Land­kreis Lich­ten­fels: Gar­ten­tipps – Kräu­ter sind wich­ti­ge Nah­rungs­quel­len für Bienen

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Autorin: Isolde Keil-Vierheilig, Bayerische Gartenakademie  Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim

Autorin: Isol­de Keil-Vier­hei­lig, Baye­ri­sche Gar­ten­aka­de­mie Bil­der: Chri­sti­ne Sche­rer © Baye­ri­sche Gar­ten­aka­de­mie an der LWG Veitshöchheim

Wie sich der Gemü­se­gar­ten insek­ten­freund­lich gestal­ten lässt: Tipps der Fach­leu­te der Baye­ri­schen Gartenakademie

Die Bee­te im Gemü­se­gar­ten sind nun weit­ge­hend bestückt. Da denkt kaum einer an Bie­nen und ande­re Insek­ten. Die Fach­leu­te der Baye­ri­schen Gar­ten­aka­de­mie zei­gen Mög­lich­kei­ten auf, wie Sie auf die Bedürf­nis­se ver­schie­de­ner Tie­re ein­ge­hen können.

Honig-Bie­nen, Wild­bie­nen­ar­ten und ande­re Insek­ten sind wich­ti­ge Bestäu­ber und sichern somit die Obst- und Gemü­se­ern­te. Ein viel­fäl­ti­ger und gut geplan­ter Gemü­se­gar­ten kann ihnen vie­le Nah­rungs­quel­len bieten.

Bun­te Lückenfüller

Toma­ten, Zuc­chi­ni, Gur­ken und ande­re wär­me­lie­ben­de Gemü­se­ar­ten sit­zen auf ihren Platz im Beet. Erste Sala­te und Radies­chen wer­den schon geern­tet. Da gibt es Lücken. Noch mehr Gemü­se? Wer den Platz dafür nicht benö­tigt, pflanzt jetzt bun­te Som­mer­blu­men. Ein­jäh­ri­ge wie Zin­ni­en, Astern, Schmuck­körb­chen, Rin­gel­blu­me, Löwen­mäul­chen und vie­le mehr brin­gen mit ihren bun­ten Blü­ten nicht nur Far­be in den Gemü­se­gar­ten, sie lie­fern auch Nah­rung für vie­le Insek­ten. Ent­fernt man regel­mä­ßig Ver­blüh­tes, bil­den sich bis zum Frost ste­tig neue Blüten.

Grö­ße­re Lücken kön­nen Sie mit einer Grün­dün­gung ein­sä­en. Nicht nur, dass der Bewuchs dem Boden gut­tut, die Blü­ten bie­ten Nah­rung. Ger­ne besu­chen ver­schie­de­ne Insek­ten die Blü­ten von Phace­lia, dem Bie­nen­freund, und von Buch­wei­zen. Bei­de Pflan­zen sind mit kei­ner rele­van­ten Gemü­se­art ver­wandt und eig­nen sich des­halb beson­ders gut als Zwi­schen­frucht. Die Ansaat eines Bee­tes oder eines Teil­stückes mit einer ein­jäh­ri­gen Blu­men­mi­schung ist eben­falls denk­bar. Im Han­del fin­den Sie spe­zi­el­le Mischun­gen für (Wild-)Bienen, Schmet­ter­lin­ge und Sing­vö­gel mit Dill, Rin­gel­blu­me, Lein, Schmuck­körb­chen, Stu­den­ten­blu­me, Korn­blu­me, Klatsch­mohn und vie­lem mehr.

Gib den Bee­ten einen Rahmen

Wäh­rend frü­her Bee­te in vie­len Gemü­se­gär­ten mit nied­ri­gen Buchs­hecken umsäumt waren, sucht man jetzt nach Alter­na­ti­ven. Für nied­ri­ge mehr­jäh­ri­ge Beet­ein­fas­sun­gen, ganz nach dem Vor­bild von Bau­ern­gär­ten, eig­nen sich schnitt­ver­träg­li­che Kräu­ter, Stau­den und Klein­sträu­cher wie bei­spiel­wei­se Thy­mi­an, Hei­li­gen­kraut (San­to­li­na) und Laven­del. Alle die­se Pflan­zen las­sen sich pro­blem­los zurück- und in Form schnei­den. Wie wäre eine Umran­dung mit Monats­erdbee­ren? Neben der Nah­rung für die Bie­nen über vie­le Wochen freu­en wir uns über klei­ne, dafür lecke­re rote Frücht­chen. Bun­te Beet-Rah­men sind aber auch mit ver­schie­de­nen ein­jäh­ri­gen Blu­men mög­lich wie Kapu­zi­ner­kres­se, Rin­gel­blu­me oder auch mit der nied­rig­blei­ben­den Feu­er­boh­ne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmücken­den Blüten.

Kräu­ter gehö­ren dazu

Wich­ti­ge Nah­rungs­quel­len für Insek­ten sind unse­re Kräu­ter. Medi­ter­ra­ne wie Sal­bei, Thy­mi­an, Ore­ga­no und Laven­del benö­ti­gen einen eher trocke­nen Stand­ort, um ihr Aro­ma zu ent­fal­ten. Wein­rau­te (Ach­tung: star­ke Haut­re­ak­tio­nen bei Son­nen­licht!), Gewürz­fen­chel, Schnitt­lauch, Zitro­nen­me­lis­se und beson­ders Min­zen brau­chen etwas mehr Was­ser. Wäh­rend fast alle Kräu­ter einen son­ni­gen Platz bean­spru­chen, gedeiht Bär­lauch auch im Halb­schat­ten und Schatten.

Den­ken Sie bei der Kräu­ter­ern­te immer auch an Bie­nen und ande­re Insek­ten! Las­sen Sie des­halb einen Teil der Pflan­zen zum Blü­hen kom­men und schnei­den Sie erst anschlie­ßend zurück. Bei den ein­jäh­ri­gen Kräu­tern besu­chen die Bie­nen beson­ders ger­ne Bor­retsch, aber auch die Dol­den­blü­ten von Kori­an­der, Dill, Lieb­stöckel, Gar­ten­fen­chel und Peter­si­lie, die im zwei­ten Jahr blüht.

Nah­rung für Nützlinge

Auch Gemü­se­pflan­zen sind von Schäd­lin­gen nicht ganz ver­schont. Blatt­läu­se kön­nen jun­ges Gemü­se schä­di­gen. Mit ver­schie­de­nen Blü­ten­pflan­zen, die zwi­schen dem Gemü­se sit­zen und den ver­schie­de­nen Insek­ten Nah­rung bie­ten, locken sie auch Nütz­lin­ge an. So legen erwach­se­ne Schweb- und Flor­flie­gen ihre Eier zu den Blatt­laus­ko­lo­nien und die gefrä­ßi­gen Lar­ven hal­ten die Schäd­lin­ge in Schach.

Wer wei­te­re Fra­gen hat, wen­det sich an das Gar­ten­te­le­fon (Tel.: 0931/9801–147) oder schreibt eine E‑Mail an bay.​gartenakademie@​lwg.​bayern.​de.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf den Inter­net­sei­ten der Baye­ri­schen Gar­ten­aka­de­mie: www​.lwg​.bay​ern​.de/​g​a​r​t​e​n​a​k​a​d​e​m​i​e​/​i​n​d​e​x​.​php .

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