Das Tech­ni­sche Hilfs­werk (THW) wird 70 Jah­re alt und die Orts­ver­bän­de Forch­heim und Kir­cheh­ren­bach fei­ern vir­tu­ell mit

70 Jah­re THW: Ehren­amt­lich getra­gen und in Deutsch­land sowie welt­weit für tech­nisch-huma­ni­tä­re Hil­fe im Ein­satz

Foto: THW Forchheim, Nicole Endres

Foto: THW Forch­heim, Nico­le End­res

Bonn. Seit sie­ben Jahr­zehn­ten enga­gie­ren sich Men­schen haupt-und ehren­amt­lich im Tech­ni­schen Hilfs­werk. Die THW-Hel­fe­rin­nen und ‑Hel­fer set­zen sich aus Über­zeu­gung und mit Begei­ste­rung auf der gan­zen Welt für Men­schen in Not­si­tua­tio­nen ein. Zum 70-jäh­ri­gen Bestehen wür­digt THW-Prä­si­dent Gerd Fried­sam ihre Bereit­schaft:

„Das frei­wil­li­ge Enga­ge­ment der rund 80.000 Ein­satz­kräf­te, ihre enor­me Lei­den­schaft für tech­nisch-huma­ni­tä­re Hil­fe und die hohe Pro­fes­sio­na­li­tät machen das THW heu­te zu einer in jeder Bezie­hung ein­zig­ar­ti­gen Organisation.Sie ist für die­Zu­kunft gut­auf­ge­stellt. Die THW-Ange­hö­ri­gen leben­je­den Tag in Deutsch­land und welt­weit die „Fas­zi­na­ti­on Hel­fen”. Auf­grund der aktu­el­len Coro­na-Lage fin­den die Fei­er­lich­kei­ten anläss­lich des 70. Jubi­lä­ums des THW online statt.

Ab kom­men­dem Sams­tag fin­den Sie aus die­sem Anlass auf www​.thw​.de Video-Gruß­wor­te, ein Video zur Geschich­te des THW sowie Auf­nah­men eini­ger spek­ta­ku­lä­rer THW-Ein­sät­ze der ver­gan­ge­nen sie­ben Jahr­zehn­te. In einem wei­te­ren Video­clip mit dem Titel „80.000 Grün­de“ erzäh­len THW-Hel­fe­rin­nen und ‑Hel­fer von ihrem Enga­ge­ment im THW. Am 22. August 1950 grün­de­te Otto Lummitzsch das THW als eine der ersten Zivil­schutz­ein­rich­tun­gen der Bun­des­re­pu­blik. In einem der ersten Inlands­gro­ß­ein­sät­ze eva­ku­ier­ten Ein­satz­kräf­te des THW wäh­rend der Sturm­flut 1962 in Ham­burg und ent­lang der Nord­see­kü­ste Men­schen, sicher­ten Dei­che und ver­sorg­ten die Bevöl­ke­rung mit Trink­was­ser und Lebens­mit­teln.

Wäh­rend der Flut­ka­ta­stro­phe 2002 ent­lang der Elbe­ret­te­ten mehr als 24.000 THW-Kräf­te sechs Wochen lang mehr als 100.000 Men­schen und pump­ten und för­der­ten dabei mehr als 2,5 Mil­lio­nen Liter Was­ser pro Minu­te aus den Hoch­was­ser­ge­bie­ten. Aus den Flut-Erfah­run­gen her­aus­stell­te das THW „High Capa­ci­ty Pum­ping Modu­le“ auf und schaff­te vie­le Hoch­lei­stungs­pum­pen an. Die­se Schmutz­was­ser­spum­pen setz­ten THW-Hel­fe­rin­nen und Hel­fer bei­spiels­wei­se nach dem Hur­ri­kan Kat­ri­na 2005 in New Orleans ein. Heu­te ist das THW eine moder­ne Bevöl­ke­rungs­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on des Bun­des. Außer­dem gilt das THW als kom­pe­ten­ter und ver­läss­li­cher Part­ner für deut­sche Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie inter­na­tio­nal täti­ge Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. In Deutsch­land unter­stüt­zen ehren-und haupt­amt­li­che THW-Kräf­te seit März bun­des­weit die Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mieund stär­ken mit ihrer tech­nisch-logi­sti­schen Exper­ti­se dem medi­zi­ni­schen Per­so­nal den Rücken.

Die ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fe­rin Deutsch­land bil­den dabei das Fun­da­ment, um das viel­fäl­ti­ge Ein­satz­spek­trum des THW abzu­decken und jeder­zeit Men­sche­nin Not hel­fen zu kön­nen. In ihrer Frei­zeit neh­men sie an kosten­lo­sen Fort­bil­dun­gen und Lehr­gän­gen teil und berei­ten sich auf Hil­fe­lei­stun­gen im In-und Aus­land vor. Sie gestal­ten neben der Ein­satz­vor­be­rei­tung auch das Leben in den 668 THW-Orts­ver­bän­den. Im Ein­satz­fall sind es die Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber, die Fami­li­en und Ange­hö­ri­gen der THW-Kräf­te, die auf sie ver­zich­ten müs­sen und ihnen den Rücken frei­hal­ten. Seit 2019 bie­tet das THW zusätz­lich mit Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­plät­zen Men­schen jeden Alters neue Per­spek­ti­ven. Ab sechs Jah­ren kön­nen sich Inter­es­sier­te zudem in der THW-Jugend enga­gie­ren. Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne koope­riert das THW mit den Ver­ein­ten Natio­nen (VN) und ent­sen­det sei­ne Schnell-Ein­satz-Ein­hei­ten zur Sofort­hil­fe und führt mit den VN gemein­sam Lehr­gän­ge durch. In Zusam­men­ar­beit mit dem Aus­wär­ti­gen Amt unter­stüt­zen THW-Kräf­te außer­dem seit meh­re­ren Jah­ren Tune­si­en, Jor­da­ni­en und den Irak beim Auf­bau ehren­amt­li­cher Struk­tu­ren im Kata­stro­phen­schutz. Das THW ist die ehren­amt­li­che Ein­satz­or­ga­ni­sa­ti­on des Bun­des. Das Enga­ge­ment der bun­des­weit knapp 80.000 Frei­wil­li­gen, davon die Hälf­te Ein­satz­kräf­te, ist die Grund­la­ge für die Arbeit des THW im Bevöl­ke­rungs­schutz. Mit sei­nem Fach­wis­sen und den viel­fäl­ti­gen Erfah­run­gen ist das THW gefrag­ter Unter­stüt­zer für Feu­er­wehr, Poli­zei, Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­re. Das THW wird zudem im Auf­trag der Bun­des­re­gie­rung welt­weit ein­ge­setzt. Dazu gehö­ren unter ande­rem tech­ni­sche und logi­sti­sche Hil­fe­lei­stun­gen im Rah­men des Kata­stro­phen­schutz­ver­fah­rens der Euro­päi­schen Uni­on sowie im Auf­trag von UN-Orga­ni­sa­tio­nen.