Weiß­storch-Sai­son schon in vol­lem Gan­ge

Storchenpärchen
Storchenpärchen

Es ist viel los: Neu­an­sied­lun­gen, Kämp­fe, ver­stopf­te Kami­ne

Die Weiß­storch-Sai­son 2019 ist schon in vol­lem Gan­ge: Die einen brü­ten schon, die ande­ren kom­men erst noch zurück aus ihren Win­ter­quar­tie­ren. Die­ses Jahr gibt es auch wie­der vie­le Neu­an­sied­lun­gen, eini­ge davon jedoch auf unge­eig­ne­ten Stand­or­ten wie zum Bei­spiel beheiz­ten Kami­nen oder Strom­ma­sten. Nicht alle Weiß­stör­che fin­den einen brauch­ba­ren Nist­platz, so dass es immer wie­der Kämp­fe um bereits besetz­te Nester gibt. „An der baye­ri­schen Stor­chen­front ist bereits eini­ges los“, sagt Oda Wie­ding, LBV-Stor­chen­ex­per­tin. „Rund 40 Neu­an­sied­lun­gen wur­den dem LBV für die Brut­sai­son 2019 schon gemel­det.“ Die zahl­rei­chen Neu­an­sied­lun­gen las­sen auf einen erneut stei­gen­den Weiß­storch­be­stand hof­fen.

Doch nicht alle Weiß­stör­che haben sich für ihr neu­es Domi­zil einen pas­sen­den Ort aus­ge­sucht. Bei eini­gen Neu­an­sied­lun­gen muss nach einem Kom­pro­miss gesucht wer­den. So muss bei beheiz­ten Kami­nen bei­spiels­wei­se der Abzug gewähr­lei­stet sein. „Ein Horst mit Fuß­bo­den­hei­zung hört sich für den Storch ver­lockend an, der ver­stopf­te Kamin jedoch ist ein Pro­blem“, sagt Wie­ding. Künst­li­che Nist­hil­fen kön­nen hier hel­fen, doch nicht jeder von den Stör­chen aus­ge­wähl­te Stand­ort eig­net sich für die Anbrin­gung.

„Wäh­rend die einen noch auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Nist­platz sind oder erst aus dem Win­ter­quar­tier in Afri­ka zurück­kom­men, haben vor allem die Stor­chen­paa­re, die in Bay­ern über­win­tert haben vie­ler­orts schon im März mit der Brut begon­nen“, sagt Oda Wie­ding. So ste­hen vor allem in Ost­bay­ern zum Bei­spiel in Rötz und Schön­thal im Land­kreis Cham noch eini­ge Nester leer, wäh­rend bei­spiel­wei­se in Gun­zen­hau­sen im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen schon gebrü­tet wird. In man­chen Kolo­nien wie zum Bei­spiel in Oettin­gen im Donau-Ries gibt es durch Neu­an­kömm­lin­ge auch Kämp­fe an bereits besetz­ten Nestern. Teil­wei­se wer­den bei die­sen Aus­ein­an­der­set­zun­gen die vor­han­de­nen Gele­ge zer­stört. Die Rück­kehr und der Beginn des Brut­ge­schäfts kön­nen sich noch bis Ende April und in Aus­nah­me­fäl­len bis Mit­te Mai hin­zie­hen. Bei den frü­hen Bru­ten wie zum Bei­spiel in Nörd­lin­gen im Land­kreis Donau-Ries wer­den in den näch­sten Tagen dage­gen wohl bereits die ersten Küken schlüp­fen.

Außer­dem bit­tet der LBV alle Hun­de­be­sit­zer jetzt ihre Hun­de in den Tal­au­en oder Wie­sen an die Lei­ne zu neh­men. So kön­nen nicht nur die Stör­che in den Fut­ter­wie­sen in Ruhe Nah­rung suchen, son­dern auch die klei­ne­ren Wie­sen­brü­ter wie zum Bei­spiel der Kie­bitz unge­stört brü­ten. Denn: „Jede Flucht vor einem Hund gefähr­det das Gele­ge und kostet wert­vol­le Ener­gie, die drin­gend für die Fut­ter­su­che und Brut gebraucht wird“, sagt Wie­ding.

Alle besetz­ten Stor­chen­ne­ster in Bay­ern kön­nen auf der LBV-Web­sei­te abge­ru­fen wer­den unter: www​.lbv​.de/​s​t​o​rch. Infos zu den vom LBV mit Satel­li­ten­sen­der aus­ge­stat­te­ten Stör­chen gibt es unter: www​.lbv​.de/​s​e​n​d​e​r​s​t​o​e​r​che.

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