Bezirk Ober­fran­ken ver­zich­tet auf Anrech­nung des Lan­des­pfle­ge­gel­des

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler

Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler

Sowohl in der Poli­tik als auch in den Medi­en wird der­zeit hef­tig über die Ein­füh­rung des Lan­des­pfle­ge­gel­des durch die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung dis­ku­tiert. Bekannt­lich haben die Sozi­al­mi­ni­ste­ri­en in Bund und Land unter­schied­li­che Rechts­auf­fas­sun­gen, ob das ein­ge­führ­te Lan­des­pfle­ge­geld auf die Lei­stun­gen der sog. Hil­fe zur Pfle­ge ange­rech­net wer­den muss. Der Bezirk Ober­fran­ken wird auf eine Anrech­nung bis auf wei­te­res ver­zich­ten, wie Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler gestern bekannt gab.

Pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen erhal­ten mit dem neu­en Lan­des­pfle­ge­geld ab dem Pfle­ge­grad 2 ein­ma­lig 1000 Euro im Jahr vom Frei­staat Bay­ern. Aller­dings gibt es der­zeit unter­schied­li­che Rechts­auf­fas­sun­gen zwi­schen dem Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um in Ber­lin und dem Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um in Mün­chen.

Das Bun­des­so­zi­al­mi­ni­ste­ri­um ver­tritt die Mei­nung, dass das Lan­des­pfle­ge­geld als Ein­kom­men auf die Lei­stun­gen der Hil­fe zur Pfle­ge ange­rech­net wer­den muss. Dies hät­te zur Fol­ge, dass die pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen, die Hil­fe zur Pfle­ge vom Bezirk erhal­ten, fak­tisch nichts von dem neu­en Lan­des­pfle­ge­geld hät­ten, weil der Bezirk die 1000 Euro von sei­nen Lei­stun­gen abzie­hen müss­te.

Das Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um in Mün­chen sieht das anders. Die Staats­re­gie­rung geht davon aus, dass es sich bei dem Lan­des­pfle­ge­geld um kei­ne zweck­iden­ti­sche oder gleich­ar­ti­ge Lei­stung zur Hil­fe zur Pfle­ge han­delt. Die­se Rechts­auf­fas­sung hät­te zur Fol­ge, dass auch die pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen, die Hil­fe zur Pfle­ge vom Bezirk bezie­hen, vom Lan­des­pfle­ge­geld unge­schmä­lert pro­fi­tie­ren.

„Das neue Lan­des­pfle­ge­geld ist eine gute Sache! Es soll pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen, ob zu Hau­se oder im Pfle­ge­heim, die Mög­lich­keit geben, sich selbst etwas Gutes zu tun oder den Men­schen eine finan­zi­el­le Aner­ken­nung zukom­men zu las­sen, die ihnen am näch­sten ste­hen: Ihren pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen, Freun­den, Hel­fe­rin­nen und Hel­fern. Ich möch­te nicht, dass der aktu­el­le Rechts­streit auf dem Rücken der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen in Ober­fran­ken aus­ge­tra­gen wird. Außer­dem brau­chen unse­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter eine kla­re Vor­ga­be, wie sie bis zu einer even­tu­el­len ober­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung ver­fah­ren sol­len“, stel­le Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler im Rah­men der gest­ri­gen Sit­zung des Aus­schus­ses für Sozia­les klar.

„Daher habe ich ent­schie­den, dass der Bezirk Ober­fran­ken bis auf Wei­te­res kei­ne Anrech­nung des Lan­des­pfle­ge­gel­des auf die Lei­stun­gen der Hil­fe zur Pfle­ge vor­neh­men wird!“, schloss Denz­ler sei­ne Aus­füh­run­gen unter gro­ßem Applaus der anwe­sen­den Ver­tre­ter der Wohl­fahrts­ver­bän­de. Mit die­ser Rege­lung kommt das Lan­des­pfle­ge­geld bis zu einer even­tu­ell anders­lau­ten­den gericht­li­chen Ent­schei­dung jedem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen in Ober­fran­ken zu Gute.

INFO:

Betrof­fen von die­ser Ent­schei­dung sind rund 4000 pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen in Ober­fran­ken, die Lei­stun­gen im Rah­men der Hil­fe zur Pfle­ge durch den Bezirk Ober­fran­ken erhal­ten.

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