TAP­LI – Tra­di­tio­nel­ler Honig aus Geor­gi­en auf der Grü­nen Woche in Ber­lin: Uni­ver­si­tät Bay­reuth unter­stützt euro­päi­sches Projekt

Die Qua­li­tät von Nah­rungs­mit­teln zu sichern und ihre Echt­heit zu gewähr­lei­sten, ist ange­sichts des glo­ba­li­sier­ten Han­dels mit Waren und Dienst­lei­stun­gen eine zuneh­mend dring­li­che Auf­ga­be. Dies gilt ins­be­son­de­re für das Lebens­mit­tel Honig, an das die Ver­brau­cher tra­di­tio­nell hohe Qua­li­täts­er­war­tun­gen rich­ten. Ein mul­ti­la­te­ra­les, von der Euro­päi­schen Uni­on geför­der­tes Pro­jekt, das die­sen Her­aus­for­de­run­gen gewid­met ist, prä­sen­tiert nun erst­mals ‚Tap­li‘ – den tra­di­tio­nel­len geor­gi­schen Honig in der Euro­päi­schen Uni­on. Vor­ge­stellt wird die­ser Honig auf der Inter­na­tio­na­len Grü­nen Woche in Ber­lin, die vom 18. bis 27. Janu­ar 2019 in den Hal­len der Mes­se Ber­lin statt­fin­det. An die­sem Vor­ha­ben ist die Uni­ver­si­tät Bay­reuth mit ihren Kom­pe­ten­zen in der Lebens­mit­tel­ana­ly­tik und im Mar­ke­ting maß­geb­lich beteiligt.

Im Mit­tel­punkt des Pro­jekts steht Honig, der in Geor­gi­en von ein­hei­mi­schen Pro­du­zen­ten her­ge­stellt wird. Geor­gi­en hat eine jahr­tau­sen­de­lan­ge Tra­di­ti­on der Honig­pro­duk­ti­on, von hier stam­men eini­ge der älte­sten archäo­lo­gi­schen Honig­fun­de der Mensch­heit. Der von der kau­ka­si­schen Bie­ne gesam­mel­te Honig, in geor­gi­scher Spra­che eben ‚Tap­li‘ genannt, gilt bis heu­te als eine beson­de­re Imke­rei­spe­zia­li­tät. Seit­dem im Jahr 2014 die Ver­tief­te und Umfas­sen­de Frei­han­dels­zo­ne (Deep and Com­pre­hen­si­ve Free Tra­de Area, DCFTA) zwi­schen der Euro­päi­schen Uni­on und Geor­gi­en ver­ein­bart wur­de, haben sich die wech­sel­sei­ti­gen Han­dels­be­zie­hun­gen intensiviert.

Damit in Geor­gi­en auch klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men (Small and Medi­um Enter­pri­ses, SMEs) die viel­fäl­ti­gen Chan­cen nut­zen kön­nen, die ihnen die Frei­han­dels­zo­ne bie­tet, hat die EU das Pro­jekt ‚SME Ent­wick­lung und DCFTA in Geor­gi­en‘ ins Leben geru­fen. Es will geor­gi­schen Unter­neh­men dabei hel­fen, ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit und ihre Export­chan­cen im Hin­blick auf den Gemein­sa­men Markt der EU wei­ter­zu­ent­wickeln und zu stär­ken. Die Deut­sche Gesell­schaft für Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit (GIZ) hat im Auf­trag des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit (BMZ) die Auf­ga­be über­nom­men, die­ses Pro­jekt zu beglei­ten und sei­ne Umset­zung in die Pra­xis pro­ak­tiv zu unter­stüt­zen. Finan­ziert wird das Pro­jekt von der Euro­päi­schen Uni­on aus der EU4Business Initia­ti­ve, die Lauf­zeit beträgt vier Jahre.

Eine beson­de­re Rol­le kommt bei die­sem Vor­ha­ben dem geor­gi­schen Honig zu, der nach Ein­schät­zung aller Pro­jekt­part­ner sehr gute Vor­aus­set­zun­gen mit­bringt, um sich als tra­di­tio­nel­le Lan­des­spe­zia­li­tät aus Geor­gi­en auf dem euro­päi­schen Markt zu eta­blie­ren. Hier­für bedarf es aller­dings einer wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Qua­li­täts- und Echt­heits­ga­ran­tie sowie einer umsich­ti­gen, auf die Ver­brau­cher in der EU abge­stimm­ten Marketingstrategie.

