Offener Brief an den Landrat: „Jugendherbergsstandort Forchheim“

Sehr geehrter Herr Landrat,

lieber Hermann,

mit Ende des laufendes Schuljahres 2018/19 wird die Unterbringung der Blockschüler der Berufsschule im Jugendwohnheim Don Bosco Forchheim enden und ab dem neuen Schuljahr in den vom Landratsamt Forchheim angemieteten Räumlichkeiten im neuen Ariva-Hotel in der Bayreutherstraße erfolgen. Mit der Schließung des Don Bosco Jugendheimes endet dann auch der Kooperationsvertrag mit dem Landesverband des Dt. Jugendherbergswerks zum Betrieb einer Jugendherberge in Forchheim. Da nun in der kommenden Woche der Kreistag die Ausschreibungsunterlagen für die Betriebsträgerschaft des neuen Wohnheimes verabschiedet, wäre es Gerd Koller, dem langjährigen Präsidententen des LV des Dt. Jugendherbergswerkes Bayern, aber auch mir, der mit dem bisherigen Heim und der Jugendherberge in enger Beziehung stand, wichtig, dafür zu sorgen, dass der Jugendherbergsstandort Forchheim, der einzig verbliebene im Landkreis Forchheim, erhalten bleibt. Ich muss nicht erwähnen, wie bedeutsam Jugendhergen nach wie vor für den Tourismus insgesamt, aber v.a. auch für die Unterbringung von jungen Familien, Schulklassen und bestimmter Seminargruppen sind. Deshalb sollten wir alles daran setzen, den einzigen Jugendherbergsstandort im Landkreis Forchheim zu erhalten. Dafür wäre es m.E. erforderlich, mit dem künftigen Betreiber des Schülerwohnheimes eine diesbezügliche Zusatzvereinbarung zu treffen. Da die Ausschreibungsunterlagen dieses Thema bzw. den Wunsch des Landkreises nach einer solchen Vereinbarung jedoch außen vor lassen, bitte ich die Kreisverwaltung um Ergänzung der Unterlagen des Ausschreibungstextes um folgende Passage: ”Der Landkreis Forchheim beabsichtigt das Schülerwohnheim in belegungsfreien bzw.-armen Zeiten in Kooperation mit dem Landesverband des Dt. Jugendherbergswerks Bayern e.V. als Jugendherberge zu führen.”

Somit wäre der künftige Betreiber bereits über die Absicht des Landkreises informiert. Einer künftigen Vereinbarung stünde grundsätzlich nichts im Wege. Ich darf aus meiner Beobachtung weiter mitteilen, dass sich das bisher im Don Bosco Jugendwohnheim Forchheim praktizierte System einer sog. ”atmenden Jugendherberge” bestens bewährt hat.

Ich möchte zur Begründung des Weiterbetriebs einer Jugendherberge in Forchheim noch anmerken, dass in den letzten Jahren mehr als 30% der Benutzer unserer Jugendherbergen junge Familien sind, denen auf diese Art Urlaub zu kostengünstigen Bedingungen ermöglicht werden. Zudem möchte ich erwähnen, dass es für das Oberzentrum Forchheim, aber auch für den gesamten Landkreis Forchheim und die gesamte Fränkische Schweiz mit Sicherheit ein wichtiger Standortfaktor wäre, wenn am Tor zur Fränkischen Schweiz, gegenüber dem Bahnhof Forchheim eine solche Einrichtung entstünde. Es sei noch darauf hingewiesen, dass der Eigentümer des Hotels grundsätzlich keine Bedenken für diese weitere Nutzung der Räumlichkeiten des Landkreises hätte.

Mit freundlichen Grüßen
Eduard Nöth, Kreisrat