Bay­reu­ther Fir­ma Rich­ter R&W Steue­rungs­tech­nik GmbH für den renom­mier­ten Seif­riz-Preis 2020 nominiert

Bei­spiel­haf­te Koope­ra­ti­on zwi­schen Hand­werk und Wissenschaft

Es ist eine gelun­ge­ne Koope­ra­ti­on von Hand­werk und Wis­sen­schaft: Zusam­men mit der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und Fraun­ho­fer in Erlan­gen hat Bernd Zeil­mann, Ober­mei­ster der Elek­tro-Innung Bay­reuth, ein intel­li­gen­tes Ener­gie­sy­stem ent­wickelt, dass im Rah­men der Ener­gie­wen­de vor allem im gewerb­li­chen und kom­mu­na­len Bereich eine effi­zi­en­te und nach­hal­ti­ge Ener­gie­nut­zung ermög­licht. Dafür wur­de sei­ne Fir­ma, die Rich­ter R&W Steue­rungs­tech­nik GmbH, zusam­men mit ihren Pro­jekt­part­nern, dem Lehr­stuhl für Mess- und Regel­tech­nik an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und dem Fraun­ho­fer Insti­tut für inte­grier­te Syste­me und Bau­ele­men­te­tech­no­lo­gie IISB aus Erlan­gen, für den renom­mier­ten Seif­riz-Preis nominiert.

„Die­se Nomi­nie­rung ist für uns eine ganz beson­de­re Ehre und Aner­ken­nung, macht sie doch sicht­bar, dass tech­ni­sche Inno­va­tio­nen im Hand­werk umge­setzt wer­den kön­nen“, zeigt sich Bernd Zeil­mann stolz. Dies sei nur durch die erfolg­rei­che Koope­ra­ti­on zwi­schen sei­nem Hand­werks­be­trieb und der Wis­sen­schaft mög­lich geworden.

In der Zusam­men­ar­beit der drei Pro­jekt­part­ner wur­de ein intel­li­gen­ter Ener­gie­kno­ten (IEK) ent­wickelt, der ver­schie­de­ne Modu­le zur Umwand­lung, Ein­spei­sung, Spei­che­rung und Abga­be von selbst­er­zeug­ter Ener­gie, inklu­si­ve Not­strom­funk­tio­na­li­tät zusam­men­bringt. Die­se Modu­le sei­en per­fekt auf­ein­an­der abge­stimmt, spiel­ten des­halb pro­blem­los zusam­men und spar­ten durch Eigen­strom­nut­zung und Ent­la­stung der Net­ze somit in erster Linie Kosten, erklärt der Obermeister.

Dies gelin­ge auch durch ein prä­dik­ti­ves (vor­aus­schau­en­des) Rege­lungs­kon­zept, wel­ches die Ener­gie­prei­se berück­sich­tigt und aus den Para­me­tern, wie Wet­ter­vor­her­sa­ge und Son­nen­schein­dau­er, die Pro­duk­ti­ons­lei­stung der PV-Anla­ge errech­net. Kom­plett auto­ma­ti­siert wür­den die gün­stig­sten Bedin­gun­gen für Eigen­ver­brauch, Ein­spei­sung und Spei­che­rung gesucht, ohne dass der Kun­de dabei manu­ell ein­grei­fen muss. Bernd Zeil­mann: „So wird bei­spiels­wei­se der Spei­cher dann gefüllt, wenn es preis­lich gün­stig ist oder über­schüs­si­ge Ener­gie zur Ver­fü­gung steht. Zugriff auf den Strom­spei­cher nimmt man dann, wenn die Rah­men­be­din­gun­gen wie Wet­ter oder Preis ungün­stig für den Ver­brau­cher sind oder die Netz­ver­sor­gung ausfällt.“

„Ein System wie die­ses gibt es in der Art und Wei­se momen­tan noch nicht am Markt. Es wird aber von vie­len vehe­ment gefor­dert, da im Rah­men der Ener­gie­wen­de neue Rah­men­be­din­gun­gen der Ener­gie­wirt­schaft ent­ste­hen. Dabei setzt man neben redu­zier­tem Netz­ent­gelt durch Spit­zen­last­kap­pung unter ande­rem auch auf fle­xi­ble Strom­prei­se, die sich stünd­lich ändern kön­nen“, stellt Bernd Zeil­mann klar. „Zudem war es bis­her so, dass die Ener­gie­ver­sor­gung in Gebäu­den immer indi­vi­du­ell geplant und für die jewei­li­gen Bedürf­nis­se des Kun­den ent­wickelt wur­de. Das ist ziem­lich teu­er“. Die jetzt geschaf­fe­nen Modu­le könn­ten in gro­ßem Stil pro­du­ziert und dann stan­dard­mä­ßig, Sei­te 2 je nach Bedarf, instal­liert und kom­bi­niert wer­den. „Auch das spart natür­lich Geld“, ist Bernd Zeil­mann überzeugt.

Mit sei­ner Fir­ma, der Rich­ter R&W Steue­rungs­tech­nik GmbH, hat sich Bernd Zeil­mann nach der Paten­tie­rung des neu­ar­ti­gen Steu­er- und Regel­sy­stems den Mar­ken­na­men sichern las­sen und das neu­ar­ti­ge modu­la­re Ener­gie­sy­stem ent­wickelt. Dabei wur­de er von der Betriebs- und Inno­va­ti­ons­be­ra­tung der Hand­werks­kam­mer von Ober­fran­ken unter­stützt. An der Uni­ver­si­tät Bay­reuth wur­den Pro­gno­se­me­tho­den erar­bei­tet, sowie das System im Labor gete­stet und opti­miert. Fraun­ho­fer IISB hat die nicht am Markt ver­füg­ba­re Lei­stungs­elek­tro­nik für das inte­grier­te DC-Netz beigesteuert.

„In die­ser Koope­ra­ti­on konn­ten alle Part­ner viel von­ein­an­der ler­nen – die Wis­sen­schaft vom Hand­werk und das Hand­werk von der Wis­sen­schaft“, beschreibt Bernd Zeil­mann sei­ne Erfah­run­gen in die­sem Pro­jekt. Für ihn ein Weg, der in Ober­fran­ken auf­grund der pas­sen­den Rah­men­be­din­gun­gen ruhig häu­fi­ger began­gen wer­den könn­te. „Es gibt genü­gend inno­va­ti­ve Hand­werks­be­trie­be, aber auch aus­ge­zeich­ne­te For­schungs­ein­rich­tun­gen, die von­ein­an­der pro­fi­tie­ren kön­nen“. Um inter­na­tio­nal kon­kur­renz­fä­hig zu blei­ben, sei ein beschleu­nig­ter Inno­va­ti­ons­trans­fer aus der For­schung in die Pra­xis unab­ding­bar. Dies siche­re Wert­schöp­fung und Wohl­stand in der Region.

Der Seif­riz-Preis wird vom Ver­ein Tech­no­lo­gie­trans­fer Hand­werk e.V. bereits seit 30 Jah­ren im zwei­jäh­ri­gen Rhyth­mus ver­ge­ben. Als bun­des­wei­ter Trans­fer­preis des deut­schen Hand­werks prä­miert und wür­digt die­ser Preis her­aus­ra­gen­de Koope­ra­tio­nen zwi­schen Hand­werk und Wis­sen­schaft. Mehr Infos unter www​.seif​riz​-preis​.de