Bamberger Erzbischof Schick betont Verantwortung der Getauften

Predigt in Neunkirchen am Sand: Alle Christen sind gesendet, die Welt mit dem Evangelium zu bereichern

Erzbischof Ludwig Schick hat am Fest der Taufe des Herrn die Bedeutung der Taufe hervorgehoben und die Verantwortung aller Getauften in der Kirche betont. Die Priester und hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger seien nicht für alles verantwortlich und sollten nicht alles selbst tun. Ihr Auftrag sei es vielmehr, die Getauften vor Ort zu inspirieren und zu moderieren für den Dienst der Kirche in der Gesellschaft, sagte Schick am Sonntag in einem Gottesdienst in Neunkirchen am Sand und verwies auf das für das Erzbistum Bamberg ausgerufene Jahresmotto „Getauft und gesendet“.

Der derzeit laufende Strukturveränderungsprozess im Erzbistum beabsichtige nicht die Auflösung der 360 Pfarreien und 220 Filialgemeinden, sondern wolle das kirchliche Leben vor Ort stärken. Die Seelsorgebereiche sollen die Zusammenarbeit der Hauptamtlichen für die Gemeinden vor Ort stärken. Durch die Seelsorgebereiche werde auch die Entlastung der Seelsorger durch hauptamtliche Verwaltungskräfte für die Kindergärten, die Kirchengebäude und andere Verwaltungsaufgaben geschaffen. „All das, was Seelsorgebereich bedeutet, soll die Kirche vor Ort lebendiger machen“, so Schick. „Lebendige Kirche vor Ort lebt von allen Getauften und Gesendeten, die mit ihren Charismen und Begabungen Kirchengemeinde bilden.“

Wer sich als getaufter Christ auf die Beziehung mit Jesus Christus einlasse, der spüre Energie und Fantasie, Trost und Kraft für das tägliche Leben, so der Erzbischof. Er erfahre auch Freude und spüre ein neues Menschsein, frei von Neid und Missgunst, Pessimismus und Resignation. Er spüre, dass er in der Beziehung zu Jesus besonnen, gerecht und einsatzbereit in dieser Welt lebe. Schick rief am Fest der Taufe Jesu alle Getauften auf: „Machen wir uns unsere Taufe bewusst, damit wir Vertrauen, Hoffnung und Liebe erfahren, die uns in der Beziehung zu Jesus Christus geschenkt sind und die wir im Tun wirksam werden lassen“, sagte Schick. „Wir sind gesendet, unsere Welt mit den Werten und Tugenden des Evangeliums mitzugestalten.“