Hall­stadter Fir­ma erstellt Gesichts­schil­de aus dem 3D-Drucker

Das Hall­stadter Unter­neh­men Stür­mer stellt Gesichts­schil­de mit­tels inno­va­ti­ver 3D-Druck­tech­no­lo­gie her und stellt die­se kosten­los für Kran­ken­häu­ser in der Regi­on zur Ver­fü­gung. Für den Land­kreis Bam­berg, die Stadt Hall­stadt und die Gemein­de Pett­stadt gab es zusätz­lich gut 5000 FFP-2-Mas­ken.

Der Geschäftsführer des Maschinengroßhändlers Stürmer, Kilian Stürmer, stellte Landrat Johann Kalb und den Bürgermeistern Thomas Söder (Hallstadt) und Jochen Hack (Pettstadt) in dieser Woche 5150 OP- und FFP2-Masken und zwei Dutzend Gesichtsschilde aus dem 3D-Drucker kostenlos zur Verfügung. Foto: Pressestelle Landratsamt

Der Geschäfts­füh­rer des Maschi­nen­groß­händ­lers Stür­mer, Kili­an Stür­mer, stell­te Land­rat Johann Kalb und den Bür­ger­mei­stern Tho­mas Söder (Hall­stadt) und Jochen Hack (Pett­stadt) in die­ser Woche 5150 OP- und FFP2-Mas­ken und zwei Dut­zend Gesichts­schil­de aus dem 3D-Drucker kosten­los zur Ver­fü­gung. Foto: Pres­se­stel­le Land­rats­amt

„Die Regi­on Bam­berg steht in der Coro­na-Kri­se eng zusam­men.“ Das zeigt sich nach den Wor­ten von Land­rat Johann Kalb an unzäh­li­gen Initia­ti­ven. Über­rascht wur­den der Land­rat und die Bür­ger­mei­ster Tho­mas Söder (Hall­stadt) und Jochen Hack (Pett­stadt) in die­ser Woche von einer Spen­de von 5150 OP- und FFP2-Mas­ken durch den Geschäfts­füh­rer des Maschi­nen­groß­händ­lers Stür­mer, Kili­an Stür­mer.

Das welt­weit ver­netz­te Unter­neh­men nutzt sei­ne Kon­tak­te zum einen auch, um seit Wochen mehr­mals pro Woche Mas­ken zum Bei­spiel aus Asi­en zu impor­tie­ren. Zunächst wur­den damit kosten­los Lie­fe­ran­ten und Kun­den aus den stark betrof­fe­nen Län­dern Ita­li­en, Spa­ni­en und Frank­reich ver­sorgt. Zum ande­ren setzt es nun inno­va­ti­ve eige­ne Tech­no­lo­gie ein, um drin­gend benö­tig­te Gesichts­schil­de zu pro­du­zie­ren. Mit einem Pro­gramm der Fir­ma Pru­sa Rese­arch (Tsche­chi­en) und dem von Stür­mer ent­wickel­ten Druck­kopf Opti­mum wer­den nun Gesichts­schil­de pro­du­ziert.

Die­ser 3D-Druck­kopf wur­de zusam­men mit der Uni­ver­si­tät Trier für den indu­stri­el­len Ein­satz zur Seri­en­rei­fe gebracht. Seit Ende letz­ter Woche kön­nen die benö­tig­ten Visie­re für Ärz­te, Kran­ken­haus- und Pfle­ge­per­so­nal mit den CNC-Fräs­ma­schi­nen sei­ner Mar­ke OPTI­MUM im 3D-Druck-Ver­fah­ren her­ge­stellt wer­den. Die­se sol­len begin­nend ab der näch­sten Woche im ersten Schritt den Kran­ken­häu­sern im Raum Bam­berg und Nord­bay­ern kosten­los zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Die ersten zwei Dut­zend Schil­de wur­den zu Wochen­be­ginn an Land­rat Johann Kalb über­ge­ben.

