Bam­ber­ger Grü­ne sehen Kampf zwi­schen David und Goli­ath

Vor­wurf: Rat­haus setzt mas­si­ve Mar­ke­ting- und Finanz-Mit­tel gegen das Bür­ger­be­geh­ren ein

„Das ist ein Kampf David gegen Goli­ath“, bringt GAL-Vor­stands­mit­glied Jonas Glü­sen­kamp das Ren­nen um den Bür­ger­ent­scheid zum Haupt­s­moor­wald am 18. Novem­ber auf den Punkt. Die Bam­ber­ger Grü­nen unter­stüt­zen im Gegen­satz zu allen ande­ren Frak­tio­nen im Stadt­rat bekannt­lich die Bür­ger­initia­ti­ve und ihr Bür­ger­be­geh­ren „Für den Haupt­s­moor­wald“.

Glü­sen­kamp stellt eine „mas­si­ve Mei­nungs­ma­che des Rat­hau­ses auf Steu­er­ko­sten“ fest, eine Kam­pa­gne mit allen ver­füg­ba­ren Mög­lich­kei­ten, um ein­sei­tig für das Rats­be­geh­ren zu wer­ben: „Da wer­den sei­ten­wei­se in meh­re­ren Aus­ga­ben des Rat­haus-Jour­nals Argu­men­te für das Rats­be­geh­ren prä­sen­tiert, die jüng­ste Kon­ver­si­ons­zei­tung macht zu mehr als 50% Stim­mung gegen das Bür­ger­be­geh­ren, die Stadt nutzt ihren Web­auf­tritt und sozia­le Medi­en für Mar­ke­ting pro Rats­be­geh­ren, städ­ti­sche Mit­ar­bei­ter orga­ni­sie­ren Füh­run­gen auf dem MUNA-Gelän­de und wer­den zu öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen geschickt um das Rats­be­geh­ren zu bewer­ben, und sogar ein Pop-up-Laden wird zwei Wochen lang in einem leer ste­hen­den Geschäft in der Haupt­wach­stra­ße eröff­net.“

Auch GAL-Stadt­rä­tin Ger­trud Leu­mer kri­ti­siert die Schief­la­ge: „Das ist ein enor­mer Ein­satz an Mate­ri­al, Sach­lei­stung, Zeit und Per­so­nal, der nicht uner­heb­li­che Kosten ver­ur­sacht. Und dies geht zu Lasten aller Steuerzahler*innen, völ­lig egal, ob die­se nun das Rats- oder das Bür­ger­be­geh­ren unter­stüt­zen wol­len.“

Dass die rein ehren­amt­lich agie­ren­de Bür­ger­initia­ti­ve trotz alle­dem schon jetzt so erfolg­reich sei, lie­ge dar­an, dass man mit dem Bür­ger­be­geh­ren den Nerv der Bevöl­ke­rung getrof­fen habe, meint GAL-Stadt­rä­tin Ursu­la Sowa. Es sei eine ech­te Bür­ger­be­we­gung zugun­sten des Haupt­s­moor­wal­des auf loka­ler Ebe­ne ent­stan­den, mit „bie­nen­flei­ßi­gen Akti­ven und über­zeu­gen­den Argu­men­ten“.

Die Bam­ber­ger Grü­nen ken­nen die Rechts­spre­chung des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs, wonach einer Kom­mu­ne Par­tei­lich­keit zugun­sten ihres Rats­be­geh­rens zuge­stan­den wird. Den­noch hal­ten sie das Auf­tre­ten der Stadt­spit­ze für beschä­mend gegen­über den Bürger*innen. „13.000 Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger haben die­ses Bür­ger­be­geh­ren ein­ge­bracht. Die Stadt soll­te sie mit Respekt behan­deln, anstatt ihnen gegen­über ihre Macht und Über­le­gen­heit demon­stra­tiv aus­zu­spie­len“, meint Ger­trud Leu­mer. Und Jonas Glü­sen­kamp ergänzt: „Es geht um geleb­te Demo­kra­tie und um eine basis­de­mo­kra­ti­sche Ent­schei­dung zwi­schen zwei poli­ti­schen Mei­nun­gen, die jede für sich legi­tim ist. Ich wün­sche mir mehr sach­li­che Sou­ve­rä­ni­tät von der Stadt.“

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