Pfalz­mu­se­um Forch­heim zeigt 30 Wer­ke des aka­de­mi­schen Kunst­ma­lers Kle­mens Wutt­ke

Ein Künst­ler, der far­big begei­stert

30 Wer­ke aus 40 Aus­stel­lungs­jah­ren in 65 Lebens­jah­ren – unter die­sem Leit­ge­dan­ken gewährt der aka­de­mi­sche Kunst­ma­ler Kle­mens Wutt­ke in einer Aus­stel­lung im Forch­hei­mer Pfalz­mu­se­um einen Ein­blick in sein sehr umfäng­li­ches Schaf­fen. „30–40-65“ lau­tet dem­nach auch der Titel der bei­fäl­lig auf­ge­nom­me­nen Aus­stel­lung, die bis zum 15. März 2020 zu sehen ist. Rund 70 Besu­cher wohn­ten der Eröff­nung bei, dar­un­ter Freun­de und Weg­be­glei­ter aus zahl­rei­chen Aktio­nen in Wutt­kes Ate­lier 1 in Nürn­berg.

In ihrer Rede wür­dig­te die Lei­te­rin des Pfalz­mu­se­ums, die Kunst­hi­sto­ri­ke­rin Susan­ne Fischer den Weg von Kle­mens Wutt­ke, der, von sei­nem Onkel als Kunst­er­zie­her in Lich­ten­fels inspi­riert, sein Leben voll und ganz der Kunst wid­me­te. Was für einen frei­schaf­fen­den Künst­ler nicht ein­fach sei. Eige­ne, freie Kunst und Kunst­ver­mitt­lung sei­en für ihn dabei gleich­wer­tig gewor­den. Susan­ne Fischer beleg­te dies mit dem Hin­weis auf das seit 1998 betrie­be­ne „Ate­lier 1“, das für vie­le einen Ein­stieg in das Kunst­schaf­fen bedeu­te­te, und das Malen an den Volks­hoch­schu­len in Nürn­berg und Erlan­gen. Eben­so die Vor­trä­ge zur Kunst­ge­schich­te und orga­ni­sier­ten Tages­fahr­ten zur Kunst, „womit Kle­mens Wutt­ke sei­nem Publi­kum ein­fach sei­ne eige­ne Begei­ste­rung für die Kunst wei­ter­ge­ben woll­te“.

Fischer bezeich­ne­te Wutt­ke als einen sehr pro­duk­ti­ven Künst­ler mit einer Viel­zahl von The­men und Wer­ken. Für die Aus­stel­lung wur­den drei Aspek­te aus­ge­wählt: Akt­zeich­nun­gen, Blu­men­stilleben und Landschaften/​Stadtansichten. Die Akt­zeich­nun­gen sind bewusst schnell skiz­ziert, dadurch wer­den die Aqua­rel­le sehr leicht und locker bei bewuss­ter Ver­nach­läs­si­gung der ana­to­mi­schen Ein­zel­hei­ten. Mit der Kon­zen­tra­ti­on auf das Wesent­li­che wird der Kern der jewei­li­gen Pose her­aus­ge­ar­bei­tet. Blu­men, vor allem Hor­ten­si­en, Rosen, Tul­pen und Son­nen­blu­men, fas­zi­nie­ren den Maler durch ihre natür­li­chen Farb­kom­po­si­tio­nen, aber auch, wie sie zu luf­ti­gen Sträu­ßen arran­giert sind. Deut­lich wird vor allem, dass der Künst­ler das Malen in der Natur liebt. Vor allem die süd­län­di­sche, ita­lie­ni­sche Land­schaft mit Meer, Strand und Wel­len und die male­ri­schen Städt­chen mit ihren lee­ren Plät­zen und den hohen Mau­ern in der Mit­tags­hit­ze haben es ihm ange­tan. Das Gese­he­ne wur­de direkt vor Ort auf das Blatt gebannt. Die Kunst­hi­sto­ri­ke­rin sieht Wutt­kes Arbeits­wei­se durch­aus in der Tra­di­ti­on der fran­zö­si­schen Frei­licht­ma­ler und Impres­sio­ni­sten.

Die 30 Wer­ke, über­wie­gend in Aqua­rell­tech­nik, sind über­wie­gend gegen­ständ­lich und bestechen durch ihre star­ke Far­big­keit. Susan­ne Fischer: „Far­be drückt für ihn Lebens­freu­de aus“, eben­so sei­en ihm Gefühl und Wir­kung wich­tig, was auch aus sei­ner Aus­bil­dung zum Farb­be­ra­ter in Salz­burg resul­tie­re.

Begrü­ßen­de Wor­te sprach Bür­ger­mei­ster Franz Streit. Die Stadt schät­ze sich glück­lich, mit den Räu­men im Pfalz­mu­se­um Künst­lern aus der Stadt und der Regi­on ein attrak­ti­ves Forum anbie­ten zu kön­nen. Kle­mens Wutt­ke ken­ne er seit vie­len Jah­ren und er dank­te ihm für sei­ne künst­le­ri­sche Prä­senz in der Stadt. So füge es sich gut, dass er mit ihm sei­ne letz­te Kunst­aus­stel­lung eröff­nen dür­fe, denn mit Ablauf der Wahl­pe­ri­ode gebe er sein Stadt­rats­man­dat auf. Anlass für Susan­ne Fischer, Franz Streit „mit ein biss­chen Weh­mut“ für die vie­len gemein­sam eröff­ne­ten Aus­stel­lun­gen zu dan­ken. Ein oft­ma­li­ger Beglei­ter der bil­den­den Kunst ist der Musi­ker Lucky Schmitt. Mit gefühl­vol­len und jaz­zig-rocki­gen Arran­ge­ments gab er dem Gan­zen einen fröh­li­chen Dri­ve. (Mw)