Stern­war­te Feu­er­stein: Bil­der des Kome­ten NEO­WI­SE

Komet NEOWISE. Foto: Dr. Frank Fleischmann / Sternwarte Feuerstein e.V.
Komet NEOWISE. Foto: Dr. Frank Fleischmann / Sternwarte Feuerstein e.V.

Am 3. Juli 2020 durch­lief der aus der eisi­gen son­nen­fer­nen Regi­on des Son­nen­sy­stems kom­men­de tief­ge­fro­re­ne Kome­ten­kern, oft schmut­zi­ger Schnee­ball genannt, sei­nen son­nen­näch­sten Punkt in etwa 1/3 Erde-Son­ne-Ent­fer­nung. Durch die dort vor­herr­schen­de star­ke Strah­lung in Son­nen­nä­he wur­de der Kome­ten­kern sehr heiß und pro­du­ziert seit­dem viel flüch­ti­ge Gase und Staub, die durch das inten­si­ve Son­nen­licht – anfangs mehr als das Zehn­fa­che im Ver­gleich zu dem hier auf unse­rer Erde – hell erstrahl­ten. Mitt­ler­wei­le ent­fernt sich der Komet aber von der Son­ne, und ist gera­de in näch­ster Nähe zur Erde (etwa 100 Mio. km). Die Hel­lig­keit nimmt aber wegen der wach­sen­den Ent­fer­nung zur Son­ne ab. Einer­seits, da der Kome­ten­kern weni­ger Mate­ri­al ver­dampft, ande­rer­seits, da die Gase und der Staub nicht mehr so inten­siv beleuch­tet wer­den. Der Komet – anfangs mit dem blo­ßem Auge deut­lich sicht­bar – wird zum Ende des Juli und im August ein Fern­glas­ob­jekt.

Aktu­ell ist der Komet nach Son­nen­un­ter­gang und Däm­me­rung am Nord­west­him­mel unter dem Stern­bild des “Gro­ßen Wagen” mit einem Fern­glas auf­zu­fin­den. Schwä­cher wer­dend kön­nen wir ihn in den näch­sten Tagen über Westen nach Süd­we­sten ent­schwin­den sehen. Dabei erreicht er zum Monats­wech­sel etwa 20 Grad Höhe über dem Hori­zont um Ende August wie­der unter 10 Grad abzu­sin­ken. Lei­der wer­den in den näch­sten Tagen Wol­ken und dann das Mond­licht die Beob­ach­tung erschwe­ren. Mit sei­ner lan­gen Umlauf­zeit um die Son­ne wer­den die Men­schen den Kome­ten even­tu­ell in etwa 6800 Jah­ren erneut am Him­mel bewun­dern kön­nen.

Der Komet wur­de am 31. März von einem Tele­skop des WISE (Wide-field Infra­red Sur­vey Explo­rer) Satel­li­ten ent­deckt. Das Satel­li­ten­pro­gramm des WISE – Satel­li­ten dau­er­te vom Dezem­ber 2009 bis Febru­ar 2011 und umfass­te eine Kata­lo­gi­sie­rung von Objek­ten im Infra­rot­be­reich. Im Sep­tem­ber 2013 wur­de das Pro­jekt NEO­WI­SE ins Leben geru­fen, bei dem erd­na­he Objek­te (NEO = NearEart­h­Ob­jects) unter­sucht wer­den soll­ten. Das Pro­jekt gab dem ent­deck­ten Kome­ten auch sei­nen Namen.

Hin­weis: Die Stern­war­te Feu­er­stein hat wie fast alle Stern­war­ten in Bay­ern coro­nabe­dingt noch nicht geöff­net. Beob­ach­tung also bit­te pri­vat pla­nen. Wich­tig ist ein im Westen/​Norden dunk­ler Ort mit frei­er Sicht ohne künst­li­che Licht­quel­len. Zuvor bit­te nicht Rau­chen (ver­schlech­tert das Seh­ver­mö­gen) und even­tu­ell Hei­del­bee­ren essen (ver­bes­sert das Seh­ver­mö­gen in der Nacht). Ein Fern­glas mit gerin­ger Ver­grö­ße­rung und gro­ßer Öff­nung ist die idea­le Beob­ach­tungs­hil­fe.

Frank Fleisch­mann

Auf­nah­me­da­ten der Fotos:
Komet C/2020 F3 (NEO­WI­SE)

Datum: 22.07.2020
Uhr­zeit: 0:15 MESZ
Optik: 35mm, 135mm bzw. 200mm
Blen­de: 2.8
Kame­ra: Canon EOS450D
Emp­find­lich­keit: ISO 1600
Belich­tungs­zeit: 30s (Ein­zel­bild)
Urhe­ber: Dr. Frank Fleisch­mann / Stern­war­te Feu­er­stein e.V.