Stadt­wer­ke Bay­reuth: Revo­lu­ti­on auf dem Solar­dach

Erst­mals pro­fi­tie­ren Mie­ter in Bay­reuth direkt von der Ener­gie­wen­de. Grund dafür ist ein Mie­ter­strom­pro­jekt der Stadt­wer­ke Bay­reuth und der GEWOG, durch das die Mie­ter erst­mals gün­sti­gen Son­nen­strom vom eige­nen Dach nut­zen kön­nen.

Stadtwerke-Projektleiter Gerhard Knoblauch, Andreas Baier (Leiter Technisches Bestandsmanagement GEWOG), Uwe Prokscha (Geschäftsführer GEWOG), Jürgen Bayer (Geschäftsführer Stadtwerke Bayreuth), Michael Schuhmann (Vertriebsleiter Stadtwerke Bayreuth)

Stadt­wer­ke-Pro­jekt­lei­ter Ger­hard Knob­lauch, Andre­as Bai­er (Lei­ter Tech­ni­sches Bestands­ma­nage­ment GEWOG), Uwe Prok­scha (Geschäfts­füh­rer GEWOG), Jür­gen Bay­er (Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Bay­reuth), Micha­el Schuh­mann (Ver­triebs­lei­ter Stadt­wer­ke Bay­reuth)

Strom aus einer Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge nut­zen? Für Deutsch­lands Mie­ter war das bis­lang ein Wunsch­traum. Die Stadt­wer­ke Bay­reuth und die GEWOG, die Woh­nungs­bau- und Woh­nungs­für­sor­ge­ge­sell­schaft der Stadt Bay­reuth, las­sen die­sen Traum nun zum ersten Mal in Bay­reuth Wirk­lich­keit wer­den. Mie­ter­strom nennt sich das Modell, das die Stadt­wer­ke gemein­sam mit der GEWOG auf zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern in der Unte­ren Rot­main­aue umset­zen. Die GEWOG hat dar­auf eine Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge mit einer Lei­stung von ins­ge­samt 25 Kilo­watt instal­liert. Sie pro­du­ziert pro Jahr rund 23.000 Kilo­watt­stun­den Son­nen­strom, was in etwa dem Jah­res­ver­brauch der zwölf Woh­nun­gen ent­spricht. Der Vor­teil der Mie­ter: Sie nut­zen haupt­säch­lich den Strom vom eige­nen Dach. Und wenn die Son­ne mal nicht scheint, lie­fern die Stadt­wer­ke Bay­reuth Öko­strom aus dem Netz. Doch ganz gleich, ob Son­nen­strom oder Öko­strom von den Stadt­wer­ken aus der Steck­do­se kommt – die Mie­ter zah­len einen redu­zier­ten Preis je Kilo­watt­stun­de. „Das ist ein sehr guter Preis und das Enga­ge­ment der Mie­ter, die mit­ma­chen, kommt der Umwelt zugu­te“, sagt Ger­hard Knob­lauch, Pro­jekt­lei­ter bei den Stadt­wer­ken Bay­reuth. „Damit pro­fi­tie­ren in Bay­reuth erst­mals auch Mie­ter von der Ener­gie­wen­de.“

Mög­lich macht das erst das im Juli 2017 in Kraft getre­te­ne Mie­ter­strom­ge­setz. Es berück­sich­tigt den hohen Ver­wal­tungs­auf­wand, Son­nen­strom direkt an Mie­ter zu ver­kau­fen. Genau des­we­gen haben Ver­mie­ter bis­lang den Strom eige­ner Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen ins Netz ein­ge­speist. Oder aber sie haben ange­sichts sin­ken­der Sub­ven­tio­nen über­haupt kei­ne PV-Anla­gen mehr instal­liert. Um das zu ändern, för­dert der Gesetz­ge­ber den Mie­ter­strom nun mit bis zu 3,8 Cent pro Kilo­watt­stun­de. Immer unter der Auf­la­ge, dass der Strom min­de­stens zehn Pro­zent gün­sti­ger sein muss als der Grund­ver­sor­gungs­ta­rif. „Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen wer­den so wie­der wirt­schaft­lich inter­es­sant für uns“, betont GEWOG-Geschäfts­füh­rer Uwe Prok­scha. „Das bringt nicht nur die Ener­gie­wen­de vor­an. Es sorgt für gerin­ge­re Neben­ko­sten unse­rer Mie­ter und es hilft der GEWOG dabei, auch in Zukunft bezahl­ba­ren Wohn­raum in Bay­reuth für Men­schen schaf­fen zu kön­nen, die mit wenig Geld aus­kom­men müs­sen. Umso mehr freut es mich, dass bei unse­rem Mie­ter­strom­pro­jekt in der Unte­ren Rot­main­aue nahe­zu alle Mie­ter mit­ma­chen.“

Sowohl die GEWOG als auch die Stadt­wer­ke Bay­reuth spre­chen von einem Pilot­pro­jekt. „Zum einen kön­nen wir unser Know-how in Bezug auf die ener­gie­wirt­schaft­li­che Pla­nung und die Abrech­nung ein­brin­gen, und zum ande­ren pro­fi­tie­ren wir davon, dass sich die Mie­ter­strom­kun­den zwölf Mona­te an uns bin­den“, erklärt Ger­hard Knob­lauch von den Stadt­wer­ken. Den­noch sei es ein wei­ter Weg gewe­sen, bis alle Pro­ble­me aus der Welt geschafft waren. „Mie­ter­strom ist wirk­lich kom­plex, wir muss­ten sehr vie­le Din­ge berück­sich­ti­gen. Außer­dem muss­ten wir Abläu­fe in unse­rem Haus gänz­lich neu defi­nie­ren. Das hat natür­lich eini­ges an Arbeit geko­stet, aber jetzt sind wir auf dem Stand, dass wir unse­re Dienst­lei­stung für poten­zi­el­le Kun­den zuver­läs­sig abwickeln kön­nen.“ Ihn wür­de es daher freu­en, wenn es nicht nur bei einem Pilot­pro­jekt blie­be. Ähn­lich sieht das Uwe Prok­scha: „Die Zusam­men­ar­beit mit den Stadt­wer­ken Bay­reuth lief sehr gut. Wenn das so bleibt, kann ich mir gut vor­stel­len, dass wir wei­te­re Pro­jek­te gemein­sam anpacken.“

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