Was ein Dampfross der Muse­ums­bahn im Wie­sent­tal mit Armin Laschet zu tun hat

DFS-Dampflok ELNA 6, als sie 1983 noch im Bergwerkseinsatz unterwegs war. Foto: Richard Neun
DFS-Dampflok ELNA 6, als sie 1983 noch im Bergwerkseinsatz unterwegs war. Foto: Richard Neun

Als Johan­nes Füngers sich Armin Lasche­ts Bewer­bungs­re­de zur Wahl zum Bun­des­vor­sit­zen­den der CDU anhör­te, wur­de der Vor­sit­zen­de der Dampf­bahn Frän­ki­sche Schweiz e.V. (DFS) hell­hö­rig. Da hat­te Laschet doch von sei­nem Vater berich­tet, der als Stei­ger auf der Zeche ANNA in Als­dorf bei Aachen tätig war.

Die­se Zeche des Esch­wei­ler Berg­werks­ver­eins ist bei Eisen­bahn­freun­den im All­ge­mei­nen und bei den Muse­ums­ei­sen­bah­nern der Dampf­bahn Frän­ki­sche Schweiz im Beson­de­ren ein Begriff. Denn hier wur­den sogar noch bis 1992 Dampf­lo­ko­mo­ti­ven ein­ge­setzt. Vor allem aber: Bereits 1989 konn­te die DFS eine beson­ders wert­vol­le Maschi­ne von dort erwer­ben: Lok ANNA 10, die von 1961 – übri­gens dem Geburts­jahr Armin Lasche­ts – bis 1987 dort im schwe­ren Ver­schie­be­dienst ein­ge­setzt war. Gebaut wur­de die Lok frei­lich schon 1930: Nicht für eine Zechen­bahn, son­dern als typi­sche stan­dar­di­sier­te Pri­vat­bahn-Maschi­ne für die Hers­fel­der Kreisbahn.

Seit 1993 ist die 700 PS star­ke Maschi­ne der Bau­art ELNA 6 als Lok 4 die Lei­stungs­trä­ge­rin unter den Dampf­rö­ssern der DFS auf der ver­eins­ei­ge­nen Muse­ums­strecke zwi­schen Eber­mann­stadt und Beh­rin­gers­müh­le, auch wenn sie sich in der kom­men­den Sai­son wegen einer anste­hen­den Kes­sel-Revi­si­on erst ein­mal eine Pau­se gön­nen muss. Das Foto zeigt die Lok 1983 noch im Ein­satz auf der Zeche ANNA im Aache­ner Stein­koh­le­re­vier, das natür­lich mit dem Koh­le­aus­stieg längst schon Geschich­te ist.

Johan­nes Füngers hat die­sen über­ra­schen­den Bezug zur Fami­lie des Mini­ster­prä­si­den­ten und frisch gewähl­ten Bun­des­vor­sit­zen­den zum Anlass genom­men, Armin Laschet zu schrei­ben und in die Frän­ki­sche Schweiz – und damit in die Hei­mat­re­gi­on sei­nes baye­ri­schen Amts­kol­le­gen Mar­kus Söder – ein­zu­la­den. Gesprächs­be­darf zwi­schen den bei­den Vor­sit­zen­den der Schwe­ster­par­tei­en CDU und CSU besteht ja ohne­hin – nicht zuletzt mit Blick auf die Kanz­ler­kan­di­da­tur. In Anspie­lung auf das legen­dä­re Früh­stück Ange­la Mer­kels im Jahr 2002 bei Edmund Stoi­ber in Wolf­rats­hau­sen, bei dem Mer­kel Stoi­ber die Kanz­ler­kan­di­da­tur über­las­sen hat­te, schrieb der Vor­sit­zen­de des Muse­ums­bahn-Ver­eins: „Der Besuch in Fran­ken muss sich ja nicht auf ein Früh­stück bei oder mit Mar­kus Söder beschrän­ken.“ Und auch Bay­erns Mini­ster­prä­si­den­ten Mar­kus Söder hat die DFS über die­sen inter­es­san­ten Zusam­men­hang infor­miert. „Mal sehen, was sich dar­aus ent­wickelt“, meint Füngers abwartend.

Jeden­falls hof­fen die ehren­amt­lich täti­gen Muse­ums­ei­sen­bah­ner, Anfang Mai – wenn auch unter Hygie­ne­auf­la­gen, die sie bereits in der ver­gan­ge­nen Sai­son erfolg­reich umge­setzt haben – wie­der den histo­ri­schen Zug­ver­kehr im Wie­sent­tal auf­neh­men zu kön­nen. „Das Lüf­ten ist bei unse­rer Muse­ums­bahn ohne­hin kein Pro­blem, denn in den histo­ri­schen Per­so­nen­wa­gen las­sen sich im Unter­schied zur moder­nen Eisen­bahn noch die Fen­ster öff­nen. Und im Übri­gen kön­ne man sich den Fahrt­wind auch auf den offe­nen Platt­for­men um die Nase wehen las­sen“, so Füngers. Mit einem festen Fahr­plan an allen Sonn- und Fei­er­ta­gen von Anfang Mai bis Ende Okto­ber und etwa 25.000 Fahr­gä­sten – das ent­spricht ca. 40.000 soge­nann­ten Beför­de­rungs­fäl­len – gehört die DFS zu den tou­ri­sti­schen Leucht­tür­men der Frän­ki­schen Schweiz.