Bay­reu­ther Kli­ma­schutz star­tet durch

(von links): Jana Edlin­ger und Gesa Thomas.

Die neu­en Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin­nen Gesa Tho­mas und Jana Edlin­ger erar­bei­ten inte­grier­tes Klimaschutzkonzept

BAY­REUTH – Mit Schwung wol­len die neu­en Bay­reu­ther Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin­nen Gesa Tho­mas und Jana Edlin­ger die Kli­ma­zu­kunft in der Stadt Bay­reuth vor­an­trei­ben. Seit Okto­ber för­dert das Bun­des­um­welt­mi­ni­ste­ri­um im Rah­men der natio­na­len Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve ihre Stel­le, die sich die bei­den erfah­re­nen Kli­ma­schutz­ex­per­tin­nen tei­len. Ziel ist es, unter Ein­be­zie­hung der Bür­ger­schaft ein inte­grier­tes Kli­ma­schutz­kon­zept aus­zu­ar­bei­ten und umzusetzen. 

2019 hat­te die „Fri­days for Future“-Bewegung in der Bür­ger­ver­samm­lung ein sol­ches Kon­zept gefor­dert, das vom Stadt­rat beschlos­sen wur­de. Das Kon­zept wird neben einer Ist-Bewer­tung der Treib­haus­gas­aus­stö­ße in der Stadt einen Kata­log sinn­vol­ler Maß­nah­men zu deren Sen­kung ent­hal­ten, Wege zur Umset­zung auf­wei­sen und Kli­ma­zie­le für Bay­reuth festlegen.

Zu eini­gen Kli­ma­zie­len hat sich die Stadt dabei auf Anra­ten des neu­en Kli­ma­schutz­ma­nage­ments bereits bekannt: So hat der Stadt­rat den Kli­ma­pakt der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg (EMN) und die Bestre­bung zu des­sen Umset­zung durch Beschluss bestä­tigt. Das bedeu­tet unter ande­rem, dass die Stadt einen Bei­trag lei­stet, die Treib­haus­gas­emis­sio­nen in der EMN deut­lich zu sen­ken, sich für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung ein­setzt, vor allem im Wär­me­be­reich, und Lösun­gen für kli­ma­freund­li­che Mobi­li­tät sucht. Außer­dem wur­de der Bei­tritt zum Kli­ma-Bünd­nis der euro­päi­schen Städ­te mit indi­ge­nen Völ­kern der Regenwälder/​Alianza del Cli­ma e.V. beschlos­sen, der eben­falls die Bin­dung an Kli­ma­zie­le wie mas­si­ve CO2-Ein­spa­run­gen im Stadt­ge­biet und den Erhalt des tro­pi­schen Regen­wal­des Ama­zo­ni­ens vor­aus­setzt. In die­sem Bünd­nis sind 1.800 Mit­glieds­kom­mu­nen aus 27 Län­dern orga­ni­siert, dar­un­ter knapp hun­dert in Bayern.

Bei­de Beschlüs­se die­nen einem inten­si­ven über­re­gio­na­len Aus­tausch zu bestehen­den oder neu­en Kli­ma­schutz­pro­jek­ten auf baye­ri­scher und auf euro­päi­scher Ebe­ne. Sol­che Ver­net­zun­gen sehen Gesa Tho­mas (seit 1. Okto­ber bei der Stadt) und Jana Edlin­ger (ab 1. Janu­ar) auch im loka­len Bereich als eine der wich­ti­gen Auf­ga­ben an. Denn Kli­ma­schutz ist kein unbe­tre­te­nes Neu­land in der Regi­on, nur die struk­tu­rel­le Ver­an­ke­rung in der Ver­wal­tung und die Zusam­men­ar­beit mit Akteu­ren aus Poli­tik, Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Zivil­ge­sell­schaft müs­sen stär­ker eta­bliert wer­den: „Man muss das Rad nicht neu erfin­den, aber man muss es nut­zen. Und dafür hilft es, oft Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen“, so Tho­mas und Edlinger.

In ihren vor­he­ri­gen Tätig­kei­ten als Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin­nen des Land­krei­ses Bay­reuth und der Stadt Schwa­bach haben bei­de schon reich­lich Erfah­rung im Pro­jekt­ma­nage­ment für den kom­mu­na­len Kli­ma­schutz gesam­melt. Dazu gehört nach Mit­tei­lung von Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Ebers­ber­ger die Umset­zung von Pro­jek­ten in Hand­lungs­fel­dern wie Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien, ener­ge­ti­sche Ver­bes­se­rung von kom­mu­na­len Gebäu­den, Ener­gie­be­ra­tung, Rad­ver­kehr und Mobi­li­tät, kli­ma­freund­li­che Beschaf­fung und nach­hal­ti­ger Kon­sum, kli­ma­freund­li­cher Tou­ris­mus, Umwelt­bil­dung, Ernäh­rung und natür­lich viel Netz­wer­ken und Öffent­lich­keits­ar­beit. In Kür­ze wer­den die Infor­ma­tio­nen über die Kli­ma­schutz­ak­ti­vi­tä­ten auch auf der Web­sei­te der Stadt im Bereich Umwelt und Ener­gie erschei­nen. Im Initia­tiv­kreis der Kli­ma­schutz­ma­na­ger der EMN sind bei­de schon seit meh­re­ren Jah­ren inten­siv ein­ge­bun­den und haben mit die­ser Grup­pie­rung für die „CO2-Fasten-Chal­len­ge“ 2019 den bun­des­wei­ten Preis „Kli­ma­ak­ti­ve Kom­mu­ne“ gewonnen.