Nationalpark Steigerwald e.V. : Offener Brief an Ministerpräsident Söder

Danksagung an die Regierung in Bayern,

Ministerpräsident Herr Dr. Markus Söder,

Sehr geehrter Herr Dr. Markus Söder,

was sich hier Bayern leisten wird, ist einmalig. Damit haben wir durch den gezeigten Willen der Bevölkerung beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und durch Ihre persönliche weise Entscheidung diesen anzunehmen souverän die Spitze des Naturschutzes in Deutschland fast handstreichartig übernommen. Gut gemacht. Chapeau!

Sie hatten wahrlich auch ein gutes Händchen Herrn Alois Glück als Moderator ins Boot zu holen, der das Unmögliche doch wahr machen konnte, das Gemeinsame in den harten Gegensätzen herauszuarbeiten, einander näher zu bringen und einen gemeinsamen Konsens über alle Lager hinweg zu erarbeiten. Nochmals, auch dafür: Hut ab!

Wenn der Bayerischen Regierung mit Ihnen an der Spitze nun noch gelänge, worauf ich bei diesen Vorarbeiten blind vertraue, Ihr angekündigtes Gesamtgesellschaftliches Artenschutzgesetz = Versöhnungsgesetz zügig und umfassend zu realisieren, dann bedanken wir, die Unterzeichner dieses offenen Briefes, uns gerne auch in den Namen der Erben unseres schönen Bayernlandes.

Das Heimatgefühl in Bayern gründet stark auf seine blühenden Wiesen, die durch die Hand so vieler fleißiger Menschen entstanden sind und über die Generationen behütet wurden. Den passenden Rahmen dazu bilden die tiefen, grünen Wälder, die in den Märchen und Geschichten die spezielle Bayerische Seele beruhigen. Danke, dass Sie auch daran gedacht haben und 10 Prozent der Staatsforsten aus der Nutzung nehmen werden. Vielleicht schaffen Sie auch hier die lang ersehnte Versöhnung. Der unselige Streit um den Hohen Buchener Wald mit seinen uralten Buchen zermürbt die Bürger immer noch. Die meisten Bayern könnten Sie hier hinter sich scharen, wenn sie dort, wie von Naturschutzorganisationen unisono vorgeschlagen, eine große Schutzzone einrichten könnten. In einer Vielzahl von Studien wurde der Steigerwald als hervorragend geeignet, sogar für ein Weltnaturerbe bewertet.

Die bisherigen vehementen Gegner treibt vor allem Angst vor der Veränderung um, die von lokalen Politikern leider bis auf den heutigen Tag nicht sachlich ausdiskutiert wurde. Hier könnten Herr Eck und Herr Steffen Vogel Hervorragendes leisten, die Bürger für die Zukunft fit zu machen und echte Aufklärung betreiben. Ich bin davon überzeugt, dass Ihr starkes Wort und Ihre Weitsicht hier manche Bremsen lockern können, damit auch hier der Zug in die richtige Richtung aufbricht. Ich denke, auch hier sollte das Versöhnungsgesetz seine Früchte tragen dürfen. Das Trittsteinkonzept ist ohne Frage eine wichtige Ergänzung für den Naturschutz im Wirtschaftswald, aber Ökosysteme brauchen auch größere Flächen, urwaldähnliche Relikte darin und Verbindungen untereinander.

Aber wem sage ich das –das ist hier wie Eulen nach Athen tragen. Wir zählen hier auf Ihre Weitsicht. Sie sagten ja bereits 2010, dass „Der Nationalpark … ein wichtiger ökologischer Rückzugsraum [ist]!“

„Besucher aus dem In- und Ausland kämen nicht in die Region, um intensiv bewirtschaftete Baumplantagen, durchzogen von engmaschigen Holzrückegassen zu sehen. Sie kämen vielmehr … um alte Buchenwälder zu spüren …“

[Quelle: Liebhard Löffler, Vorsitzender des Vereins Nationalpark Steigerwald]

Mit freundlichen Grüßen zeichnen für den Verein Nationalpark Steigerwald e.V.

Dr. Robert Atzmüller,Steinbühl 8, 97522 Sand am Main, Tel. 09524 7066

Dr. Liebhard Löffler 1. Vorsitzender,

Florian Tully 2. Vorsitzender,