Das lang­sa­me Ster­ben der Wiesenvögel

Wie­sen­brü­ter lei­den unter Was­ser­man­gel und Kli­ma­wan­del – Wie kann lang­fri­sti­ger Schutz gelingen?

Noch bis zum 14. Dezem­ber ver­han­deln 190 Staa­ten über die Umset­zung des 2015 beschlos­se­nen Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens. Stei­gen­de Tem­pe­ra­tu­ren und Was­ser­man­gel – die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels tref­fen nicht nur uns Men­schen, son­dern auch eine Viel­zahl an hei­mi­schen Tier- und Pflan­zen­ar­ten in Bay­ern. Vor allem Wie­sen­brü­ter, also in Wie­sen oder Grün­land brü­ten­de Vogel­ar­ten wie der Gro­ße Brach­vo­gel, das Braun­kehl­chen oder der Kie­bitz, haben schwer zu kämp­fen. Der LBV for­dert des­halb die Ver­hand­lungs­part­ner der gera­de im pol­ni­schen Kato­wice statt­fin­den­den Welt­kli­ma­kon­fe­renz auf, alle erfor­der­li­chen Schrit­te zu unter­neh­men, die fest­ge­leg­ten Kli­ma­zie­le für Bay­ern, Deutsch­land und die Welt zu errei­chen. „Um den Rück­gang der Arten­viel­falt zu stop­pen, for­dert der LBV mehr Anstren­gun­gen im Natur- und Kli­ma­schutz. Anson­sten sind unse­re baye­ri­schen Wie­sen­brü­ter bald aus­ge­stor­ben“, sagt LBV-Arten­schutz­re­fe­rent Dr. Andre­as von Lindeiner.

Die letz­ten baye­ri­schen Wie­sen­vö­gel kämp­fen um ihr Über­le­ben. Bereits jetzt sind sie­ben Arten akut vom Aus­ster­ben bedroht, dar­un­ter der Gro­ße Brach­vo­gel, das Braun­kehl­chen und die Bekas­si­ne. Auch der Wach­tel­kö­nig und der Kie­bitz sind als Wie­sen­brü­ter stark gefähr­det und auf der Roten Liste geführt. Der Grund für ihr schlei­chen­des Aus­ster­ben ist men­schen­ge­macht: Durch den Kli­ma­wan­del und die inten­si­ve Land­wirt­schaft wird es immer schwie­ri­ger Feucht- und Nass­wie­sen, den Lebens­raum der Vögel, zu erhal­ten. „In trocke­nen Jah­ren, wie aktu­ell in 2018, fehlt es schlicht­weg an aus­rei­chend Was­ser, um die für Wie­sen­brü­ter erfor­der­li­chen Lebens­be­din­gun­gen zu sichern“, sagt von Lindeiner.

Um das Aus­ster­ben der Wie­sen­brü­ter in Bay­ern zu ver­hin­dern, muss als vor­dring­li­che Maß­nah­me der Was­ser­haus­halt ver­bes­sert wer­den. Zu die­sem Ergeb­nis kam auch ein aktu­el­ler Work­shop von Exper­ten des LBV und des Lan­des­amts für Umwelt (LfU). Der LBV for­dert des­halb die zustän­di­gen Was­ser­wirt­schafts­äm­ter auf, in Abspra­che mit Natur­schutz und Land­wir­ten, in Wie­sen­brü­ter­ge­bie­ten Flach­was­ser­be­rei­che und einen aus­rei­chend hohen Grund­was­ser­stand unter allen Umstän­den zu erhal­ten. „Nicht nur die Wie­sen­brü­ter pro­fi­tie­ren von einem aus­rei­chen­den Was­ser­stand. In vie­len Gebie­ten bekla­gen sich Land­wir­te bereits dar­über, dass sie kaum noch Heu auf den zu trocke­nen Flä­chen ern­ten kön­nen“, sagt der LBV-Arten­schutz­re­fe­rent. Ein abge­stimm­tes Was­ser­manage­ment hilft also nicht nur den Wie­sen­brü­tern, son­dern auch den Bauern.

Hin­ter­grund

„Für Wie­sen­brü­ter sind Nass­flä­chen äußerst wich­tig. Dort fin­den sie Nah­rung, kom­mu­ni­zie­ren mit­ein­an­der und kön­nen sich put­zen“. Die Wie­der­her­stel­lung und der Erhalt von feuch­ten Flä­chen zur lang­fri­sti­gen Bestands­si­che­rung ist dar­um unbe­dingt erfor­der­lich. Mög­li­che Maß­nah­men für eine not­wen­di­ge Erhö­hung der Boden­feuch­te sind zum Bei­spiel die Anhe­bung des Grund­was­ser­spie­gels oder eine peri­odi­sche Über­flu­tung der ent­spre­chen­den Gebie­te. Auch die Anla­ge von wech­sel­feuch­ten Mul­den kann die Attrak­ti­vi­tät des Lebens­raums für Wie­sen­brü­ter unterstützen.

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