Blick über den Zaun: „Fokus­siert! 100 Jah­re Deut­sche Reichs­bahn” – DB Muse­um setzt auf Aus­stel­lung unter frei­em Him­mel

(Nürnberg/​Berlin, 24. Juni 2020) Das DB Muse­um in Nürn­berg zeigt ab dem 25. Juni 2020 eine neue Son­der­aus­stel­lung unter frei­em Him­mel. „Fokus­siert! 100 Jah­re Deut­sche Reichs­bahn” prä­sen­tiert auf dem Frei­ge­län­de und in der Fahr­zeug­hal­le II 13 Dampf‑, Elek­tro- und Die­sel­fahr­zeu­ge der Jah­re zwi­schen 1920 und 1945. Dane­ben bie­tet die Aus­stel­lung unzäh­li­ge zeit­ge­nös­si­sche Fotos des Deut­schen Loko­mo­tiv­bild-Archivs (DLA) und damit einen viel­fäl­ti­gen Rück­blick in die Welt der Reichs­bahn­zeit.

Muse­ums­di­rek­tor Dr. Oli­ver Göt­ze: „Die Grün­dung der Deut­schen Reichs­bahn war ein Mei­len­stein in der deut­schen Ver­kehrs­ge­schich­te – ver­gleich­bar nur mit der Fahrt des Adlers oder der Bahn­re­form. Wir bege­hen die­ses Jubi­lä­um auf viel­fäl­ti­ge Wei­se: Mit Fahr­zeu­gen, die vie­le Jah­re nicht zu sehen waren, einem außer­ge­wöhn­li­chen visu­el­len Zugang und vor allem mit umfang­rei­chen Begleit­an­ge­bo­ten, die den Aus­stel­lungs­be­such unter frei­em Him­mel, gera­de jetzt wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie, zu einem beson­de­ren Erleb­nis machen.”

Auf den Spu­ren der ersten Train­spot­ter
1920 beginnt in Deutsch­land ein neu­es Eisen­bahn­zeit­al­ter. Aus den Bahn­ge­sell­schaf­ten der ein­zel­nen Län­der wird erst­mals ein natio­na­les Eisen­bahn­un­ter­neh­men geformt – die Deut­sche Reichs­bahn. Die Aus­stel­lung im DB Muse­um erin­nert an die Grün­dung. Sie stellt einer­seits die Trieb­fahr­zeu­ge und deren viel­sei­ti­ge Ent­wick­lung in Deutsch­land bis zum Ende des Zwei­ten Welt­kriegs in den Fokus, auf der ande­ren Sei­te kön­nen sich die Muse­ums­gä­ste auf die Spu­ren der ersten Train­spot­ter bege­ben. Zwi­schen 1929 und 1945 scheu­en eisen­bahn­be­gei­ster­te Foto­gra­fen weder Kosten noch Mühen und schaf­fen ein ein­zig­ar­ti­ges Bild­ge­dächt­nis: Das Deut­sche Loko­mo­tiv­bild-Archiv. Es steht für eine bis heu­te weit ver­brei­te­te Lei­den­schaft und ihre Anfän­ge, die Eisen­bahn­fo­to­gra­fie.
13 Eisen­bahn­fahr­zeu­ge zei­gen die gro­ßen The­men der Zeit
Die Ori­gi­nal­fahr­zeu­ge ste­hen für die gro­ßen Fort­schritts­the­men der Zeit: „Elek­tri­sie­rung”, die Ent­wick­lung von Ein­heits­lo­ko­mo­ti­ven, Fort­schritts­druck und den Auf­bau des Schnell­ver­kehrs. Fahr­zeu­ge von Pri­vat- und Län­der­bah­nen zei­gen die Schwie­rig­kei­ten beim Über­gang in die Eisen­bahn­mo­der­ne.

Erst­ma­lig nach rund 15 Jah­ren ist die E 75 59175 059–5 wie­der im DB Muse­um zu sehen. Ein Brand beschä­dig­te das Fahr­zeug 2005 schwer; im Dampf­l­ok­werk Mei­nin­gen erfolg­te bis 2019 die Auf­ar­bei­tung. Und dank einer in den Loko­mo­tiv­ka­sten ein­ge­setz­ten Glas­schei­be, kön­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher einen Blick auf einen der bei­den Moto­ren wer­fen.

