Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz lie­fert beim erst­ma­li­gen Ein­set­zen eines künst­li­chen Knie­ge­lenks eine soli­de Leistung

Symbolbild Gesundheit

Um Klas­sen besser

Im Kli­nik­check – einem gemein­sa­men Pro­jekt der Nürn­ber­ger Zei­tung und dem Lehr­stuhl für Gesund­heits­ma­nage­ment der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät in Nürn­berg – konn­te sich das zer­ti­fi­zier­te Endo­pro­the­tik­zen­trum am Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz bei der Bewer­tung einer Knie­ge­lenks­er­satz­ope­ra­ti­on im Ver­gleich zum Vor­jahr um zwei Klas­sen ver­bes­sern: Unter 24 bewer­te­ten Kran­ken­häu­sern platz­ier­te sich das Kli­ni­kum in der Klas­se der über­durch­schnitt­lich guten Häu­ser. Die Anzahl der Kom­pli­ka­tio­nen, die Ange­mes­sen­heit der Ent­schei­dung zur Ope­ra­ti­on und die Zufrie­den­heit der Pati­en­ten mit ihrer Kran­ken­haus­be­hand­lung waren aus­schlag­ge­bend für die Bewertung.

Haupt­ope­ra­teur PD Dr. med. Uwe Leh­mann, Chef­arzt der Unfall­chir­ur­gie am Kli­ni­kum in Forch­heim, führt das gute Abschnei­den auf den Ein­satz der robo­ter­ar­mas­si­stier­ten Ope­ra­ti­ons­tech­nik bei Knie­ge­len­ken zurück, die seit März 2018 ange­wandt wird. „Wir hat­ten im Refe­renz­jahr kei­ne ein­zi­ge chir­ur­gi­sche Kom­pli­ka­ti­on inner­halb von 90 bzw. 365 Tagen nach dem Ein­griff. Bei den mehr als 200 Pati­en­ten, die wir mit der robo­ter­ar­mas­si­stier­ten Metho­de ope­riert haben, muss­te bis­lang nie­mand nach­ope­riert wer­den.“ Die Robo­ter­ar­mas­si­tenz besticht durch ihre Prä­zi­si­on beim Sägen des Pro­the­sen­betts. Die Genau­ig­keit der navi­gier­ten Säge beträgt ein Zehn­tel Mil­li­me­ter und ein Grad – viel prä­zi­ser als alle bis­he­ri­gen Verfahren.

Lan­ger Lei­dens­weg – genaue Vorteil-Nachteil-Evaluation

Der Ent­schei­dung das Knie­ge­lenk oder Tei­le davon durch eine Pro­the­se erset­zen zu las­sen gehen in der Regel vie­le schmerz­er­füll­te Jah­re des Lei­dens vor­aus und kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie­maß­nah­men hel­fen nicht mehr. In den mei­sten Fäl­len hat eine Arthro­se die Struk­tur des Gelenks geschä­digt. Uwe Leh­mann beschreibt die Sorg­falt und das Augen­maß, mit dem der Ein­griff in Erwä­gung gezo­gen wird: „Bei 187.000 Knie­ge­len­ken, die 2016 ein­ge­setzt wur­den, wird schnell die Kri­tik laut, dass dies zu vie­le sei­en. Wir prü­fen des­halb ganz genau, ob sich der Pati­ent eig­net, sein Erkran­kungs­sta­di­um, die Vor­be­hand­lun­gen und mög­li­che Beglei­ter­kran­kun­gen. Erst wenn die Vor­tei­le einer Ope­ra­ti­on offen­sicht­lich über­wie­gen und eine Ver­bes­se­rung der Lebens­qua­li­tät durch die wie­der­ge­won­ne­ne grö­ße­re Beweg­lich­keit in Aus­sicht steht, raten wir zu einer Operation.“

Der Lehr­stuhl für Gesund­heits­ma­nage­ment, der die Stu­die durch­führt, merkt kri­tisch an, dass für eini­ge Behand­lun­gen eine län­ger­fri­sti­ge Betrach­tung not­wen­dig sei. So ent­stün­den z.B. 30 Pro­zent aller Kom­pli­ka­tio­nen nach dem Ein­set­zen eines künst­li­chen Gelen­kes nach dem Kran­ken­haus­auf­ent­halt. Die Rück­mel­dun­gen aus den nach­be­han­deln­den Reha­bi­li­ti­ons­kli­ni­ken sei­en aber eben­falls posi­tiv, beru­higt Ope­ra­teur Dr. med. Franz Roß­meißl: „Die Mako-Pati­en­ten sind ein­fach wei­ter und schnel­ler wie­der fit.“ In den Stu­di­en benö­ti­gen sie weni­ger Phy­sio­the­ra­pie­stun­den, Schmerz­mit­tel und Liegedauer.

Reha­bi­li­ta­ti­on

Dr. med. Ste­fan Mid­del­dorf, Chef­arzt der Ortho­pä­di­schen Abtei­lung der Schön Kli­nik Bad Staf­fel­stein, unter­streicht, dass das Reha-Ergeb­nis nach Endo­pro­the­tik vor allem durch pati­en­ten­be­zo­ge­ne Eigen­schaf­ten, Alter, Grad der Mobi­li­tät vor der Ope­ra­ti­on und kör­per­li­che Dekon­di­tio­nie­rung und Beglei­ter­kran­kun­gen variiere.

Prof. Dr. med. Bernd Klad­ny, Chef­arzt der Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie der Reha­bi­li­ta­ti­ons­kli­nik in Her­zo­gen­au­rach, erläu­tert die Viel­schich­tig­keit der oft lang­wie­ri­gen Hei­lungs­ver­läu­fe nach Knie­ge­lenk­ope­ra­tio­nen: „Im Ver­gleich zum Hüft­ge­lenk ist das Knie­ge­lenk mit weni­ger Weich­tei­len aus­ge­stat­tet und bio­me­cha­nisch viel kom­ple­xer auf­ge­baut – Den­ken Sie nur an die Kreuz­bän­der! Die sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung der Mus­ku­la­tur muss wie­der­her­ge­stellt wer­den. Mei­stens wird im Rah­men der Ope­ra­ti­on die Bei­n­ach­se kor­ri­giert, also X- oder O‑Beine. Die Exper­ti­se von erfah­re­nen Ope­ra­teu­ren trägt wesent­lich zu einem posi­ti­ven Ergeb­nis einer Knie­en­do­pro­the­se bei – und natür­lich die Erwar­tungs­hal­tung des Pati­en­ten.“ Wenn die­ser sport­lich sehr ambi­tio­niert ist, ist die Erwar­tung an das Ergeb­nis höher als bei einem Men­schen, der nur wie­der im All­tag und sei­nem häus­li­chen Umfeld zurecht­kom­men möchte.

Die Halt­bar­keit beträgt fünf­zehn Jah­re Bei einer kor­rek­ten fach­li­chen Beur­tei­lung, chir­ur­gisch ein­wand­frei­em Ein­griff sowie kom­pli­ka­ti­ons­lo­sem Ver­lauf kann von einer Halt­bar­keit der Implan­ta­te von 15 Jah­ren und dar­über hin­aus aus­ge­gan­gen werden.