Uni­ver­si­tät Bay­reuth über­gibt Nach­lass des Iwa­le­wa­haus-Grün­ders an Part­ner­ein­rich­tung in Nige­ria

Zukunfts­wei­sen­de Koope­ra­ti­on

Georgina Beier (li.) und Ulli Beier (re.) bei der Verleihung der Ehrenwürde in Oshogbo im Jahr 1992. Foto: DEVA / Iwalewahaus.

Geor­gi­na Bei­er (li.) und Ulli Bei­er (re.) bei der Ver­lei­hung der Ehren­wür­de in Oshog­bo im Jahr 1992. Foto: DEVA / Iwa­le­wa­haus.

Am 18. Febru­ar 2020 über­gibt Dr. Ulf Vier­ke, Direk­tor des Iwa­le­wa­haus der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, an das Cen­ter for Black Cul­tu­re and Inter­na­tio­nal Under­stan­ding (CBCIU) in der nige­ria­ni­schen Stadt Oshog­bo eine ein­zig­ar­ti­ge Samm­lung: ein rund 40.000 Objek­te umfas­sen­des Archiv aus dem Nach­lass des Iwa­le­wa­haus-Grün­ders Ulli Bei­er und sei­ner Ehe­frau Geor­gi­na Bei­er. Die Objek­te spie­geln in ihren viel­fäl­ti­gen Facet­ten sowohl den Lebens­all­tag der Men­schen in Nige­ria als auch die neue­re afri­ka­ni­sche Kunst in Nige­ria wider.

Ter­min am 18. Febru­ar 2020 im Cen­ter for Black Cul­tu­re and Inter­na­tio­nal Under­stan­ding (CBCIU) in Oshog­bo / Nige­ria: Die Über­ga­be des Nach­las­ses von Ulli und Geor­gi­na Bei­er an Prince Ola­gun­soye Oyin­lo­la, den Vor­sit­zen­den des Kura­to­ri­ums des CBCIU, beginnt um 11.00 Uhr. Sie ist ver­bun­den mit einem Fest­vor­trag zur Geschich­te des seit 1981 bestehen­den Iwa­le­wa­haus sowie mit der Eröff­nung einer Aus­stel­lung im CBCIU. Die Ver­an­stal­tung endet gegen 15.00 Uhr.

Ulli Bei­er, Sprach- und Kul­tur­ver­mitt­ler, und Geor­gi­na Bei­er, bil­den­de Künst­le­rin, leb­ten mit Unter­bre­chun­gen von den 1950er Jah­ren bis in die 1970er Jah­re in Nige­ria und began­nen in die­ser Zeit, Kul­tur und Gesell­schaft in Nige­ria sowie die eige­ne kul­tu­rel­le und künst­le­ri­sche Arbeit zu doku­men­tie­ren. So ent­stand eine umfang­rei­che Samm­lung aus Foto­gra­fien, Nega­ti­ven, Dias, Text­do­ku­men­ten und per­sön­li­chen Auf­zeich­nun­gen. Von 2012 bis 2018 wur­den die Objek­te der Samm­lung im Iwa­le­wa­haus in Zusam­men­ar­beit mit dem CBCIU betreut, digi­ta­li­siert und in ihren the­ma­ti­schen und bio­gra­fi­schen Zusam­men­hän­gen doku­men­tiert. Die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft för­der­te die­se Arbei­ten im Rah­men des Pro­jekts DEVA (Digi­ta­li­sie­rung, elek­tro­ni­sche Edi­ti­on und Ver­füg­bar­ma­chung von Daten der Afri­ka­wis­sen­schaf­ten). Nach Abschluss der Digi­ta­li­sie­rung geht das Archiv nun zurück nach Oshog­bo, in die Stadt, in der Ulli und Geor­gi­na Bei­er meh­re­re Jah­re lang zu Hau­se waren. Hier sol­len die Objek­te – eben­so wie ihre Digi­ta­li­sa­te in Bay­reuth – eine Quel­le für die wis­sen­schaft­li­che und künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung und damit für einen Dia­log sein, der bei­de Kon­ti­nen­te mit­ein­an­der ver­bin­det.

Zeit­gleich mit der fest­li­chen Über­ga­be des Nach­las­ses wird am 18. Febru­ar 2020 im Cen­ter for Black Cul­tu­re and Inter­na­tio­nal Under­stan­ding (CBCIU) die Aus­stel­lung „Exi­sten­ti­al Phan­ta­sies – The Mon­key on your Shoul­der“ eröff­net. Sie bie­tet Ein­blicke in die künst­le­ri­sche Arbeit und das kul­tu­rel­le Enga­ge­ment von Ulli und Geor­gi­na Bei­er und bringt dabei zugleich ihre per­sön­li­che Suche nach einer „neu­en Hei­mat“ zum Aus­druck. Bei die­ser Hei­mat­su­che spiel­te die Stadt Oshog­bo eine zen­tra­le Rol­le. Kul­tu­rel­le Kon­zep­te und Lebens­ent­wür­fe der Ehe­leu­te wur­den von ihren Erfah­run­gen in Nige­ria stark beein­flusst und wirk­ten noch vie­le Jah­re spä­ter nach, als sie in Papua-Neu­gui­nea, Austra­li­en und Deutsch­land leb­ten. Die Aus­stel­lung wur­de 2016 von Katha­ri­na Gre­ven, Mit­ar­bei­te­rin des Iwa­le­wa­haus, kon­zi­piert und kura­tiert. In Oshog­bo sind Lena Nau­mann und Alex­an­dra Kuhn­ke, eben­falls Mit­ar­bei­te­rin­nen des Iwa­le­wa­haus, für die Kura­tie­rung zustän­dig.

Anläss­lich der Über­ga­be des Archivs im CBCIU hält Dr. Ulf Vier­ke in Oshog­bo einen Fest­vor­trag zum The­ma „Von Mas­h­Ups und Flu­id-Onto­lo­gien. Vier Jahr­zehn­te Iwa­le­wa­haus in Bay­reuth, Deutsch­land“. Dar­in geht es um die Fra­ge, wie eine Samm­lung moder­ner Kunst heu­te als Teil eines gemein­sa­men glo­ba­len Erbes auf­ge­fasst und pro­duk­tiv genutzt wer­den kann. Der Vor­trag wird sowohl die For­men der kura­to­ri­schen Arbeit als auch Über­le­gun­gen für künf­ti­ge Koope­ra­tio­nen zwi­schen dem CBCIU in Oshog­bo und dem Iwa­le­wa­haus in Bay­reuth anspre­chen. Dazu zäh­len ins­be­son­de­re ein inten­si­ver wis­sen­schaft­li­cher Aus­tausch sowie Trai­nee­pro­gram­me im Bereich der Archiv- und Muse­ums­ar­beit, die teil­wei­se bereits rea­li­siert wer­den konn­ten.

Infor­ma­tio­nen zur Geschich­te des Iwa­le­wa­haus:

http://​www​.iwa​le​wa​haus​.uni​-bay​reuth​.de/​d​e​/​a​b​o​ut/

Home­page des Cen­ter for Black Cul­tu­re and Inter­na­tio­nal Under­stan­ding (CBCIU):

http://​www​.cent​re​forb​lack​cul​tu​re​.org