All­ge­mein­ver­fü­gung des Land­rats­amts Bam­berg: Schutz­maß­nah­me vor einer Aus­brei­tung des Coro­na-Virus

All­ge­mein­ver­fü­gung des Land­rats­amts Bam­berg zur Ein­schrän­kung öffent­li­cher Ver­an­stal­tun­gen auf dem Gebiet des Land­krei­ses Bam­berg als Schutz­maß­nah­me vor einer Aus­brei­tung des Coro­na Virus

Gemäß § 28 des Geset­zes zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Infek­ti­ons­krank­hei­ten beim Men­schen (Infek­ti­ons­schutz­ge­setz – IfSG -) in Ver­bin­dung mit Art. 35 des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes – BayV­wVfG -) erlässt das Land­rats­amt Bam­berg fol­gen­de

All­ge­mein­ver­fü­gung

  1. Ver­an­stal­tun­gen aller Art ab einer Besu­cher­zahl von ins­ge­samt 500 Teil­neh­mern wer­den bis zum Ende der Oster­fe­ri­en (ein­schließ­lich 19.04.2020) unter­sagt.
  2. Für Groß­ver­an­stal­tun­gen (ab einer Teil­neh­mer­zahl von mehr als 1.000 Per­so­nen) gilt die All­ge­mein­ver­fü­gung des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­ums für Gesund­heit und Pfle­ge vom 11.03.2020.
  3. Für Ver­an­stal­tun­gen mit weni­ger als ins­ge­samt 500 Teil­neh­mern gilt fol­gen­des:
    1. Der Ver­an­stal­ter hat zu prü­fen, ob die Ver­an­stal­tung not­wen­dig ist und trotz des Infek­ti­ons­ri­si­kos durch­ge­führt wer­den kann. Gesichts­punk­te bei der Prü­fung sind ins­be­son­de­re:
    2. Fin­det nach Risi­ko­ab­wä­gung die Ver­an­stal­tung den­noch statt, gilt für sie fol­gen­des:
      • Pro anwe­sen­de Per­so­nen müs­sen jeder­zeit min­de­stens 4 qm Auf­ent­halts­flä­che zur Ver­fü­gung ste­hen; maxi­mal dür­fen 150 anwe­sen­de Per­so­nen gleich­zei­tig inter­agie­ren (z.B. Tan­zen).
      • Der Ver­an­stal­ter hat die Besu­cher aktiv und in geeig­ne­ter Wei­se über all­ge­mei­ne Schutz­maß­nah­men wie Hän­de­hy­gie­ne, Abstand hal­ten und Hustenund Nies- Eti­ket­te zu infor­mie­ren. Geeig­ne­te Mate­ria­li­en hier­für ste­hen unter https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov‑2.html#c11974 bereit.
    3. Ver­an­stal­tun­gen, die ohne Risi­ko­ab­wä­gung durch­ge­führt wer­den oder nicht den Kri­te­ri­en unter 3.2. ent­spre­chen, sind ver­bo­ten.
  4. Besu­chern von Ver­an­stal­tun­gen wird drin­gend emp­foh­len, sich zuvor über die Ein­hal­tung der oben genann­ten Kri­te­ri­en zu infor­mie­ren und ggf. nicht den Kri­te­ri­en ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tun­gen fern zu blei­ben bzw. die­se zu ver­las­sen.
  5. Es wird emp­foh­len, genau abzu­wä­gen: Ver­an­stal­tun­gen die nicht nötig sind, soll­ten aus Sicher­heits­grün­den abge­sagt wer­den. Erfolgt kei­ne Absa­ge, soll­ten die Besu­cher den­noch von der Teil­nah­me Abstand neh­men.
  6. Die Anord­nung tritt mit Wir­kung ab 14.03.2020, 0:00 Uhr in Kraft und gilt bis ein­schließ­lich 19.04.2020, 24:00 Uhr.
  7. Die sofor­ti­ge Voll­zie­hung von Nr. 1 und 3 die­ser All­ge­mein­ver­fü­gung wird ange­ord­net.
  8. Bei Ver­stoß gegen Ziff. 1 oder 3 die­ser All­ge­mein­ver­fü­gung kann gemäß § 73 Abs. 1a Nr. 6 i.V.m Abs. 2 IfSG ein Buß­geld in Höhe von bis zu 25.000 EUR fest­ge­setzt wer­den.
  9. Auf die Straf­bar­keit einer Zuwi­der­hand­lung gegen die in Ziff. 1 und 3 ent­hal­ten­den Anord­nun­gen gemäß § 75 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 IfSG wird hin­ge­wie­sen Die All­ge­mein­ver­fü­gung und ihre Begrün­dung kön­nen im Land­rats­amt Bam­berg, Lud­wig­stra­ße 23, 96052 Bam­berg, Zim­mer Nr. 134, wäh­rend der all­ge­mei­nen Dienst­zei­ten ein­ge­se­hen wer­den.

Anwen­dungs­hin­weis:

Eine öffent­li­che oder pri­va­te Ver­an­stal­tung ist ein zeit­lich begrenz­tes, in einem defi­nier­ten Raum statt­fin­den­des Ereig­nis, an dem meh­re­re Per­so­nen teil­neh­men. Die­ses Ereig­nis hat in der Regel einen defi­nier­ten Zweck und ein Pro­gramm mit the­ma­ti­scher, inhalt­li­cher Bin­dung (z.B. Kon­zer­te, Kon­gres­se, Thea­ter; Dis­ko­thek, Tanz­ver­an­stal­tun­gen, Sport­ver­an­stal­tun­gen, Volks­fe­ste, Fir­men­ver­an­stal­tun­gen, Ver­samm­lun­gen, Tage der offe­nen Türe).

Nicht unter die­se Kate­go­rie fal­len z.B. nor­ma­ler Schul- und Aus­bil­dungs­be­trieb, Arbeits­platz, Bahn­hö­fe, öffent­li­cher Ver­kehr, Bäder, nor­ma­ler Betrieb von Ein­kaufs­zen­tren, Restau­rants, nor­ma­ler Bar­be­trieb, nor­ma­ler Muse­ums­be­trieb, gesell­schaft­li­che Pri­vat­fei­ern.

Rechts­be­helfs­be­leh­rung:

Gegen die­sen Bescheid kann inner­halb eines Monats nach sei­ner Bekannt­ga­be Kla­ge erho­ben wer­den bei dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt, Fried­rich­stra­ße 16, 95444 Bay­reuth, Post­fach­an­schrift: Post­fach 11 03 21, 95422 Bay­reuth, schrift­lich, zur Nie­der­schrift oder elek­tro­nisch in einer für den Schrift­for­mer­satz zugelassenen1 Form. Hin­wei­se zur Rechts­be­helfs­be­leh­rung: 1 Die Ein­le­gung eines Rechts­be­helfs per ein­fa­che E‑Mail ist nicht zuge­las­sen und ent­fal­tet kei­ne recht­li­chen Wir­kun­gen! Nähe­re Infor­ma­tio­nen zur elek­tro­ni­schen Ein­le­gung von Rechts­be­hel­fen ent­neh­men Sie bit­te der Inter­net­prä­senz der Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt­bar­keit (www​.vgh​.bay​ern​.de). Kraft Bun­des­recht wird in Pro­zess­ver­fah­ren vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten infol­ge der Kla­ge­er­he­bung eine Ver­fah­rens­ge­bühr fäl­lig.

Bam­berg, den 12.03.2020
Land­rats­amt Bam­berg
Johann Kalb