar­ten, einen elek­tri­schen Rasier­ap­pa­rat, eine elek­tri­sche Zahn­bür­ste und ein Note­book im Gesamt­wert von 4.066,37 Euro ent­wen­det haben.

Als die bei­den im mit fal­schen Kenn­zei­chen ver­se­he­nen Fahr­zeug des Ange­klag­ten S. saßen und vom Park­platz weg­fah­ren woll­ten, stell­te sich ein Ange­stell­ter des Elek­tro­fach­markts vor den Pkw, um eine Wei­ter­fahrt zu ver­hin­dern. Um die­se den­noch zu ermög­li­chen und um im Besitz der Beu­te zu blei­ben, soll der Ange­klag­te S. lang­sam mit dem Pkw auf den Mit­ar­bei­ter zuge­fah­ren sein, so dass die­ser aus­wei­chen muss­te, um nicht ange­fah­ren zu wer­den und bei­de Ange­klag­te zunächst uner­kannt mit dem Die­bes­gut flüch­ten konnten.

Wie­der­um einen Tag spä­ter Mit­te Novem­ber 2020 sol­len die Ange­klag­ten in den Geschäfts­räu­men eines ande­ren Elek­tro­fach­markts im Land­kreis Bam­berg zwei X‑Box- Kon­so­len zum Ver­kaufs­preis von 598,00 Euro ent­wen­det haben, die sie spä­ter gewinn­brin­gend wei­ter­ver­äu­ßert haben sollen.

Einen wei­te­ren Tag spä­ter Mit­te Novem­ber 2020 sol­len die Ange­klag­ten in den Geschäfts­räu­men eines Elek­tro­fach­markts in Forch­heim zwei Lap­tops und einen PC-Moni­tor im Gesamt­wert von 1.427,00, ent­wen­det haben, die sie spä­ter zumin­dest teil­wei­se gewinn­brin­gend wei­ter­ver­äu­ßert haben sollen.

Mit­te Janu­ar 2021 soll der Ange­klag­te B. über eBay-Klein­an­zei­gen das Inter­es­se am Erwerb eines Mobil­te­le­fons zum Preis von 1.380,00 Euro vor­ge­täuscht haben. Im Rah­men der Abho­lung am Wohn­ort der Geschä­dig­ten im Land­kreis Bam­berg soll der Ange­klag­te B., nach­dem er das Han­dy zum Zwecke der nähe­ren Betrach­tung über­ge­ben bekom­men hat­te, der schwan­ge­ren Geschä­dig­ten mit dem Ellen­bo­gen in den Unter­leib geschla­gen haben und anschlie­ßend mit dem Mobil­te­le­fon weg­ge­rannt, zu dem vor dem Grund­stück war­ten­den Ange­klag­ten S. in des­sen mit fal­schen Kenn­zei­chen ver­se­he­nen Fahr­zeug gestie­gen und anschlie­ßend gemein­sam mit die­sem weg­ge­fah­ren sein. Das Mobil­te­le­fon soll der Ange­klag­te B. weni­ge Tage spä­ter für 950,00 Euro in Ber­lin an eine ande­re Per­son wei­ter­ver­äu­ßert haben.

Eben­falls Mit­te Janu­ar 2021 sol­len sich die Ange­klag­ten dazu ent­schlos­sen haben, mit einem Fahr­zeug gewalt­sam in ein Juwe­lier­ge­schäft in Bam­berg ein­zu­drin­gen, um dort wert­vol­le Uhren und Schmuck zu entwenden.

In Ver­fol­gung die­ses Plans sol­len die Ange­klag­ten Inter­es­se an einem im Inter­net ange­bo­te­nen Gebraucht­fahr­zeug bekun­det haben. Im Rah­men­ei­nes Besich­ti­gungs­ter­mins an einem Park­platz im Land­kreis Schwein­furt soll sich der Ange­klag­te S. den Schlüs­sel des PKW BMW im Wert von ca. 18.000,00 Euro für eine Pro­be­fahrt von dem Geschä­dig­ten aus­hän­di­gen haben las­sen und sodann plötz­lich und uner­war­tet für den Geschä­dig­ten davon­ge­fah­ren sein.

In der dar­auf­fol­gen­den Nacht sol­len die Ange­klag­ten plan­ge­mäß gewalt­sam in die Geschäfts­räu­me des Juwe­lier­ge­schäfts in Bam­berg ein­ge­drun­gen sein, indem der Ange­klag­te S. den tags zuvor ent­wen­de­ten BMW rück­wärts in eine Schau­fen­ster­schei­be des Geschäfts fuhr und so bei­den Ange­klag­ten Zutritt ver­schaff­te. Im Innern sol­len sie die Vitri­nen mit einem klei­nen Beil ein­ge­schla­gen und aus den Aus­la­gen Uhren und Schmuck mit einem Ein­kaufs­wert von rund 102.689,70 Euro (Ver­kaufs­wert von min­de­stens 200.000,00 Euro) ent­wen­det haben, um die­se für sich zu behal­ten bzw. gewinn­brin­gend wei­ter zu veräußern.

