Erzbistum Bamberg gedenkt der Opfer sexuellen Missbrauchs

Erzbischof Schick: Es darf bei Übergriffen und Grenzverletzungen kein Wegschauen oder falsche Toleranz geben

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat anlässlich des Gedenktages für die Opfer sexuellen Missbrauchs (Sonntag, 18. November) erneut sein Mitgefühl mit den Betroffenen ausgedrückt sowie schonungslose Aufklärung und Aufarbeitung verlangt. „Sexueller Missbrauch richtet im Leben der Opfer unbeschreibliches Leid und nachhaltige Schäden an. Den Opfern müssen unser Mitleiden und unsere Aufmerksamkeit gelten, damit ihnen Gerechtigkeit und Heilung zuteilwerden, soweit das irgend möglich ist“, betonte Schick anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Gedenktages.

Der Gedenktag wolle aber nicht nur in die Vergangenheit schauen. „Er ist auch Mahnung und Forderung, alles zu tun, dass sexueller Missbrauch in Zukunft verhindert wird“, betonte Erzbischof Schick und verwies auf das umfassende Präventionskonzept im Erzbistum, das verpflichtende Schulungen aller haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden vorsieht, die Kontakt mit Kindern und Jugendlichen haben.

Der Erzbischof rief alle, die am kommenden Sonntag Gottesdienste im Erzbistum feiern, auf, Fürbitte für die Opfer zu halten. Zugleich erneuerte er den Aufruf der Bistumsleitung, jeden Verdacht von Missbrauch unverzüglich der Missbrauchsbeauftragten, Rechtsanwältin Eva Hastenteufel-Knörr aus Memmelsdorf, zu melden. „Es muss immer wieder unmissverständlich klar gemacht werden, dass Missbrauch, Übergriffe und Grenzverletzungen nicht toleriert werden.“ Bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen arbeite das Erzbistum eng mit den Staatsanwaltschaften zusammen, was zur Aufarbeitung beitrage, betonte der Erzbischof. „Achtung voreinander, besonders vor Kindern und Jugendlichen, Achtsamkeit untereinander und Mut füreinander müssen unser Miteinander in Kirche und Gesellschaft prägen“, was auch helfe, Missbrauch auszuschließen, schloss Schick seinen Aufruf an die Pfarreien und Seelsorgebereiche.

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