An genau die­sem Punkt wird die Uni­ver­si­tät Bay­reuth, in enger Zusam­men­ar­beit mit der GIZ, ihre Kom­pe­ten­zen in das Pro­jekt ein­brin­gen. Prof. Dr. Ste­phan Schwar­zin­ger, Geschäfts­füh­rer des Nord­baye­ri­schen NMR-Zen­trums (NBNC) und Lei­ter der Arbeits­grup­pe ‚CSI-Food Bay­reuth‘, ist einer der inter­na­tio­nal füh­ren­den Exper­ten, wenn es dar­um geht, Inhalts­stof­fe und Her­künf­te von Honig zu bestim­men. Hier­für wird ins­be­son­de­re die magne­ti­sche Reso­nanz­spek­tro­sko­pie (NMR) ein­ge­setzt, die es ermög­licht, her­kunfts­be­zo­ge­ne Eigen­schafts­pro­fi­le von Honig zu ent­wickeln und die­se im Ein­zel­fall zuver­läs­sig nach­zu­wei­sen. Schwar­zin­ger ist zugleich Mit­grün­der der ALNu­Med GmbH, einer Aus­grün­dung der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, die sich auf das Food Fin­ger­prin­ting und ent­spre­chen­de NMR-basier­te Authen­ti­zi­täts­nach­wei­se von Frucht­säf­ten, Spei­se­ölen und ins­be­son­de­re Honig spe­zia­li­siert hat. Auf­grund ihrer spe­zi­el­len Kom­pe­ten­zen in der Sicher­stel­lung von Qua­li­tät, Sicher­heit und Echt­heit von Honig sind daher die ALNu­Med GmbH wie auch das Labor FoodQS GmbH in Lan­gen­zenn als Part­ner in das Pro­jekt ein­ge­bun­den. Als wei­te­re Part­ner sind die Juni­or Bera­tung Bay­reuth und die Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wein­bau und Gar­ten­bau mit dem Insti­tut für Bie­nen­kun­de und Imke­rei (IBI) am Pro­jekt beteiligt.

„Mit ihren lang­jäh­ri­gen For­schungs­er­fah­run­gen auf dem Gebiet der Ana­ly­tik von Honig hat die Uni­ver­si­tät Bay­reuth mitt­ler­wei­le Allein­stel­lungs­merk­ma­le ent­wickelt, die wir inter­na­tio­nal wei­ter aus­bau­en wol­len. Es freut uns sehr, dass wir in der Zusam­men­ar­beit mit wei­te­ren hoch­kom­pe­ten­ten Part­nern in Bay­ern die Han­dels­be­zie­hun­gen zwi­schen der EU und Geor­gi­en qua­li­ta­tiv stär­ken kön­nen – die­ser alten euro­päi­schen Kul­tur­na­ti­on, deren wirt­schaft­li­che Poten­zia­le und land­schaft­li­che Schön­hei­ten hier­zu­lan­de noch viel zu sel­ten wahr­ge­nom­men wer­den. Unse­re For­schungs­er­geb­nis­se auf dem Gebiet der Qua­li­täts­si­che­rung von Honig wer­den sowohl den Imke­rei­be­trie­ben in Geor­gi­en als auch den Ver­brau­chern in der EU zugu­te­kom­men. Wis­sen­schaft­li­ches Ziel im Pro­jekt ist die Iden­ti­fi­ka­ti­on des ana­ly­ti­schen Fin­ger­ab­druckes für ‚Tap­li‘, um nach­hal­tig die Echt­heit die­ser Imke­rei­spe­zia­li­tät gewähr­lei­sten zu kön­nen“, sagt Schwarzinger.

‚Tap­li‘ wur­de als Mar­ke für Geor­gi­schen Pre­mi­um-Honig vom Geor­gi­schen Mini­ste­ri­um für Umwelt­schutz und Land­wirt­schaft mit Unter­stüt­zung der Euro­päi­schen Uni­on ent­wickelt. Par­al­lel zur ana­ly­ti­schen Qua­li­täts­si­che­rung ent­wickelt die Juni­or Bera­tung Bay­reuth e.V., die stu­den­ti­sche Unter­neh­mens­be­ra­tung an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, ein umfas­sen­des Kon­zept für die Ver­mark­tung des geor­gi­schen Tap­li in Deutsch­land und wei­te­ren EU-Staa­ten. Dabei wird sie von Prof. Dr. Claas Chri­sti­an Ger­mel­mann unter­stützt, der in Bay­reuth den Lehr­stuhl für Mar­ke­ting & Kon­su­men­ten­ver­hal­ten inne­hat. „Die­ses Pro­jekt belegt anschau­lich, wie wich­tig inter­dis­zi­pli­nä­res Den­ken ist. Aus Sicht der Kon­su­men­ten­ver­hal­tens­for­schung zeigt sich eine stär­ker wer­den­de Ver­un­si­che­rung der Kon­su­men­ten in Bezug auf Lebens­mit­tel. In dem Kon­zept, das die hohe lebens­mit­tel­ana­ly­ti­sche Kom­pe­tenz in der Qua­li­täts­si­che­rung mit den kuli­na­ri­schen und diä­te­ti­schen Vor­zü­gen des geor­gi­schen Honigs ver­bin­det, wird genau die­sem Aspekt Rech­nung getra­gen. Die­ses Kon­zept fußt auf den Stär­ken der Uni­ver­si­tät Bay­reuth: Hier wird die schnel­le, unbü­ro­kra­ti­sche und kol­le­gia­le Zusam­men­ar­beit auf unse­rem Cam­pus, von den Natur bis zu den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten, groß­ge­schrie­ben“, erklärt Germelmann.

Hin­wei­se für Messebesucher:

Das neue For­schungs- und Mar­ke­ting­pro­jekt zum Honig aus Geor­gi­en wird wäh­rend der Inter­na­tio­na­len Grü­nen Woche auf dem Gelän­de der Mes­se Ber­lin in Hal­le 7.2b am Stand 104 (Mini­stry of Envi­ron­ment Pro­tec­tion and Agri­cul­tu­re of Geor­gia, Geo Natu­ral LLC, Tamaz Glon­ti ) vorgestellt.

Prof. Dr. Ste­phan Schwar­zin­ger von der Uni­ver­si­tät Bay­reuth wird dort am 18. und 19. Janu­ar 2019 allen Inter­es­sier­ten als Ansprech­part­ner zur Ver­fü­gung stehen.

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