LBV Kreis­grup­pe Forch­heim infor­miert: Immer weni­ger Spat­zen pfei­fen von den Dächern

Weltspat­zen­tag: Immer weni­ger Spat­zen pfei­fen von den Dächern

Am 20. März ist Früh­lings­an­fang und Weltspat­zen­tag! – Immer weni­ger Platz für den Spatz

Hil­polt­stein, 18.03.20 – Wenn mit Früh­lings­an­fang die Tage län­ger und die Son­nen­strah­len kräf­ti­ger wer­den, kommt auch wie­der Leben in die Vogel­welt. Über­all piep­sen, zwit­schern und pfei­fen nun die Vögel wie­der um die Wet­te. Das mun­te­re Schwät­zen der Haus­sper­lin­ge beglei­tet uns das gan­ze Jahr über und stellt damit eine Aus­nah­me in der Vogel­welt dar. Für vie­le ist der Spatz ein „Aller­welts­vo­gel” und sei­ne Gegen­wart wird, viel­leicht auch wegen sei­ner ganz­jäh­ri­gen Anwe­sen­heit, als Selbst­ver­ständ­lich­keit hin­ge­nom­men. Doch das fröh­li­che Tschil­pen der Spat­zen, das einst an jeder Ecke zu hören war, ist in den letz­ten Jah­ren mehr und mehr ver­stummt. Denn es gibt immer weni­ger Platz für den Spatz. „Den Haus­sper­lin­gen fehlt es vor allem an geeig­ne­ten Nist­plät­zen an Gebäu­den und an Hecken oder Wand­be­grü­nun­gen als Unter­schlupf”, sagt LBV-Gebäu­de­brü­ter­ex­per­tin Corin­na Lie­berth. Zum Weltspat­zen­tag am 20. März will der LBV des­halb beson­ders dar­auf auf­merk­sam machen, wie jeder etwas für die Ret­tung der Spat­zen tun kann.

Das Ver­stum­men der Haus­sper­lin­ge hat ver­schie­de­ne Ursa­chen, wie Corin­na Lie­berth weiß: „Der Ver­lust von Brut­plät­zen durch Sanie­run­gen oder Neu­bau­ten, die den Spat­zen kei­nen Unter­schlupf mehr bie­ten, wirkt sich nega­tiv auf die Popu­la­tio­nen aus. Dazu gehört auch das Ver­schwin­den von Hecken und dich­ten Wand­be­grü­nun­gen, die den gesel­li­gen Vögeln als Ver­steck die­nen.” Zusätz­lich ist auch die Nah­rungs­ver­füg­bar­keit wich­tig. Erwach­se­ne Spat­zen ernäh­ren sich haupt­säch­lich von Pflan­zen­sa­men, Kör­nern und Getrei­de, doch für die Jun­gen­auf­zucht sind Insek­ten unver­zicht­bar. Insek­ten ent­wickeln sich vor allem auf Grün­flä­chen, auf denen man der Natur ihren Lauf lässt und Wild­pflan­zen unge­hin­dert wach­sen kön­nen – und die sind zuneh­mend Man­gel­wa­re.

Wer dem Spatz etwas Gutes tun möch­te, kann neben dem Anbrin­gen von Nist­kä­sten am Haus auch viel im eige­nen Gar­ten bewir­ken. Corin­na Lie­berth emp­fiehlt, eine dich­te Hecke oder eine blü­ten­rei­che Wie­se mit ein­hei­mi­schen Wild­pflan­zen anzu­le­gen. Auch über eine Vogel­trän­ke und einen Staub­ba­de­platz freu­en sich die gesel­li­gen Vögel. „Und schon ist eine klei­ne Spat­zen-Oase ent­stan­den und damit die Vor­aus­set­zung für ein ganz­jäh­ri­ges Spat­zen­kon­zert geschaf­fen. Und natür­lich nut­zen auch vie­le ande­re Vogel­ar­ten sol­che Lebens­räu­me und erfreu­en uns mit ihrem Gesang – zumin­dest jetzt im Früh­jahr.”

Für Spatzenfreund*innen und sol­che, die es wer­den wol­len, hält der LBV eine kosten­lo­se Bro­schü­re bereit, die erklärt, wie man Haus und Gar­ten spat­zen­ge­recht gestal­ten kann. Die Bro­schü­re kann man anfor­dern unter spatz@​lbv.​de oder 089 20027084.

Viel­fäl­ti­ges Tschil­pen

So mono­ton manch einem das Tschil­pen der Spat­zen erschei­nen mag: „Für jeden Gemüts­zu­stand haben Spat­zen unter­schied­li­che Ton­fol­gen, so wie auch wir je nach Situa­ti­on eine ande­re Ton­la­ge anschla­gen”, sagt Corin­na Lie­berth. Obwohl der Spat­zen­ge­sang das gan­ze Jahr über zu hören ist, tschil­pen auch sie jetzt im Früh­jahr am aus­dau­ernd­sten und inten­siv­sten. Denn jetzt geht es um so wich­ti­ge Spat­zen­the­men wie das Demon­strie­ren eines Nist­plat­zes und das Fin­den einer Part­ne­rin. Dazu kommt der Aus­tausch mit der Gemein­schaft beim gemein­sa­men „Sin­gen” an den Ruhe­plät­zen und spä­ter die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Jung­tie­ren. Aber auch die War­nung vor Fress­fein­den, oder der Aus­druck von Ver­är­ge­rung und Angst gehört ins Gesangs­re­per­toire der Spat­zen.

War­um gibt es den Weltspat­zen­tag?

Seit 2010 macht der von der indi­schen Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on „Natu­re Fore­ver Socie­ty” ins Leben geru­fe­ne Weltspat­zen­tag jähr­lich am 20. März auf den Rück­gang der Spat­zen auf­merk­sam. Und die­se Auf­merk­sam­keit ist mehr als berech­tigt – seit 2016 steht der Haus­sper­ling in Bay­ern auf der Vor­warn­li­ste der Roten Liste.

Das LBV-Pro­jekt „Der Spatz als Bot­schaf­ter der Stadt­na­tur”

Seit 2016 setzt sich der LBV mit dem vom Baye­ri­schen Natur­schutz­fonds geför­der­ten Pro­jekt „Der Spatz als Bot­schaf­ter der Stadt­na­tur” für den Schutz der Haus­sper­lin­ge und ande­rer Gebäu­de­brü­ter wie Mau­er­seg­ler, Rauch­schwal­ben, Mehl­schwal­ben, Turm­fal­ken und Doh­len ein. Neben kosten­lo­ser Bera­tung zur Auf­wer­tung städ­ti­scher Lebens­räu­me für Wild­vö­gel bie­tet der LBV auch eine Wan­der­aus­stel­lung zu Gebäu­de­brü­tern an.