40-Mil­lio­nen-Euro-For­schungs­bau für DZI in Erlan­gen

Bis 2025 soll das „Cen­ter for Immu­no­the­ra­py, Bio­phy­sics & Digi­tal Medi­ci­ne (CITA­BLE)“ für For­scher aus FAU und Uni-Kli­ni­kum Erlan­gen fer­tig sein

Die Gemein­sa­me Wis­sen­schafts­kon­fe­renz von Bund und Län­dern (GWK) hat jetzt ein For­schungs­ge­bäu­de für rund 40 Mil­lio­nen Euro in direk­ter Nach­bar­schaft zum Deut­schen Zen­trum Immun­the­ra­pie (DZI) am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Erlan­gen der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg (FAU) geneh­migt. Das „Cen­ter for Immu­no­the­ra­py, Bio­phy­sics & Digi­tal Medi­ci­ne (CITA­BLE)“ soll auf dem Nord­ge­län­de des Uni-Kli­ni­kums Erlan­gen zwi­schen Kopf­kli­ni­ken und Inter­ni­sti­schem Zen­trum bis Ende 2025 vom Staat­li­chen Bau­amt Erlan­gen-Nürn­berg errich­tet wer­den.

Im CITA­BLE sol­len aktu­el­le Stra­te­gien der Immun­the­ra­pie mit neu­ar­ti­gen Ana­ly­se­me­tho­den der Bio­phy­sik und den Mög­lich­kei­ten der moder­nen digi­ta­len Medi­zin zur Ent­wick­lung und Anwen­dung neu­er Dia­gno­stik- und The­ra­pie­ver­fah­ren für chro­ni­sche Ent­zün­dungs­pro­zes­se kom­bi­niert wer­den. „Künf­tig kön­nen wir The­ra­pie­ent­wick­lung und Pati­en­ten­ver­sor­gung am Uni-Kli­ni­kum Erlan­gen durch den nun geneh­mig­ten For­schungs­neu­bau noch enger mit­ein­an­der ver­zah­nen“, sag­te der Dekan der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät der FAU und Spre­cher des DZI, Prof. Dr. Mar­kus Neurath, auf einer Pres­se­kon­fe­renz in Erlan­gen. Das CITA­BLE wer­de in unmit­tel­ba­rer räum­li­cher Nähe zur kli­ni­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung am Inter­ni­sti­schen Zen­trum mit dem Deut­schen Zen­trum Immun­the­ra­pie und dem Com­pre­hen­si­ve Can­cer Cen­ter Erlan­gen-EMN errich­tet. „Durch eine direk­te bau­li­che Anbin­dung über eine Ver­bin­dungs­brücke zum DZI, in dem die kli­ni­sche Pati­en­ten­ver­sor­gung statt­fin­det, wird es mög­lich, einen bidi­rek­tio­na­len, trans­la­tio­na­len For­schungs­an­satz in idea­ler Wei­se ‚bed to bench‘ und ‚bench to bed‘ umzu­set­zen“, erklär­te Prof. Neurath.

Stu­di­en der ver­gan­ge­nen Jah­re wür­den zei­gen, dass Ent­zün­dungs­vor­gän­ge durch den Ein­satz von Immun­the­ra­pien mit gro­ßem Erfolg behan­delt wer­den kön­nen. Aller­dings sprä­chen nicht alle Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten auf die bis­her ver­füg­ba­ren Immun­the­ra­pien an. Daher sei ein neu­es mole­ku­la­res Ver­ständ­nis die­ser Erkran­kun­gen not­wen­dig. „Je bes­ser die immu­no­lo­gi­schen Vor­gän­ge in den ent­zün­de­ten Gewe­ben ver­stan­den wer­den, desto ziel­ge­rich­te­ter kann die Aus­wahl der opti­ma­len indi­vi­du­el­len The­ra­pie­stra­te­gie erfol­gen. Hier­bei ist es das Ziel, die Immun­the­ra­pie für betrof­fe­ne Pati­en­ten gezielt unter Ein­be­zie­hung neue­ster bio­phy­si­ka­li­scher Mess­me­tho­den und digi­ta­ler Ana­ly­se­ver­fah­ren zu ent­wickeln und aus­zu­wäh­len“, erläu­ter­te Prof. Neurath. Als erster Mei­len­stein in die­se Rich­tung wur­de 2018 das DZI am Uni-Kli­ni­kum Erlan­gen und an der FAU errich­tet, in dem Exper­ten ver­schie­de­ner Fach­dis­zi­pli­nen Pati­en­ten mit chro­ni­schen Ent­zün­dun­gen und Krebs­er­kran­kun­gen inter­dis­zi­pli­när behan­deln. „Das CITA­BLE ist nun der zwei­te zen­tra­le Mei­len­stein“, sag­te Prof. Neurath.

