Stadt Bam­berg infor­miert: Luca-App und Coro­na-Warn-App im Einsatz

Kontaktverfolgung per Corona-Warn-App am Spielplatz Färbergasse. Foto: Stadt Bamberg / Gerhard Beck
Kontaktverfolgung per Corona-Warn-App am Spielplatz Färbergasse. Foto: Stadt Bamberg / Gerhard Beck

Hil­fen zur Kon­takt­ver­fol­gung in städ­ti­schen Einrichtungen

Wo immer sich Men­schen tum­meln, ist Kon­takt­ver­fol­gung ein gro­ßes The­ma. Das ist auch bei städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen so. So wer­den beim E.T.A.-Hoffmann-Theater, sowohl online als auch an der Kino­kas­se, Kon­takt­da­ten beim Ticket­ver­kauf erho­ben. Auf Spiel­plät­zen besteht die Gele­gen­heit, per QR-Code die Coro­na-Warn-App zu akti­vie­ren. Ein Überblick.

Aktu­ell sind auf dem Was­ser­spiel­platz im Erba-Park sowie auf den Spiel­plät­zen Kuni­gun­den­damm, Har­mo­nie­gar­ten, Hain­stra­ße und Fär­ber­gas­se QR-Codes mit dem Hin­weis „Nut­zen Sie die Coro­na-Warn-App. Scan­nen Sie den QR-Code und tra­gen Sie aktiv dazu bei, mög­li­che Infek­ti­ons­ket­ten schnell und effek­tiv zu durch­bre­chen“ ange­bracht. An eine Aus­wei­tung auf ande­re Spiel­plät­ze ist gedacht. Erst aber soll abge­war­tet wer­den, wie das Ange­bot ange­nom­men wird, um im zwei­ten Schritt zu über­le­gen, was even­tu­ell ver­bes­sert wer­den kann. Wie auch beim Thea­ter ermit­teln die Stadt­wer­ke für die Bäder und die Volks­hoch­schu­le bei der Buchung online oder in Annah­me­stel­len die Kon­takt­da­ten. Wer in den städ­ti­schen Muse­en – Histo­ri­sches Muse­um auf dem Dom­berg, Samm­lung Lud­wig im Alten Rat­haus und Vil­la Des­sau­er – ein Ticket erwirbt, füllt ein Kon­takt­for­mu­lar aus. Das Zen­trum Welt­erbe lässt einem die Wahl und bie­tet neben der Mög­lich­keit, sei­ne Daten auf dem Papier zu hin­ter­las­sen, die QR-Codes sowohl von Coro­na-Warn-App als auch von Luca-App an. Der Tou­ris­mus & Kon­gress Ser­vice schließ­lich setzt bei sei­nen öffent­li­chen Füh­run­gen mit Ticket­ver­kauf auf die Luca-App zur Kon­takt­ver­fol­gung, wobei nach wie vor auch hier für alle ohne Han­dy die Mög­lich­keit besteht, sich hand­schrift­lich auf Papier zu verewigen.

Luca-App oder Coro­na-Warn-App? Wesent­li­che Unter­schei­dungs­merk­ma­le bei­der Anwen­dun­gen: Die Coro­na-Warn-App spei­chert die Daten anonym und ver­ar­bei­tet kei­ne per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten. Sie infor­miert über ein mög­li­ches Infek­ti­ons­ri­si­ko durch eine Begeg­nung mit einer nach­weis­lich infi­zier­ten Per­son in unmit­tel­ba­rer Nähe. Es obliegt dann dem Anwen­der, Haus­arzt oder Gesund­heits­amt zu benach­rich­ti­gen. Die Luca-App dient der Kon­takt­da­ten­er­fas­sung und ‑nach­ver­fol­gung mit dem Vor­teil, dass das Gesund­heits­amt bei einem Infek­ti­ons­fall direkt auf die Kon­takt­da­ten zugrei­fen kann. Sie kann dabei die Regi­strie­rung in Papier­form erset­zen, die im ver­gan­ge­nen Jahr weit ver­brei­tet, aus daten­schutz­recht­li­cher Sicht jedoch bedenk­lich und feh­ler­an­fäl­lig war.

Kri­ti­siert wur­de auch die Luca-App. Sie habe „ekla­tan­te Män­gel und ber­ge fata­le Risi­ken“, stellt der Ver­ein back­space mit Sitz in Bam­berg fest, der sich als loka­le Reprä­sen­ta­ti­on des Cha­os Com­pu­ter Clubs (CCC) ver­steht. Der CCC schimpft gar über ein „staat­lich sub­ven­tio­nier­tes Geschäfts­mo­dell“ eines pri­vat­wirt­schaft­li­chen Betrei­bers. Zur Daten­si­cher­heit bei Luca schreibt das Baye­ri­sche Digi­tal­mi­ni­ste­ri­um: „Alle Daten im Luca-System wer­den Ende-Zu-Ende ver­schlüs­selt und sind nur im Fal­le einer vom Gesund­heits­amt gestar­te­ten Kon­takt­nach­ver­fol­gung von die­sem ein­seh­bar.“ Und fügt hin­zu: Nach Ein­schät­zung der Daten­schutz­kon­fe­renz, dem Gre­mi­um der unab­hän­gi­gen deut­schen Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den des Bun­des und der Län­der, wei­se das Luca-System eine trag­fä­hi­ge tech­ni­sche Archi­tek­tur auf. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len kommt, auch ange­sichts von Nach­bes­se­run­gen des Luca-App-Betrei­bers, zu fol­gen­dem Schluss (Stand 31.05.2021): „Trotz eini­ger berech­tig­ter Kri­tik: Ange­sichts des prak­ti­schen Nut­zens der App scheint nach aktu­el­lem Stand das Risi­ko in der aktu­el­len Kri­se wohl ver­tret­bar zu sein.“

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