Obst­baum­fäl­lun­gen am Wal­ber­la: Umwelt­mi­ni­ster Thor­sten Glau­ber bezieht Stel­lung

Heinrich Kattenbeck (Kreisgruppe Forchheim), Doris Tropper (stv. Landesvorsitzende BN), Thorsten Glauber (Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz), Professor Hubert Weiger (Bundesvorsitzender BUND), Dr. Frieder Oehme, Dr. Axel Schauder, Dr. Ulrich Buchholz (jeweils Kreisgruppe Forchheim). Bild: Toni Mader

Hein­rich Kat­ten­beck (Kreis­grup­pe Forch­heim), Doris Trop­per (stv. Lan­des­vor­sit­zen­de BN), Thor­sten Glau­ber (Staats­mi­ni­ster für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz), Pro­fes­sor Hubert Wei­ger (Bun­des­vor­sit­zen­der BUND), Dr. Frie­der Oeh­me, Dr. Axel Schau­der, Dr. Ulrich Buch­holz (jeweils Kreis­grup­pe Forch­heim). Bild: Toni Mader

Das „Wal­ber­la“ als „hei­li­ger Berg“ der Fran­ken gilt als eines der Wahr­zei­chen der Frän­ki­schen Schweiz. In den letz­ten Tagen gelang­te er indes zu trau­ri­ger Berühmt­heit. So häu­fen sich Mel­dun­gen über die Fäl­lung von gesun­den Obst­bäu­men rund um den Berg, offen­sicht­lich als Reak­ti­on der Land­wir­te auf die beab­sich­tig­te Unter-Schutz-Stel­lung wert­vol­ler Streu­obst­be­stän­de infol­ge der ange­kün­dig­ten Ände­rung des Baye­ri­schen Natur­schutz­ge­set­zes.

Bei der Lan­des-Dele­gier­ten­ver­samm­lung des Bund Natur­schutz (BN) am 4. und 5. Mai 2019 in Wei­den (Ober­pfalz) wur­de die­ser Natur­fre­vel eben­falls the­ma­ti­siert. Vor 220 Dele­gier­ten aus ganz Bay­ern sprach sich der Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ster für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz, Thor­sten Glau­ber, vehe­ment gegen die Fäl­lung gesun­der Obst­baum­be­stän­de in der Frän­ki­schen Schweiz aus. Unter dem Applaus der Zuhö­rer for­der­te er eine Rück­kehr zur Ver­nunft und zur guten Tra­di­ti­on der Dis­kus­si­on zwi­schen den Ver­tre­tern von Land­wirt­schaft und Natur­schutz.

Auch der Lan­des­vor­sit­zen­de des BN, Richard Merg­ner, gei­ßel­te in sei­ner Begrü­ßungs­re­de die fort­ge­setz­te Kam­pa­gne des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­ban­des in eini­gen Regio­nen Bay­erns, wel­che zu einer unsach­li­chen Dar­stel­lung der beab­sich­tig­ten Geset­zes­än­de­run­gen geführt habe und ganz im Gegen­satz stün­den zum betont sach­li­chen Auf­tre­ten des BBV am Run­den Tisch des Mini­ster­prä­si­den­ten zur Arten­viel­falt. Gera­de die Aus­wei­sung der Frän­ki­schen Schweiz als eine der 15 baye­ri­schen Öko-Modell­re­gio­nen bie­te die Mög­lich­keit zur Stär­kung des länd­li­chen Raums und der dort täti­gen Bevöl­ke­rung.

Been­det wur­de die Dele­gier­ten­ver­samm­lung mit einem deut­li­chen Bekennt­nis des BN zu Euro­pa. Nur durch Zusam­men­ar­beit las­sen sich die drän­gen­den Pro­ble­me wie Kli­ma­wan­del, Arten­ster­ben und Beton­flut wirk­sam bekämp­fen. Der Natur­schutz­ge­dan­ke kön­ne in einem geein­ten Euro­pa zu wesent­lich mehr posi­ti­ver Trieb­kraft gelan­gen, als wenn jeder ein­zel­ne Staat eine eige­ne Ant­wort auf die Her­aus­for­de­run­gen der Gegen­wart und der Zukunft suchen müs­se.

Dr. Ulrich Buch­holz