Land­kreis Lich­ten­fels gibt Gar­ten­tipps – Die Obst­hecke im Garten

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Gartentipp: Himbeerhecke / Foto: Landratsamt Lichtenfels

Gar­ten­tipp: Himbeerhecke/​Foto: Land­rats­amt Lichtenfels

Zäu­ne, Mau­ern und Hecken gren­zen Grund­stücke und Gär­ten ab. Sie sor­gen auch für Wohl­be­fin­den und einen geschütz­ten Raum. War­um nicht eine Hecke mit Mehr­fach­nut­zen? Die Fach­leu­te der Baye­ri­schen Gar­ten­aka­de­mie geben Tipps zu einer Obst­hecke, die sich an vie­len Orten rea­li­sie­ren lässt.

Thu­ja und Co. lei­den unter dem Kli­ma­wan­del. Da braucht es Alter­na­ti­ven. Sicher, eine Obst­hecke ist nicht ganz­jäh­rig dicht, aber gera­de in den Som­mer­mo­na­ten hält sie stö­ren­de Ein­blicke ab und schenkt Gebor­gen­heit im Gar­ten. Die Früch­te eig­nen sich dann auch noch zum Genießen.

Wenig Platz und rei­che Ernte

Beson­ders schma­le und nied­ri­ge­re Hecken las­sen sich gut mit Spa­lier-Bee­ren­obst ver­wirk­li­chen. Him- und Brom­bee­ren wer­den schon immer an Draht­rah­men fixiert und bil­den eine klas­si­sche Nasch­hecke. Nicht ganz so bekannt ist, dass auch Sta­chel- und Johan­nis­bee­ren gut an einem Gerüst wach­sen. Hier­für wer­den nur jeweils zwei bis drei jun­ge Trie­be an Dräh­ten fest­ge­bun­den, die aber sehr wüch­sig sind und gute Frucht­qua­li­tä­ten liefern.

Typisch für Draht­ge­rü­ste sind auch Klet­ter­pflan­zen wie die Kiwi­bee­re und die Tafel­trau­be. Bei­de wer­den am Ende des Win­ters stark zurück­ge­schnit­ten und bil­den über den Som­mer neben wohl­schmecken­den Früch­ten auch eine dich­te grü­ne Laub­wand. Durch den star­ken Wuchs eig­nen sich die Pflan­zen auch zum Begrü­nen von Per­go­len und Gitterelementen.

Eben­falls nur auf maxi­mal zwei Meter Höhe kön­nen Sie auch ande­re Obst­spa­lie­re hal­ten. Sehr gut lässt sich eine schma­le Abgren­zung mit Apfel- und Bir­nen­spa­lie­ren gestal­ten. Aller­dings gehö­ren Spa­lie­re zur Kür beim Obst­baum­schnitt und erfor­dern ein sorg­fäl­ti­ges Pfle­gen im Jah­res­ver­lauf. Durch ver­schie­de­ne Spa­lier­for­men sind sie tol­le Gestaltungselemente.

Darf es ein biss­chen mehr sein?

Höher als zwei Meter und trotz­dem schmal wird das Säu­len­obst oder Bal­le­ri­n­abäu­me. Es sind vor allem spe­zi­el­le Apfel­sor­ten, die wirk­lich nur als schma­le Säu­le mit domi­nie­ren­dem Stamm, an kur­zen Sei­ten­trie­ben ihre Früch­te bil­den. Durch die schma­le Wuchs­form kön­nen die Gehöl­ze mit einem Abstand von 50 Zen­ti­me­tern gepflanzt werden.

In eine brei­te­re Hecken­an­la­ge kön­nen Sie auch Wild­obst­sträu­cher mit ein­be­zie­hen: Schein- bzw. Zier­quit­te (Cha­e­nome­les) und Schwar­ze Apfel­bee­re (Aro­nia) als nied­ri­ge Büsche. Als Groß­sträu­cher kom­men Schwar­zer Holun­der, Kor­nel­kir­sche, Fel­sen­bir­ne und Hasel­nuss sowie Wild­pflau­men in Frage.

All­ge­mei­ne Informationen

Wo der Gar­ten nicht an einer viel befah­re­nen Stra­ße liegt, kön­nen Sie Obst­ge­höl­ze als nutz­brin­gen­des Ein­frie­dungs­ge­hölz ver­wen­den. Nied­ri­ge Obst­hecken eig­nen sich beson­ders für klei­ne Gär­ten, z.B. bei einem Rei­hen­haus, denn jeder Platz wird gut genutzt. Beach­ten Sie bei der Hecken­an­la­ge die Vor­schrif­ten. So gel­ten in Bay­ern all­ge­mein fol­gen­de Abstän­de: bei einer maxi­ma­len Höhe von zwei Metern beträgt der Pflanz­ab­stand 0,5 Meter zur Gren­ze. Bei Höhen dar­über blei­ben Sie zur Grund­stücks­gren­ze min­de­stens zwei Meter ent­fernt. Erkun­di­gen Sie sich vor­sorg­lich bei Ihrer Gemeindeverwaltung.

Ver­wen­den Sie bei der Anla­ge der Spa­lier­an­la­ge halt­ba­res lang­le­bi­ges Mate­ri­al (bei­spiels­wei­se ver­zink­tes Mate­ri­al oder Edel­stahl). Ihre Pflan­zen sol­len meh­re­re Jah­re dar­an wach­sen kön­nen. Holz ver­rot­tet oft inner­halb weni­ger Vege­ta­ti­ons­pe­ri­oden, gera­de dann wenn es mit Erde in Ver­bin­dung kommt.

Da Obst­ge­höl­ze nicht voll­kom­men blick­dicht ein­frie­den, kön­nen auch nur Teil­stücke des Gar­tens mit damit umrahmt wer­den. Dies lockert die Gar­ten­gren­ze auf.

Die Obst­hecke – wert­voll auch für andere

Zu unter­schied­li­che Zei­ten schmücken sich die Obst­ge­höl­ze mit schö­nen Blü­ten. Man­che sind klein und eher unschein­bar wie bei Sta­chel- und Johan­nis­bee­re, ande­re dage­gen besit­zen auf­fal­len­de gro­ße Blü­ten. Apfel­bäu­me erschei­nen dann im weiß-leicht rosa­far­be­nem Blü­ten­meer. Die Blü­ten der Obst­ge­höl­ze sind wah­re Bie­nen­ma­gne­te, denn dort fin­den Bie­nen und ande­re Insek­ten Nah­rung durch Pol­len und Nek­tar. Gleich­zei­tig nützt es auch uns, denn durch eine gute Bestäu­bung und Befruch­tung stei­gert sich die Ern­te­men­ge. Ern­ten wir nicht alles ab, z.B. bei einer Wild­obst­hecke, dann freu­en sich auch Vögel über die saf­ti­gen Früchte.

Wer wei­te­re Fra­gen hat, wen­det sich an das Gar­ten­te­le­fon (Tel.: 0931/9801–147) oder schreibt eine E‑Mail an bay.​gartenakademie@​lwg.​bayern.​de

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es außer­dem auf den Inter­net­sei­ten der Baye­ri­schen Gartenakademie: