KWK-Anla­ge des Bam­ber­ger Kli­ni­kums am Bru­der­wald ist „Block­heiz­kraft­werk des Jahres“

Josef Seuberth, Geschäftsbereichsleiter Energiemanagement bei der Sozialstiftung Bamberg, Adalbert Meiszburger, Geschäftsführer der Energiemanagement GmbH bei der Sozialstiftung Bamberg, Uwe Thomas, Abteilungsleiter Netze/Technik bei den Stadtwerken Bamberg, Klaus Wagner, Projektleiter bei den Stadtwerken Bamberg, Armin Müller, Redakteur des Magazins "Energie+Management", Sascha Flormann, Niederlassungsleiter Südwest der Spie Energy Solutions GmbH, Thomas Knorr, Senior-Projektmanager Betrieb Südwest der Spie Energy Solutions GmbH.

Josef Seu­berth, Geschäfts­be­reichs­lei­ter Ener­gie­ma­nage­ment bei der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, Adal­bert Meiszbur­ger, Geschäfts­füh­rer der Ener­gie­ma­nage­ment GmbH bei der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, Uwe Tho­mas, Abtei­lungs­lei­ter Netze/​Technik bei den Stadt­wer­ken Bam­berg, Klaus Wag­ner, Pro­jekt­lei­ter bei den Stadt­wer­ken Bam­berg, Armin Mül­ler, Redak­teur des Maga­zins “Energie+Management”, Sascha Flor­mann, Nie­der­las­sungs­lei­ter Süd­west der Spie Ener­gy Solu­ti­ons GmbH, Tho­mas Knorr, Seni­or-Pro­jekt­ma­na­ger Betrieb Süd­west der Spie Ener­gy Solu­ti­ons GmbH.

Wegen ihres Vor­bild­cha­rak­ters für ande­re Anla­gen hat der Bun­des­ver­band Kraft-Wär­me-Kopp­lung e. V. (B.KWK) die Kraft-Wärme-(Kälte)-Kopplungsanlage des Bam­ber­ger Kli­ni­kums zum „BHKW des Jah­res“ gewählt. Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag haben die Pro­jekt­part­ner – die Stadt­wer­ke Bam­berg, die Sozi­al­stif­tung Bam­berg und Spie Ener­gy Solu­ti­ons – im Rah­men der SPIE-Mul­ti­tech­nik-Mes­se in Nürn­berg die Aus­zeich­nung entgegengenommen.

Für die Aus­zeich­nung nomi­niert waren alle BHKW-Anla­gen, die in den Mona­ten Janu­ar bis Novem­ber 2018 in der Zeit­schrift „Ener­gie und Manage­ment“ als „BHKW des Monats“ vor­ge­stellt wor­den waren. Dass sie sich am Ende für die Bam­ber­ger Anla­ge (BHKW des Monats März 2018) ent­schie­den hat, begrün­det das B.KWK in der Dezem­ber-Aus­ga­be von „Ener­gie & Manage­ment“ damit, dass das „Ener­gie­ver­sor­gungs­kon­zept zur Erwei­te­rung und Umge­stal­tung einer vor­han­de­nen KWK-Anla­ge Vor­bild­wir­kung für ande­re Anla­gen ent­fal­ten kann, die eben­falls vor einer Moder­ni­sie­rung ste­hen. Zugleich bie­tet die­ses Anla­gen­kon­zept auch vor­bild­li­che Lösungs­an­sät­ze für die Pla­nung neu­er KWK-Anla­gen.“ Bei­spiel­haft sei die Anla­ge sowohl was die Koope­ra­ti­on zwi­schen Betrei­ber (Sozi­al­stif­tung Bam­berg), Con­trac­tor (Stadt­wer­ke Bam­berg) und Pla­ner und Errich­ter (Spie Ener­gy Solu­ti­ons) angeht, als auch ihre Effi­zi­enz, die zu hohen Ein­spa­run­gen beim Pri­mär­ener­gie­be­darf und CO2-Aus­stoß führt.

