BN-Kreis­grup­pe Forch­heim auf Vogel­stim­men­wan­de­rung im Natur­schutz­ge­biet „Büg“

Nachtigall
Nachtigall

Exkur­si­on der Kreis­grup­pe Forch­heim des Bund Natur­schutz in Bay­ern e.V. (BN) am Sams­tag, den 12.6.2021

Wel­cher Vogel singt trotz star­ken Win­des und dro­hen­der Regen­wol­ken? Die 22 Teil­neh­mer der Exkur­si­on wis­sen es nun – es ist die Nach­ti­gall, wel­che mit ihrem schmet­tern­den Gesang die Unbill des Wet­ters weg­zu­ju­bi­lie­ren scheint. Kaum ein ande­rer Vogel ließ im ersten Teil der Ver­an­stal­tung sei­ne Stim­me hören. Aus­nah­men wur­den vom Exkur­si­ons­lei­ter, dem Vogel­ex­per­ten Her­bert Lüt­tich, mit Geschich­ten und Bemer­kun­gen rund um die Arten bedacht.

"Naturschutzgebiet Büg". Foto: Barbara Kornalik

„Natur­schutz­ge­biet Büg“. Foto: Bar­ba­ra Kornalik

An den Bag­ger­se­en waren die Vögel und damit auch die mit Fern­glä­sern bewaff­ne­ten Teil­neh­mern in ihrem Ele­ment: Zahl­rei­che Was­ser­vö­gel wie Zwerg- und Hau­ben­tau­cher, Fisch­rei­her, Kanada‑, Nil- und Grau­gans, Stock‑, Rei­her- und Tafel­en­te und die steil­wand­be­woh­nen­den Ufer­schwal­ben gaben einen Ein­druck von dem Arten­reich­tum, der auch an einem künst­li­chen Gewäs­ser herr­schen kann. Eine Art such­ten die Exkur­si­ons­teil­neh­mer ver­geb­lich. Es war der von Fischern gefürch­te­te Kor­mo­ran. War es Zufall oder die Fol­ge einer letzt­end­lich behörd­lich (!) tole­rier­ten Beja­gung des Fisch­jä­gers am Rand des Natur­schutz­ge­biets – die Ant­wort ist nicht leicht zu fin­den. Eine Pri­vat­per­son hat­te ohne behörd­li­che Geneh­mi­gung einen Jagd­an­sitz und eine Brücke in der Nähe der Auf­ent­halts­plät­ze der Kor­mo­ra­ne errich­tet. Die­se wur­den zwar teil­wei­se zurück­ge­baut, blie­ben aber funk­tio­nell intakt und dient nun dazu, Kor­mo­ra­nen das Fürch­ten zu leh­ren – und vie­le ande­re Vögel auch, die sich bei der Jagd sicher gestört füh­len dürften.

Die­ser Fall ist ein deut­li­ches Bei­spiel dafür, wie schwach und hilf­los sich Behör­den gegen­über ego­istisch agie­ren­den Ein­zel­per­so­nen oder Grup­pen füh­len, die einen mög­li­chen wirt­schaft­li­chen Scha­den ins Feld füh­ren. Man fragt sich, ob der Eigen­nutz soweit gehen darf, bis noch der letz­te Nah­rungs­kon­kur­rent von unse­rer Erde ver­trie­ben ist.

Unbe­la­stet von sol­chen eher unschö­nen Aspek­ten erleb­ten die Teil­neh­mer eine inter­es­san­te Exkur­si­on voll mit wich­ti­gen Details zur Vogel­fau­na des Natur­schutz­ge­biets Büg. Für das kom­men­de Jahr sind wei­te­re Füh­run­gen im Gebiet geplant.

Dr. Ulrich Buchholz

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