Hilfs­be­rei­te Rent­ne­rin über­gibt Geld an Betrü­ger

Symbolbild Polizei

WEIß­DORF, LKR. HOF. Eine älte­re Dame woll­te am Don­ners­tag ihrer ver­meint­li­chen Enke­lin hel­fen, jedoch han­del­te es sich am Tele­fon um eine Betrü­ge­rin. Die hilfs­be­rei­te Senio­rin über­gab wenig spä­ter einem Unbe­kann­ten einen nied­ri­gen fünf­stel­li­gen Euro­be­trag. Die Kri­mi­nal­po­li­zei Hof ermit­telt. Wie­der­holt warnt die Ober­frän­ki­sche Poli­zei vor betrü­ge­ri­schen Anru­fen, die unab­hän­gig von der vor­ge­ge­be­nen Geschich­te, stets die Über­ga­be von Geld und Wert­sa­chen zum Ziel haben.

Bei dem soge­nann­ten Enkel­trick nut­zen die Täter die Arg­lo­sig­keit und Hilfs­be­reit­schaft der meist älte­ren Men­schen aus, indem sie bei den Tele­fon­ge­sprä­chen geschickt ein Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis vor­gau­keln. Sobald eine gewis­se Ver­trau­ens­ba­sis geschaf­fen ist, täu­schen die Betrü­ger bei­spiels­wei­se eine erfun­de­ne Not­la­ge oder drin­gen­de Inve­sti­ti­on vor, für die sie umge­hend eine grö­ße­re Geld­sum­me brau­chen.

Gegen 11.45 Uhr klin­gel­te das Tele­fon der Senio­rin in der Korn­berg­stra­ße in Weiß­dorf und durch geschick­te Gesprächs­füh­rung glaub­te die Frau, ihre Enke­lin in der Lei­tung zu haben. Die Anru­fe­rin erzähl­te ihr, nach einem Ver­kehrs­un­fall in Not zu sein; der Füh­rer­schein­ent­zug und eine Gerichts­ver­hand­lung droh­ten. Ein Anwalt hät­te gera­ten, dass sie die­sen Fol­gen mit einer ent­spre­chen­den Geld­zah­lung ent­ge­hen kön­ne. Da die betag­te Frau die im Raum ste­hen­de, fünf­stel­li­ge Sum­me zur Ver­fü­gung hat­te, hielt sie die Anru­fe­rin län­ge­re Zeit am Tele­fon, bis um 13.45 Uhr ein jun­ger Mann läu­te­te. Im Hof über­gab die Senio­rin dem Unbe­kann­ten eine dün­ne wei­ße Pla­stik­tü­te, in der sich das Geld in einem brau­nen Brief­ku­vert befand. Anschlie­ßend ging der Mann in Rich­tung des Orts­kerns davon.

Der Abho­ler wird als zir­ka 30 bis 40 Jah­re alt beschrie­ben. Er hat dunk­le Haa­re, einen leich­ten Bart und trug eine Schirm­müt­ze.

Die Kri­mi­nal­be­am­ten fra­gen:

  • Wer hat am Don­ners­tag um die Mit­tags­zeit bezie­hungs­wei­se am frü­hen Nach­mit­tag ver­däch­ti­ge Per­so­nen und/​oder Fahr­zeu­ge in der Korn­berg­stra­ße oder den umlie­gen­den Stra­ßen gese­hen?
  • Wem ist der Mann mit oben genann­ter Beschrei­bung auf­ge­fal­len?
  • Wer kann sonst Anga­ben machen, die im Zusam­men­hang mit dem Betrug ste­hen könn­ten?

Sach­dien­li­che Hin­wei­se nimmt die Kri­po Hof unter der Tel.-Nr. 09281/704–0 ent­ge­gen.

Die Ober­frän­ki­sche Poli­zei gibt fol­gen­de wich­ti­ge Tipps; infor­mie­ren Sie bit­te auch ihre älte­ren Ver­wand­ten und Bekann­ten:

  • Sei­en Sie miss­trau­isch, wenn sich eine Per­son am Tele­fon als Ver­wand­ter oder Bekann­ter aus­gibt, sich selbst nicht mit Namen mel­det und Geld­for­de­run­gen stellt.
  • Geben Sie kei­ne Aus­kunft über Ihre fami­liä­ren oder finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se.
  • Las­sen Sie sich zeit­lich und emo­tio­nal nicht unter Druck set­zen.
  • Stel­len Sie dem Anru­fer gezielt Fra­gen nach sei­nem fami­liä­ren Umfeld, bei­spiels­wei­se nach dem Namen der Mut­ter oder dem Wohn­ort und bestehen Sie auf die Beant­wor­tung.
  • Hal­ten Sie nach einem Anruf mit finan­zi­el­len For­de­run­gen mit ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen Rück­spra­che.
  • Über­ge­ben Sie nie­mals Geld oder Wert­ge­gen­stän­de an unbe­kann­te Per­so­nen – auch nicht, wenn sie angeb­lich im Auf­trag von Verwandten/​Bekannten han­deln.
  • Infor­mie­ren Sie sofort die Poli­zei, wenn Ihnen etwas ver­däch­tig vor­kommt – Not­ruf: 110.