Erzbischof Ludwig Schick weiht vier Männer im Bamberger Dom zu Ständigen Diakonen

„Diakonische Haltung muss sich in der ganzen Kirche ausbreiten“

Erzbischof Ludwig Schick hat dazu aufgerufen, dass alle Getauften verstärkt am Leben und Auftrag der Kirche teilnehmen. Der diakonische Dienst in der Kirche solle dazu dienen, eine partizipative Kirche zu bilden, sagte Schick am Samstag im Bamberger Dom bei der Weihe von vier Ständigen Diakonen, die neben ihrem Hauptberuf in der Seelsorge tätig sein werden.

Der Ständige Diakonat sei eingeführt worden, um die diakonische Haltung und Ausrichtung der ganzen Kirche zu erreichen. In allen drei Bereichen der Kirche – der Verkündigung, den Gottesdiensten und der tätigen Nächstenliebe – solle die Diakonie der Kirche, der Dienst an den Menschen, gefordert werden. Dabei sollten die Ständigen Diakone mitwirken. „Die diakonische Einstellung und Haltung darf in keinem Dienst der Kirche fehlen“, betonte Erzbischof Schick. Diakone sollten den Menschen dienen, besonders den Armen, aber auch der ganzen Kirche, damit sie zu einer partizipativen-diakonischen Kirche werde, so Schick. „Wer den Menschen selbstlos nahe ist und jedem hilfreich zur Seite steht in Wort und Werk, kann Jesus Christus, den ‚Urdiakon‘ symbolisieren und vertreten.“

Die vier geweihten Männer sind Christoph Gahlau (50), Dr. Michael Herbst (39), Patrick Martin (51) und Michael Reubel (57). Gahlau ist „Heinrichsblatt“-Redakteur und wird nach seinem Gemeindepraktikum in Stegaurach dort auch in der Seelsorge tätig sein. Der Jurist Herbst, der in Hohenpölz lebt und in Bamberg als Richter arbeitet, wird als Diakon in Königsfeld und den dazugehörigen Pfarreien tätig. Martin lebt in Pegnitz und leitet eine Bauchrednerschule. Er wird in Pegnitz als Diakon eingesetzt. Reubel wohnt in Itzgrund und arbeitet als Religionslehrer im Kirchendienst, ist aber auch Diözesanbeauftragter für Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst. Sein Einsatzort als Diakon wird seine Heimatpfarrei sein.

Die Ausbildung zum Ständigen Diakon ist nebenberuflich und dauert mindestens vier Jahre. Sie umfasst theologische Studien im Fernkurs, Ausbildungseinheiten gemeinsam mit Bewerbern der Diözese Würzburg, ein Gemeindepraktikum und geistliche Begleitung.

Die Diakonenweihe bestellt zum eigenständigen Dienst des Diakons in der Kirche. Der Diakon ist beauftragt, die Taufe zu spenden und bei dem Eheversprechen der Brautleute zu assistieren sowie die Trauung zu feiern. Er ist bei der Eucharistie anwesend, verkündet das Evangelium und spendet die Kommunion, vor allem ist er zum Dienst an den Armen bestellt. Auch die zukünftigen Priester empfangen die Diakonenweihe. Der Ständige Diakonat wird sowohl verheirateten als auch unverheirateten Männern übertragen. Als einziger unverheirateter Weihekandidat legt Dr. Michael Herbst auch das Zölibatsversprechen ab.

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