Mit der E 19 12 wird eine Schnell­zug-Loko­mo­ti­ve im 1985 von der Deut­schen Bun­des­bahn rekon­stru­ier­ten Aus­lie­fe­rungs­zu­stand mit den natio­nal­so­zia­li­sti­schen Hoheits­zei­chen gezeigt. Eine schat­tie­ren­de und kom­men­tier­te Abdeckung der Haken­kreu­ze weist das Fahr­zeug als Zeug­nis der Dik­ta­tur und der lan­gen Geschichts­ver­ges­sen­heit der alten Bun­des­re­pu­blik aus. Der Her­aus­for­de­rung eines kri­ti­schen Umgangs mit Relik­ten des NS-Regimes wur­de hier­bei Rech­nung getra­gen.

Die Mehr­zweck-Elek­tro­lo­ko­mo­ti­ve E 44 001 führt auf die Spu­ren der alten Mei­ster­fo­to­gra­fen des Deut­schen Loko­mo­tiv­bild-Archivs. Die­se ent­wickel­ten 14 Stan­dard­per­spek­ti­ven, um eine Loko­mo­ti­ve fach­ge­recht im Bild dar­zu­stel­len. Rund um die frei­ste­hen­de E 44 001 kön­nen alle Per­spek­ti­ven aus­pro­biert wer­den.

Wei­te­re aus­ge­stell­te Fahr­zeu­ge: E 91 99, 05 001, 38 2884, SVT 877, V 36 108, 78 510, EP 5, 50 622, LBE-Dop­pel­stock­wa­gen, E 94 279 (geplan­te Zufüh­rung im Som­mer)

Holz­tür­me erlau­ben fas­zi­nie­ren­de Foto-Per­spek­ti­ven
Vier für die Aus­stel­lung errich­te­te Holz­tür­me ermög­li­chen den Besu­che­rin­nen und Besu­chern span­nen­de Blick­win­kel auf die histo­ri­schen Fahr­zeu­ge. In rund zwei Metern Höhe eröff­nen sich neue Per­spek­ti­ven und per­fek­te Foto­mo­ti­ve.

Die dabei ent­ste­hen­den Fotos kön­nen unter dem Hash­tag #train­spot­ting­spot in den sozia­len Netz­wer­ken geteilt wer­den und sind live auf drei Moni­to­ren in der Fahr­zeug­hal­le sicht­bar. Die Muse­ums­gä­ste kön­nen auf die­se Wei­se die Aus­stel­lung aktiv mit­ge­stal­ten.

Umfang­rei­ches Begleit­pro­gramm mit Mega­fon-Füh­run­gen und Work­shops
Die Aus­stel­lung bie­tet ein umfang­rei­ches Begleit­pro­gramm unter frei­em Him­mel, das sich an Eisen­bahn­fans, Hob­by-Foto­gra­fen und Fami­li­en glei­cher­ma­ßen rich­tet. Sams­tags und sonn­tags fin­den bei trocke­nem Wet­ter um 17 Uhr Mega­fon-Füh­run­gen über das Frei­ge­län­de statt. Im Sep­tem­ber kön­nen sich Foto­be­gei­ster­te bei Work­shops mit dem Nürn­ber­ger Foto­gra­fen Uwe Niklas auf die Spu­ren der alten Mei­ster bege­ben (12.09. und 26.09.). Und an den Wochen­en­den sor­gen Fahr­ten auf der Hand­he­bel-Drai­si­ne (immer sonn­tags) und dem Bob­by­train-Par­cours für Spaß bei Groß und Klein. Vor­trä­ge, Son­der­füh­run­gen und kosten­freie Ral­lyes run­den das viel­sei­ti­ge Begleit­pro­gramm ab.

Das umfang­rei­che Hygie­nekon­zept des DB Muse­ums fin­det selbst­ver­ständ­lich auch auf den Flä­chen der neu­en Son­der­aus­stel­lung Anwen­dung.