Eines der besten Vor­ha­ben in Deutsch­land und zen­tra­ler Bau­stein in der Medi­zin­for­schung

Laut FAU-Prä­si­dent Prof. Dr. Joa­chim Horn­eg­ger wird das CITA­BLE „eine gro­ße Anzie­hungs­kraft“ auf den neu­en For­schungs­cam­pus des Uni-Kli­ni­kums Erlan­gen haben: „Das CITA­BLE wird lokal unmit­tel­bar durch das For­schungs­zen­trum Trans­la­tio­nal Rese­arch Cen­ter (TRC) sowie das neue Max-Planck-Zen­trum für Phy­sik und Medi­zin (MPZPM), das die Ent­wick­lung von neu­en phy­si­ka­li­schen Mess­me­tho­den zum Ziel hat, unter­stützt und hat her­vor­ra­gen­de Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen und Medi­zin­tech­nik­fir­men aus der Regi­on.“ Der Antrag für die­sen For­schungs­bau habe sich in einem „hoch kom­pe­ti­ti­ven bun­des­wei­ten Ver­fah­ren“ (För­de­rung nach Art. 91b Grund­ge­setz) durch­ge­setzt und wur­de als eines der besten drei Vor­ha­ben in Deutsch­land aus­ge­zeich­net. „Die­ser gro­ße Erfolg für den Wis­sen­schafts­stand­ort Erlan­gen wur­de jetzt durch die Geneh­mi­gung der ent­spre­chen­den För­der­gel­der in Höhe von rund 40 Mil­lio­nen Euro durch die GWK noch ein­mal unter­stri­chen“, beton­te Prof. Horn­eg­ger.

Bernd Sibler, Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster für Wis­sen­schaft und Kunst, erklär­te vor Ort zur Bekannt­ga­be der För­de­rung: „Ich freue mich sehr über die Ent­schei­dung der GWK, denn mit dem CITA­BLE wird in Erlan­gen ein ein­zig­ar­ti­ges inter­dis­zi­pli­nä­res For­schungs­ge­bäu­de mit dem Cha­rak­ter eines Leucht­turm­pro­jek­tes ent­ste­hen. Hier wird in unmit­tel­ba­rer Nähe zur Pati­en­ten­ver­sor­gung erst­mals For­schung an der Schnitt­stel­le von Immun­the­ra­pie, Bio­phy­sik und der Digi­ta­len Medi­zin ermög­licht. Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler aus ver­schie­de­nen Fach­ge­bie­ten wer­den dar­an arbei­ten, bahn­bre­chen­de und teils welt­weit ein­zig­ar­ti­ge neue Dia­gno­stik- und Immun­the­ra­pie­ver­fah­ren bei Ent­zün­dungs- und Krebs­er­kran­kun­gen zu ent­wickeln – zum Woh­le der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Das CITA­BLE eröff­net für die FAU eine lang­fri­sti­ge For­schungs­per­spek­ti­ve auf inter­na­tio­nal höch­stem Niveau und wird zu einer hohen Attrak­ti­vi­tät des Stand­or­tes für exzel­len­te Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern aus aller Welt bei­tra­gen.“

Pati­en­ten mit Krebs und ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen pro­fi­tie­ren

Auch der Ärzt­li­che Direk­tor des Uni-Kli­ni­kums Erlan­gen, Prof. Dr. Dr. h. c. Hein­rich Iro, freut sich über die För­der­gel­der, von denen vor allem auch die Ver­sor­gung von Pati­en­ten mit Krebs und ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen am Stand­ort pro­fi­tie­ren wer­de. Chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen wie chro­nisch-ent­zünd­li­che Darm­er­kran­kun­gen, Schup­pen­flech­te (Pso­ria­sis) und Rheu­mato­ide Arthri­tis sei­en für Betrof­fe­ne stark bela­stend und könn­ten zu erheb­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen füh­ren. „Dar­über hin­aus kön­nen chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen oft­mals Aus­lö­ser für Krebs­er­kran­kun­gen sein und das Wachs­tum einer Viel­zahl von mali­gnen Erkran­kun­gen kon­trol­lie­ren. Eine früh­zei­ti­ge Dia­gno­stik und opti­mier­te The­ra­pie die­ser Erkran­kun­gen ist daher sehr wich­tig“, so Prof. Iro. Pati­en­ten­pro­ben wür­den künf­tig fuß­läu­fig vom Pati­en­ten­bett in ein CITA­BLE-Labor gebracht, was eine pati­en­ten­na­he For­schung auf höch­stem Niveau ermög­li­che. „Die Medi­zi­ner kön­nen ihre umfas­sen­de kli­ni­sche Exper­ti­se unmit­tel­bar in die For­schung ein­brin­gen und Erfolg ver­spre­chen­de For­schungs­er­geb­nis­se in Form von neu­en The­ra­pien im Rah­men von Stu­di­en direkt an die Pati­en­ten wei­ter­ge­ben“, so der Ärzt­li­che Direk­tor.

Wei­te­re DZI-Infor­ma­tio­nen unter www​.dzi​.life; DZI-Hot­line für Pati­en­ten mit chro­nisch-ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen unter Tele­fon: 09131 85–40333, für Krebs­pa­ti­en­ten unter Tele­fon: 09131 85–44944 (jeweils Mon­tag bis Frei­tag von 8.00 bis 12.00 Uhr)