Kli­ni­kum Bay­reuth: Neu­er Sen­sor mit Warn­funk­ti­on gibt Dia­be­ti­kern Sicherheit

Kei­ne Angst mehr vor gefähr­li­chem Unterzucker

Premiere im Klinikum Bayreuth: Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer (rechts) setzt Diabetes-Patientin Miriam Schraml (Zweite von rechts) den neuen Sensor ein, der künftig vor zu hohen und zu niedrigen Zuckerwerten warnt. Im Anschluss übernimmt das Diabetesteam um Diabetesberaterin Sandy Petermann und Privatdozent Dr. Steffen Mühldorfer (von links) die Betreuung der Patienten im zertifizierten Diabeteszentrum.

Pre­miè­re im Kli­ni­kum Bay­reuth: Pri­vat­do­zent Dr. Jür­gen Dol­de­rer (rechts) setzt Dia­be­tes-Pati­en­tin Miri­am Schraml (Zwei­te von rechts) den neu­en Sen­sor ein, der künf­tig vor zu hohen und zu nied­ri­gen Zucker­wer­ten warnt. Im Anschluss über­nimmt das Dia­be­testeam um Dia­be­tes­be­ra­te­rin San­dy Peter­mann und Pri­vat­do­zent Dr. Stef­fen Mühl­dor­fer (von links) die Betreu­ung der Pati­en­ten im zer­ti­fi­zier­ten Diabeteszentrum.

Miri­am Schraml ist 34. Sie ist Leh­re­rin. Sie geht ger­ne jog­gen, spielt Vol­ley­ball. Aber seit vor knapp zwei Jah­ren Dia­be­tes Typ I dia­gno­sti­ziert wur­de, beglei­tet sie die Angst, in einen gefähr­li­chen Unter­zucker zu gera­ten. Im Kli­ni­kum Bay­reuth set­zen Ärz­te ihr und fünf wei­te­ren Pati­en­ten nun erst­mals einen Sen­sor unter die Haut ein, der dort für bis zu sechs Mona­te ver­blei­ben kann und ihr die­se Angst nimmt. Die­ser misst ihre Glu­ko­se­kon­zen­tra­ti­on, über­trägt den Wert über einen Trans­mit­ter in die dazu­ge­hö­ri­ge App und warnt sie mit Vibra­ti­ons­alar­men bei zu hohen und zu nied­ri­gen Werten.

Die regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung der Zucker­wer­te gehört für jeden Dia­be­ti­ker zur täg­li­chen Rou­ti­ne. „Bis­her muss­ten die Pati­en­ten aber immer selbst aktiv wer­den, ihren Zucker­spie­gel bei den Gerä­ten abfra­gen“, erklärt Pri­vat­do­zent Dr. Stef­fen Mühl­dor­fer, Chef­arzt der Kli­nik für Gastro­en­te­ro­lo­gie am Kli­ni­kum Bay­reuth. Das neue Ever­sen­se XL CGM System, das von Roche Dia­be­tes Care ver­trie­ben wird, über­mit­telt die Zucker­wer­te auto­ma­tisch an die Ever­sen­se App.

Was für vie­le Dia­be­ti­ker aber die eigent­li­che Erleich­te­rung ist: Mit der auto­ma­ti­schen Daten­über­mitt­lung ist eine Alarm­funk­ti­on ver­bun­den. Der Sen­sor, der bis zu einem hal­ben Jahr unter der Haut blei­ben kann, ist mit einem Trans­mit­ter auf der Haut gekop­pelt. Die­ser warnt Pati­en­ten wie Miri­am Schraml durch Vibra­ti­on vor gefähr­li­cher Über- oder Unter­zucke­rung. Dann bleibt noch genug Zeit, um zu reagieren.