Der gro­ße Vor­teil der ein­ge­setz­ten Tech­no­lo­gie ist, dass sol­che Kunst­stoff­tei­le mit dem OPTI­MUM-3D-Druck­kopf OPTI­mill 3X in mann­lo­sen Neben­schich­ten auf han­dels­üb­li­chen CNC-Fräs­ma­schi­nen zusätz­lich her­ge­stellt wer­den kön­nen, die in Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben in den Haupt­schich­ten ander­wei­tig zum Ein­satz kom­men. Tags­über kön­nen dann die­se „neben­bei“ her­ge­stell­ten Tei­le mit gerin­gem manu­el­lem Auf­wand fer­tig­ge­stellt und sofort an die Kran­ken­häu­ser ver­teilt wer­den.

Zwar sind die Stück­zah­len nicht mit denen ver­gleich­bar, die mit her­kömm­li­chen indu­stri­el­len Kunst­stoff­be­ar­bei­tungs­ma­schi­nen, bei­spiels­wei­se im Spritz­guss­ver­fah­ren, erreicht wer­den. Dafür aber ent­fal­len teu­re Anschaf­fungs­ko­sten für Werk­zeu­ge und eben­so sind die Neben­ko­sten für Rüsten und Maschi­nen­be­die­nung äußerst gering. Dar­über hin­aus kön­nen pro­blem­los vie­le unter­schied­li­che Vari­an­ten selbst in gering­sten Los­grö­ßen nach indi­vi­du­el­lem Bedarf her­ge­stellt wer­den. Hier­für sind ledig­lich Ände­run­gen in den Maschi­nen­steue­rungs­pro­gram­men nötig, aber kei­ne teu­ren Kunst­stoff­werk­zeu­ge, die außer­dem mit einem hohen zeit­li­chen Vor­lauf zunächst erst ange­fer­tigt wer­den müss­ten.

Für die Her­stel­lung der Kunst­stoff­kom­po­nen­ten nutzt Stür­mer PLA Fila­ment, das sich auf­grund sei­nes gerin­gen Gewichts und sei­ner Fle­xi­bi­li­tät beson­ders gut zur Her­stel­lung der benö­ti­gen Bau­tei­le eig­net. Hin­zu kommt, dass die­ses Mate­ri­al aus nach­wach­sen­den und natür­li­chen Roh­stof­fen gewon­nen wird und daher ohne wei­te­res bio­lo­gisch abbau­bar ist.

Die ersten Pro­to­ty­pen der Schutz­schil­de hat Stür­mer auf sei­nem 3‑Achs-Fräszen­trum OPTI­mill F 80 in sei­nem Logi­stik­zen­trum in Pett­stadt bei Bam­berg gedruckt. Ab der näch­sten Woche sol­len erste Pro­duk­te an Kran­ken­häu­ser abge­ge­ben wer­den. Die dazu benö­tig­te Kon­struk­ti­ons­da­tei stammt von dem auf 3D-Druck-Ver­fah­ren spe­zia­li­sier­ten Unter­neh­men Pru­sa Rese­arch a.s. in Tsche­chi­en, das die­se spe­zi­ell für die Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie zur Ver­fü­gung gestellt hat. Kili­an Stür­mer, Inha­ber der Grup­pe, zöger­te kei­nen Moment und war sogleich begei­stert von der Idee, sich mit ver­ein­ten Kräf­ten über Lan­des­gren­zen hin­weg der Pan­de­mie ent­ge­gen­zu­stem­men. “Wir freu­en uns sehr, die­ses tol­le Kon­zept unse­rer tsche­chi­schen Nach­barn mit unse­rem Know-How und unse­rer jahr­zehn­te­lan­gen Erfah­rung im Bereich CNC-Frä­sen zu ver­knüp­fen und damit die­je­ni­gen Men­schen zu unter­stüt­zen, die sich aktu­ell für unser aller Gesund­heit bedin­gungs­los ein­set­zen“.