Stör­che im Schnee

Rund 300 über­win­tern­de Stör­che gezählt

Seit Jah­ren beob­ach­tet der LBV, dass die Zahl der in Bay­ern über­win­tern­den Weiß­stör­che zunimmt. „Im Schnee ste­hen­de Stör­che irri­tie­ren immer wie­der ver­dutz­te Anwoh­ner“, sagt Oda Wie­ding, die LBV-Weiß­storch­ex­per­tin und ergänzt: „Käl­te und Schnee machen den Groß­vö­geln aber kaum etwas aus, da sie die Wär­me viel bes­ser spei­chern kön­nen als zum Bei­spiel klei­ne Sing­vö­gel wie Mei­sen.“ Ver­schlech­tert sich das Wet­ter oder fin­den die Stör­che kei­ne Nah­rung mehr, wei­chen sie in einer Win­ter­flucht unter­schied­lich weit Rich­tung Süden aus. Wer einen über­win­tern­den Storch sieht, kann die­sen dem LBV mel­den. Der­zeit ver­brin­gen rund 300 Weiß­stör­che den Win­ter im Freistaat.

Kei­ne Gefahr für die Vögel – spon­ta­ne Win­ter­flucht möglich

Weiß­stör­che haben im Win­ter zwei Vor­tei­le gegen­über klei­nen Vögeln. Zum einen macht ihnen die Käl­te weni­ger aus und zum ande­ren sind sie nicht auf täg­li­che Nah­rung ange­wie­sen. Als Groß­vö­gel kom­men Stör­che auch ein­mal bis zu über einer Woche ohne Nah­rung aus. In die­ser Zeit kön­nen sie ent­we­der bis zu 30 Kilo­me­ter umher­strei­fen oder eine Win­ter­flucht zum Bei­spiel an den Boden­see oder durch Frank­reich bis an das Mit­tel­meer antre­ten. „Die Stör­che neh­men ihre wochen­lan­ge Rei­se in den Süden über­haupt nur wegen der Nah­rungs­knapp­heit im euro­päi­schen Win­ter auf sich“, erklärt Wie­ding. Solan­ge kei­ne geschlos­se­ne Schnee­decke liegt und kein stren­ger, lang­an­hal­ten­der Frost herrscht, fin­det der Storch auch in Bay­ern noch genug Nah­rung wie zum Bei­spiel Mäu­se oder klei­ne Fische.

Hin­ter­grund

Der Weiß­storch als klas­si­scher Zug­vo­gel ver­bringt nor­ma­ler­wei­se das Win­ter­halb­jahr in Afri­ka. Als Segel­flie­ger mei­den die Stör­che das Mit­tel­meer und flie­gen ent­we­der als soge­nann­te Ost­zie­her über die Tür­kei, Isra­el und Ägyp­ten nach Ost- und Süd­afri­ka oder sie wen­den sich als West­zie­her über Spa­ni­en und Gibral­tar nach West­afri­ka. Eine stei­gen­de Anzahl an Weiß­stör­chen spart sich jedoch den Flug über die Meer­enge von Gibral­tar und über­win­tert in Spa­ni­en. Durch die kür­ze­re Zug­strecke erge­ben sich auch Ver­än­de­run­gen in ihrem Ver­hal­ten, so dass jedes Jahr Stör­che auf­fal­len, die tat­säch­lich erst im Win­ter ver­schwin­den. Auch Weiß­stör­che aus ehe­ma­li­gen Zucht- oder Pfle­ge­sta­tio­nen haben sich das Zug­ver­hal­ten meist abge­wöhnt und schla­gen sich in Bay­ern durch. Ob und wie weit eini­ge Weiß­stör­che in den Süden flie­gen, zei­gen die vom LBV mit Satel­li­ten­sen­dern aus­ge­stat­te­ten Stör­che unter www​.lbv​.de/​s​e​n​d​e​r​s​t​o​e​r​che.

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