Mehr als 50 % des benö­tig­ten Stroms erzeugt das Kli­ni­kum selbst

Die Anla­ge, die das Kli­ni­kum mit Wär­me, Käl­te, Dampf und Strom ver­sorgt, wur­de von den Stadt­wer­ken Bam­berg und Spie Ener­gy Solu­ti­ons im Rah­men eines Ener­gie­ein­spar­con­trac­tings mit der Sozi­al­stif­tung Bam­berg geplant und umge­setzt. Im Zuge der Ver­trags­ver­län­ge­rung wur­de das alte BHKW im Jahr 2016 durch ein wesent­lich lei­stungs­stär­ke­res ersetzt. Mit sei­ner Hil­fe deck­te die Sozi­al­stif­tung 2018 rund 50 Pro­zent des Strom- und rund 54 Pro­zent des Wär­me­be­darfs ihres Kran­ken­hau­ses. Dane­ben erzeugt die Anla­ge Dampf für die Ste­ri­li­sa­ti­on und wei­te­re Ver­brau­cher. Um die Anla­ge ganz­jäh­rig noch bes­ser aus­zu­la­sten wur­de die KWK-Anla­ge um eine Absorp­ti­ons­käl­te­ma­schi­ne zur KW(K)K‑Anlage erweitert.

Weil sie im Som­mer die über­schüs­si­ge Wär­me in Käl­te umwan­delt, wird sie im Jah­res­mit­tel zu rund 90 Pro­zent der mög­li­chen Zeit genutzt und pro­du­ziert ent­spre­chend mehr Strom. Trotz Erwei­te­rung der Anla­ge haben die­se Ergän­zung und die Nut­zung der Strah­lungs­ab­wär­me des Motors zu einer deut­li­chen Stei­ge­rung der Gesamt­ef­fi­zi­enz geführt: Der Pri­mär­ener­gie­be­darf wur­de um 26 Pro­zent gegen­über der getrenn­ten Erzeu­gung redu­ziert und die CO2-Emis­sio­nen um 1.750 Ton­nen pro Jahr gesenkt. „Nicht nur die Ent­la­stung der Umwelt ist ein gro­ßer Erfolg. Die ein­ge­spar­ten Kosten kön­nen so sinn­voll für unse­re Pati­en­ten ver­wen­det wer­den“, freut sich Adal­bert Meiszbur­ger, Geschäfts­füh­rer der Ener­gie­ma­nage­ment GmbH der Sozi­al­stif­tung Bamberg.

In Koope­ra­ti­on zum Erfolg

Über­zeugt haben die Jury nicht nur die Zah­len des Anla­gen­kon­zepts, son­dern auch die her­vor­ra­gen­de Koope­ra­ti­on von Betrei­ber, Con­trac­tor und Pla­ner. „Das macht uns beson­ders stolz und bestä­tigt uns in unse­rem Weg“, so Pro­jekt­lei­ter Klaus Wag­ner von den Stadt­wer­ken Bam­berg. „Es zeigt ein­mal mehr, dass in Zusam­men­ar­beit ein­fach mehr erreicht wer­den kann.“

Daten und Fak­ten zum „BHKW des Jahres“

Der 20-Zylin­der des BHKW ist seit Anfang Juli 2016 bis zum 20. Janu­ar 2019, also in rund zwei­ein­halb Betriebs­jah­ren, ins­ge­samt rund 20.000 Stun­den in Betrieb gewe­sen. Ver­gleicht man die­se Betriebs­dau­er mit einer PKW-Fahr-„Leistung“ bei kon­stan­ter Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von 100 km/​h, dann ent­sprä­che das einer Fahr­strecke von rund zwei Mio. Kilo­me­ter oder 50 vir­tu­el­len Erdumrundungen.

Mit einer elek­tri­schen Lei­stung von 1.067 kW kann es jähr­lich knapp acht Mio. Kilo­watt­stun­den Strom pro­du­zie­ren. Hoch­ge­rech­net auf die erwar­te­te Lebens­dau­er von 80.000 Betriebs­stun­den sind das mehr als 84.800.000 kWh. Das ent­spricht dem Ver­brauch von mehr als 24.200 Drei-Personen-Haushalten.

Mit einer ther­mi­schen Lei­stung von 1.200 kW und einer Käl­te­lei­stung 500 kW erzeugt die Anla­ge zehn Mio. kWh Wär­me und 440.000 kWh Kälte.

Pro Kilo­watt­stun­de wird der CO2-Aus­stoß um 220 g redu­ziert. Die Stro­mund Wär­me­er­zeu­gung über das BHKW ent­la­stet die Umwelt gegen­über der „her­kömm­li­chen“ Strom­erzeu­gung (bun­des­deut­scher Strom­mix) daher um 1.749 Ton­nen Koh­len­di­oxid bzw. auf die gesam­te Lauf­zeit um 18.655 Tonnen.

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