Miri­am Schraml gibt die­ses Wis­sen Sicher­heit. „Ich freue mich rich­tig dar­auf“, sagt sie. „Ich möch­te wie­der muti­ger wer­den, mir beim Sport mehr zutrau­en.“ Und sie hofft, dass sie extre­me Schwan­kun­gen in ihren Zucker­wer­ten durch vor­aus­schau­en­des Han­deln künf­tig ver­mei­den kann. Denn die lücken­lo­se Über­mitt­lung der Glu­ko­se-Daten deckt auch nächt­li­che Hyper­gly­kämien, also Über­zucke­run­gen, auf.

Inter­dis­zi­pli­nä­re Zusammenarbeit

In Stadt und Land­kreis Bay­reuth ist die Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH die der­zeit ein­zi­ge Ein­rich­tung, die das Ein­set­zen des Sen­sors anbie­tet. Mög­lich macht das eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit: Das Dia­be­testeam um Pri­vat­do­zent Dr. Stef­fen Mühl­dor­fer und Pri­vat­do­zent Dr. Jür­gen Dol­de­rer als Lei­ter der Pla­sti­schen Chir­ur­gie arbei­ten Hand in Hand. Es ist kein gro­ßer Ein­griff, aber es geht unter die Haut. „Wir haben bei uns im Kli­ni­kum dafür die opti­ma­len Vor­aus­set­zun­gen“, sagt Dolderer.

Nur weni­ge Minu­ten dau­ert es, dann sitzt der Sen­sor, der nur etwa 18 Mil­li­me­ter lang und nicht ein­mal so dick wie eine Kugel­schrei­ber­mie­ne ist, an Ort und Stel­le. Der klei­ne Schnitt wird mit Wund­strips und einem was­ser­dich­ten Pfla­ster ver­schlos­sen. Dann über­nimmt das Diabetesteam.

Direkt über dem Sen­sor wird ein Trans­mit­ter auf der Haut platz­iert und mit dem Smart­pho­ne ver­bun­den. „Ich kann künf­tig unauf­fäl­lig auf mein Han­dy sehen und habe mei­nen aktu­el­len Zucker­wert auf einen Blick“, sagt Schraml.

Mehr Über­sicht – auch für den behan­deln­den Arzt

Eine Erleich­te­rung ist das System auch für die behan­deln­den Ärz­te und das Dia­be­testeam bei der Bera­tung der Pati­en­ten. „Wenn der Pati­ent ein­ver­stan­den ist, kön­nen die Daten des Trans­mit­ters direkt an uns über­spielt wer­den. Wir kön­nen damit eine Bera­tung durch­füh­ren, ohne dass der Pati­ent selbst ins Haus kom­men muss. Stich­wort: Tele­me­di­zin“, sagt Mühldorfer.

Hin­ter­grund: Kli­ni­kum Bay­reuth jetzt als Dia­be­tes­zen­trum zertifiziert

Dia­be­tes ist Volks­krank­heit Num­mer 1 in Deutsch­land. Über sechs Mil­lio­nen Men­schen sind betrof­fen. Sie brau­chen fach­über­grei­fen­de Behand­lung in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren, Kli­ni­ken und Pra­xen. Die Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH ist eines die­ser Zen­tren. Sie erhielt jetzt von der Deut­schen Dia­be­tes Gesell­schaft (DDG) erst­mals das Zer­ti­fi­kat „Zer­ti­fi­zier­tes Dia­be­tes­zen­trum Dia­be­to­lo­gi­kum DDG mit dia­be­tes­spe­zi­fi­schem Qua­li­täts­ma­nage­ment“ sowohl für Typ I- als auch für Typ II-Dia­be­ti­ker und bie­tet ihnen damit nach­weis­lich qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge The­ra­pie, Bera­tung und Schu­lung auf dem Stand der heu­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se. Die Zer­ti­fi­zie­rung dient als Qua­li­täts­sie­gel: Es gibt Pati­en­ten auf der Suche nach einem Behand­lungs­part­ner die Sicher­heit, in der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH den aktu­el­len Leit­li­ni­en ent­spre­chend ver­sorgt und betreut zu werden.

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