Sonn­tags­ge­dan­ken: Oster­ge­dan­ken

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Ostern ist kein Früh­lings­fest, wie es Goe­thes “Oster­spa­zier­gang” ver­mu­ten lässt, auch kein Weih­nachts­fest 2. Klas­se, wo die Kin­der mit Scho­ko­la­den­ei­ern vor­lieb neh­men müs­sen. Wor­um geht es aber an Ostern?

Adolf von Har­nack, einer der klüg­sten und geach­tet­sten Men­schen um 1900, for­mu­liert es so: “Was sich auch immer am Gra­be und in den Erschei­nun­gen zuge­tra­gen haben mag – eines steht fest: Von die­sem Gra­be her hat der unzer­stör­ba­re Glau­be an die Über­win­dung des Todes und an ein ewi­ges Leben sei­nen Ursprung genom­men.”

Otto Dibe­li­us, evan­ge­li­scher Bischof von Ber­lin wäh­rend der Ter­ror­herr­schaft der Nazis, drückt es so aus: “Man mag über die Auf­er­ste­hung Jesu im Ein­zel­nen den­ken, was man will, – dass damals etwas Unge­heue­res gesche­hen ist, und zwar ent­ge­gen allen mensch­li­chen Erwar­tun­gen und dass von die­sem unge­heue­ren Ereig­nis ein Strom von Kraft und Leben in die Mensch­heit hin­ein­ge­strömt ist, das kann nie­mand bestrei­ten.”

Die Jün­ger erwar­te­ten kei­ne Auf­er­ste­hung, waren im Gegen­teil ver­zwei­felt und ver­äng­stigt. Die Auf­er­ste­hung Jesu lässt sich natur­wis­sen­schaft­lich nicht erfas­sen, sprengt unser Vor­stel­lungs­ver­mö­gen. Also nur eine Sin­nes­täu­schung? War Jesus viel­leicht nur schein­tot? Damit aber wäre der Sie­ges­zug des Evan­ge­li­ums gegen alle Wider­stän­de nicht zu erklä­ren. Der Gekreu­zig­te hat den Tod über­wun­den, zeigt sich in sei­ner gött­li­chen Maje­stät und wird wie­der­kom­men, um uns alle zum “ewi­gen Leben” zu füh­ren. Wer dar­über kri­tisch, gleich­gül­tig, zynisch den Kopf schüt­telt, mag sich eine tröst­li­che­re, befrei­en­de­re Welt­an­schau­ung suchen.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neu­en­det­tels­au
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind