Erzbischof Ludwig Schick beim Ordenstag: „Die Evangelischen Räte gehören zum Erbgut der Kirche“

„Ordenschristen haben große Aufgaben in der Kirche“

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Ordensgelübde der Ehelosigkeit und Keuschheit, der Armut und des Gehorsams als „Erbgut der Kirche“ bezeichnet und zugleich vor deren Pervertierung gewarnt. „Auch das Frömmste und Heiligste kann missbraucht werden“, sagte Schick am Samstag beim Tag der Orden in St. Urban in Bamberg.  „Den Sünden, die unter dem Deckmantel und Schein der Armut, des Zölibats oder keuschen Ehelosigkeit und des Gehorsams geschehen sind, müssen wir uns stellen“, betonte Schick.

Armut, Keuschheit und Gehorsam, die „Evangelische Räte“ genannt werden, hätten „viel Sonne in die Welt gebracht, die alle Schatten weit überwiegen“. Über ihren Sinn und ihre Bedeutung müsse aber immer wieder nachgedacht werden, damit sie Zeugnis vom Himmelreich geben und Instrumente zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen werden. Zölibat und Keuschheit bedeuteten, jedem in seiner Persönlichkeit, mit seinem Leib und seiner Seele, mit Respekt und Hochachtung zu begegnen. Wo dies nicht gelebt werde, sei Übergriffigkeit auf Körper und Seele anderer nicht mehr weit.

Wer die Ordensgelübde ablege, trenne sich nicht von den übrigen Christen, sondern müsse ihnen zu Diensten sein. „Auch christliche Ehen und Familien sowie alles christliche Leben gelingen nur, wenn sie von den Evangelischen Räten inspiriert sind.“ Die Armut solle vor Habgier, der Gehorsam vor Überheblichkeit und Herrschsucht und die Keuschheit vor Schamlosigkeit, Unzucht und Missbrauch bewahren. Wer zu den Evangelischen Räten berufen sei, habe eine große Verantwortung für die Kirche und alle Christen, ja für alle Menschen und die gesamte Menschheit. Das müssten alle Ordenschristen immer wieder bedenken und sich ins Bewusstsein bringen.

Am Ordenstag nahmen etwa 130 Ordenschristen aus dem gesamten Erzbistum teil. Er bot Gelegenheit zum Austausch, Impuls, persönlicher Begegnung und Gebet. Pater Tobias Merkt OSB von der Abtei St. Ottilien hielt einen Vortrag zum Thema „Leben, beten und arbeiten in kleiner und älter werdenden Gemeinschaften.“

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