Um Spu­ren zu ver­schlei­ern sol­len die Ange­klag­ten jeweils einen Rauch­kör­per in den Ver­kaufs­raum und in den PKW BMW, den sie am Tat­ort zurück­lie­ßen, gewor­fen haben.

Nur weni­ge Minu­ten spä­ter sol­len die Ange­klag­ten mit der Beu­te in dem mit fal­schen Kenn­zei­chen und einem „Blau­licht“ ver­se­he­nen PKW des Ange­klag­ten S. geflüch­tet sein.

Ein Groß­teil des ent­wen­de­ten Schmucks und der Uhren im Gesamt­ein­kaufs­wert von 94.016,36 Euro konn­te spä­ter bei den Ange­klag­ten auf­ge­fun­den wer­den, wäh­rend ein Teil der Beu­te mit einem Ein­kaufs­wert von 8.673,34 Euro (Ver­kaufs­wert von 21.934,00 Euro) nicht gefun­den wer­den konn­te. An dem PKW BMW ent­stand wirt­schaft­li­cher Total­scha­den. Dem Juwe­lier­ge­schäft ent­stand ein Sach­scha­den von min­de­stens 10.000,00 Euro.

Fort­set­zungs­ter­mi­ne:

  • 28.07.2021, 13:00 Uhr
  • 02.08.2021, 05.08.2021
  • jeweils 09:00 Uhr

III. Das Straf­ver­fah­ren gegen den 38-jäh­ri­gen F. wegen uner­laub­tem Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge in fünf Fäl­len, Bei­hil­fe zum vor­sätz­li­chen uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge in acht Fäl­len, uner­laub­tem Erwerb und Besitz einer ver­bo­te­nen Schuss­waf­fe sowie ande­ren Delik­ten am 28.07.2021, 09:00 Uhr vor der Gro­ßen Straf­kam­mer (Az. 31 KLs 2101 Js 2360/21).

Dem Ange­klag­ten liegt zur Last, zwi­schen Som­mer 2019 und Novem­ber 2020 in fünf Fäl­len von ande­ren Per­so­nen im Land­kreis bzw. im Stadt­ge­biet von Bam­berg Cry­s­tal (Metham­phet­amin) in unter­schied­li­chen Men­gen zwi­schen 7 und 100 Gramm erwor­ben zu haben, um hier­von zumin­dest einen Groß­teil anschlie­ßend gewinn­brin­gend weiterzuveräußern.

Zudem soll der Ange­klag­te in min­de­stens acht Fäl­len zwi­schen April und Novem­ber 2020 einer ande­ren Per­son im Stadt­ge­biet von Bam­berg beim Abwie­gen und Ver­packen von jeweils min­de­stens 20 Gramm Cry­s­tal gehol­fen und hier­für Kon­sum­men­gen erhal­ten haben.

Dar­über hin­aus soll der Ange­klag­te im Som­mer 2019 von einer ande­ren Per­son im Land­kreis Bam­berg eine halb­au­to­ma­ti­sche Pisto­le für ca. 700,00 Euro erwor­ben haben.


Bezüg­lich son­sti­ger Fort­set­zungs­ter­mi­ne von bereits frü­her begon­ne­nen erst­in­stanz­li­chen Straf­ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt Bam­berg wird auf die frü­he­ren Mit­tei­lun­gen verwiesen.

Orga­ni­sa­to­ri­scher Hin­weis: Der­zeit fin­den auf­grund der „Coro­na-Kri­se“ stren­ge Ein­gangs­kon­trol­len statt. Bei Betre­ten des Gerichts­ge­bäu­des ist eine Selbst­aus­kunft zu COVID- 19 auszufüllen.

Das Selbst­aus­kunfts­form­blatt fin­det sich unter fol­gen­dem Link: https://​www​.justiz​.bay​ern​.de/​g​e​r​i​c​h​t​e​-​u​n​d​-​b​e​h​o​e​r​d​e​n​/​o​b​e​r​l​a​n​d​e​s​g​e​r​i​c​h​t​e​/​b​a​m​b​e​rg/

Aus Zeit­er­spar­nis­grün­den kann die­ses im Vor­feld schon aus­ge­druckt, aus­ge­füllt und mit­ge­bracht werden.

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