Bay­reu­ther MdL Tim Par­gent will Ober­fran­kens Grund­was­ser retten

Tim Pargent. Foto: Hans-Jürgen Herrmann
Tim Pargent. Foto: Hans-Jürgen Herrmann

Grü­nes Anfra­ge-Paket zeigt viel zu hohe che­mi­sche Bela­stung in allen baye­ri­schen Bezir­ken – auch in Oberfranken

Ein Anfra­ge-Paket der Land­tags-Grü­nen legt die Grund­was­ser­pro­ble­me in ganz Bay­ern offen und zeigt, dass die bis­he­ri­gen Maß­nah­men der Söder-Regie­rung nicht grei­fen. Über 90 Pro­zent des Trink­was­sers wird in Bay­ern aus Grund­was­ser gewon­nen. „Die Bela­stung mit Nitrat und Pesti­zi­den von Bay­erns Grund­was­ser ist in allen Bezir­ken viel zu hoch“, erklä­ren Patrick Friedl, Spre­cher für Natur­schutz, Rosi Stein­ber­ger, Spre­che­rin für Ver­brau­cher­schutz und Vor­sit­zen­de des Umwelt­aus­schus­ses des Baye­ri­schen Land­tags, und Chri­sti­an Hiern­eis, Spre­cher für Umwelt­po­li­tik: „Es ist gera­de­zu fahr­läs­sig, dass die Söder-Regie­rung die Pro­ble­me mit zu viel Nitrat und Pesti­zi­den im Grund­was­ser nicht angeht, obwohl sie seit Jahr­zehn­ten bekannt sind!“

In Ober­fran­ken sind vor allen die Land­krei­se Bam­berg, Lich­ten­fels und Coburg mit Nitrat im Grund­was­ser bela­stet. Der Spit­zen­wert mit 81mg/​l Nitrat, also dem 1,6fachen des Grenz­wer­tes, wur­de in Neu­ses im Lkr. Lich­ten­fels und in Gleis­muth­hau­sen im Lkr.Coburg fest­ge­stellt. In min­de­stens einem der letz­ten drei Jah­re wur­den Nitrat­wer­te über 37,5 mg/​l bzw. über 50 mg/​l in Ober­fran­ken bei 23,9 % bzw. 10,9 % der reprä­sen­ta­ti­ven WRRL-Mess­stel­len zur über­blicks­wei­sen Über­wa­chung festgestellt.

Bei den Pesti­zi­den spielt in Ober­fran­ken immer noch das längst ver­bo­te­ne Her­bi­zid Atra­zin und sein Abbau­pro­dukt eine gro­ße Rol­le. Der Spit­zen­wert mit 0,53µg/l Des­ethy­lat­ra­zin wur­de in einem Brun­nen der Rie­gel­stein­grup­pe im Lkr. Bay­reuth gemessen.

Vor über 20 Jah­ren hat die Euro­päi­sche Uni­on eine ihrer wich­tig­sten Geset­zes­wer­ke zum Schutz des Was­sers erlas­sen, die Was­ser­rah­men­richt­li­nie. Danach soll­ten Flüs­se und das Grund­was­ser inner­halb von 15 Jah­ren wie­der in einen „guten Zustand“ gebracht wer­den. Für das Grund­was­ser bedeu­te­te dies vor allem kei­ne Bela­stung mehr mit Nitrat und Pesti­zi­den. Die bei­den ober­frän­ki­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ursu­la Sowa und Tim Par­gent: „Doch auch im Jahr 2021 steht es schlecht um den Zustand unse­res Grund­was­sers. Es wird höch­ste Zeit, sich um sau­be­res Grund- und Trink­was­ser zu küm­mern. Es ist wich­tig, die Haupt­ver­ur­sa­cher, näm­lich inten­si­ve Tier­hal­tung und inten­si­ven Acker­bau zu benen­nen. Und dann muss es hei­ßen: Schluss mit den halb­her­zi­gen Maß­nah­men und her mit einer kon­se­quen­ten För­de­rung des Ökolandbaus.“